Kategorie: Artikel
Artikel Das hässliche Gesicht Europas - Ein Kommentar
Artikel Das hässliche Gesicht Europas - Ein Kommentar
Ein Kommentar von Marta Werner
Frankreich befindet sich im Ausnahmezustand. Bei dem Anschlag in Nizza sind mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen, viele schweben noch in Lebensgefahr, mehr als 200 sind verletzt worden. In solchen Momenten rückt Europa näher zusammen und besinnt sich auf das, was es repräsentiert – Freiheit, Einheit trotz Vielfalt und vor allem Frieden. Denn es ist verstörend genug, dass Menschen, geblendet von Hass, für falsche Ideale morden.
Aber Europa hat auch sein hässliches Gesicht. Rechtspopulisten nutzen die Gunst der Stunde um Stimmung zu machen – gegen Europa, gegen Vielfalt, gegen Nächstenliebe. Der polnische Innenminister Mariusz Błaszczak macht die west-europäische – man beachte die Abgrenzung in Ost und West – Einwanderungspolitik für die Anschläge verantwortlich. Grenzen dicht machen, statt Multi-Kulti. Interessant! Und das in einem Land, in dem die Einwohner selbst von einer offenen Einwanderungspolitik ihrer Nachbarn abhängig sind und welches katholische Werte wie Nächstenliebe ganz groß schreibt. Nächstenliebe sieht anders aus, Herr Błaszczak.
Aber damit ist er in bester Gesellschaft mit Petry und Trump. Deswegen bleibt nur zu sagen: Gelegenheit macht dumm, meine Damen und Herren! Und Sie sind der beste Beweis.
Veröffentlicht am: 15.07.2016 in Artikel
Zufällige Auswahl
Pariser Louvre: Macrons Sieg wird bekanntgegeben
Großer Jubel beim Louvre als bekanntgegeben wird, dass der parteilose Emmanuel Macron die Stichwahl gegen Front National-Politikerin Marine Le Pen deutlich gewonnen hat. Dieses kurze Video wurde auf dem Platz beim Pariser Louvre gedreht. Menschen brechen in Jubel aus und schwenken enthusiastisch Frankreich-Flaggen.
Erdoğan – zum Mitsingen
Darf Recep Erdoğan (Mitarbeiter des Monats) jetzt in der NDR-Kantine essen? Kommen die extra 3-Redakteure in der Türkei ins Gefängnis? Und findet Nena („irgendwie, irgendwo, irgendwann“) das alles lustig? Hier das Video – zum Mitsingen.
Lars Vilks – Tumult in Uppsala 2010
Beim Anschlag auf ein Kulturzentrum in Kopenhagen wurde ein Besucher getötet, mehrere Menschen wurden verletzt. Der Anschlag galt nach Angaben der dänischen Polizei dem schwedischen Zeichner Lars Vilks. Er hatte im Jahr 2007 eine Mohammed-Karikatur veröffentlicht und – am 14. Februar 2015 – an einer Diskussionsveranstaltung in dem Kulturzentrum teilgenommen. Es ist nicht der erste Anschlag auf Vilks. Kurz nach der Veröffentlichung der umstrittenen Karikatur im Jahr 2007 hatte die damals noch recht unbekannte Terrorgruppe „Islamischer Staat“ per Videobotschaft ein Kopfgeld 100.000 Dollar auf Vilks ausgesetzt.
Mit Satire gegen Rechts: Wer ist eigentlich Storch Heinar?
Wahlkampfzeit ist Storchenzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Seit neun Jahren zieht „Storch Heinar“ dort seine Kreise, um den Einzug rechter Parteien in den Landtag zu verhindern. Was die „Thor Steinar“-Satire auslösen kann, das erklärt Projektleiter Julian Barlen im Interview.
Impfpflicht in der Diskussion – Interview und Stimmen zur Coronaimpfung
Seit Beginn des Jahres 2021 beschäftigt das Thema Impfen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Wie stehen sie zu einer Impflicht?
Geert Wilders – Europas nächster rechtspopulistischer Regierungschef?
Am 15. März wird in den Niederlanden ein neues Parlament gewählt. Rechtspopulist Geert Wilders liegt in den Umfragen mit 20% klar vorne und könnte stärkste Kraft in Land werden. Politikwissenschaftler und Wilders-Experte Koen Vossen über die politische Stimmung in den Niederlanden und die Strategie der rechtspopulistischen PVV von Geert Wilders.
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dbate.de jetzt auch auf SPIEGEL.TV
Ab sofort sind ausgewählte Videotagebücher und Interviews von dbate.de auch auf SPIEGEL.TV, dem Web-TV auf SPIEGEL ONLINE, zu sehen.
Neue Barbie mit Kopftuch: Richtiges Zeichen?
Die Plastikpuppe Barbie ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil vieler Kinderzimmer. Immer wieder wurde die Barbie-Puppe, die in der Regel lange Haare und einen in der Realität nur selten vorkommenden Körperbau hat, für ihr Aussehen kritisiert. In Anlehnung an die muslimische US-Olympionikin Ibtihaj Muhammad hat der Puppenhersteller Mattel jetzt eine Barbie mit Kopftuch präsentiert.
Alles neu bei dbate.de
dbate.de verändert sich stark. Wir haben die Erfahrungen der über einjährigen Anfangsphase ausgewertet – und richten Formate und Design ab sofort neu aus. Die Seite erinnert künftig weniger an eine Mediathek und mehr an ein Nachrichten-Portal. Grund: Die Frequenz der Angebote ist stark gestiegen, Aktualität und Brisanz der Themen haben enorm zugenommen.
Schlägerei bei AfD-Vortrag an Magdeburger Uni
Eskalation an der Uni in Magdeburg: Eine Veranstaltung der AfD-nahen Hochschulgruppe „Campus-Alternative“ mit dem Namen „Gender an der Uni?!“ ist nach einer Schlägerei beendet worden. Der geplante Vortrag an der Otto-von-Guericke-Universität wurde durch massiven Protest von rund 400 Studenten zunächst lautstark und dann mit Gewalt verhindert. Der anwesende AfD-Landespolitiker André Poggenburg soll sogar mit einem Böller beworfen worden sein. Die Veranstaltung wurde aufgelöst.
Schwerpunkt: Verschwörungstheorien
Flash: Ranking der schönsten Verschwörungstheorien
Skype-Talk: Prof. Butter über Verschwörungstheorien
Roger Willemsen ist tot
– SKYPE-TALK: Minkmar über Willemsen: „Gegenteil von spießig“
– FLASH: Willemsen vs. Böhmermann: „Entscheide Dich!“
– FLASH: Willemsen interviewt Focus-Chef Markwort
– FLASH: eine szenische Lesung aus Willemsens „Das Hohe Haus“
Artikel Bilder des Terrors - Ein Kommentar
Artikel Bilder des Terrors - Ein Kommentar
Ein Kommentar von Stephan Lamby
Darf man als Augenzeuge Videos von einem Terroranschlag machen? Darf man solche Videos veröffentlichen? Der Anschlag von Nizza hat – mal wieder – fundamentale Fragen aufgeworfen: über das Verhältnis von Nachricht und Bild, über die Würde von Opfern, über Sensationslust in Zeiten von Klick-Journalismus.
In der Nacht des 14. Juli 2016 haben innerhalb kürzester Zeit Menschen rund um den Globus von dem Anschlag in Nizza erfahren – nicht aus der Zeitung, oftmals nicht aus dem Fernsehen. Viele Zeitungskollegen hatten längst Redaktionsschluss und auf vielen TV-Kanälen liefen Spielfilme oder Talkshows. Die Menschen erfuhren über Soziale Medien von den Ereignissen – über Facebook, Twitter, YouTube. In den ersten Stunden waren Soziale Medien für viele Menschen tatsächlich die erste – lange Zeit die einzige – Informationsquelle. Und die Sozialen Medien wurden vor allem durch Augenzeugen-Berichte und -Videos aus Nizza gespeist.
Hintergrundinformationen gab es anfangs kaum, eine Einordnung war somit noch nicht möglich. In diesen Stunden war es völlig legitim, die Aufnahmen von Augenzeugen zu verbreiten – solange die Bilder nicht die Würde der Opfer verletzten. Die Würde des Opfers kann etwa dann verletzt werden, wenn ein Opfer als Individuum erkennbar ist.
Augenzeugen-Videos vom Terror in Nizza
Viele Augenzeugen in Nizza nahmen Videos offenkundig nicht in der Absicht auf, ein Opfer bloßzustellen. Viele taten es, um ihre Eindrücke anderen mitzuteilen – vielleicht auch, um auf diese Art ihren Schock, ihr Trauma zu verarbeiten. Der Reflex, seine Eindrücke anderen mitzuteilen, ist nur allzu menschlich – und ebenso legitim wie der Versuch, ein schreckliches Ereignis künstlerisch zu verarbeiten. Noch in der Nacht veröffentlichte jemand über Twitter ein Aquarell der Promenade von Nizza – in den französischen Nationalfarben, das Rot wie eine große Blutlache dargestellt. Auch die Herstellung dieses Bildes ist eine legitime Form der Verarbeitung. Aber eben nicht die einzig legitime.
Darf man Augenzeugen-Videos als Online-Medium verbreiten? Ja, wenn ihre Echtheit feststeht. Ja, wenn sie einen Nachrichtenwert haben. Und ja, wenn man – nach Recherche und Analyse – diese Videos einordnet. Nachrichten müssen – auch mit Bildern – schnell verbreitet werden. Recherche und Analyse brauchen dagegen Zeit.
(Bild via Le Monde)
Veröffentlicht am: 15.07.2016 in Artikel
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Zum Tode von Bud Spencer: Wie alles begann…
Bud Spencer ist Kult! Er war Westernheld, Olympia-Schwimmer, Sänger und Erfinder. Nun ist der Schauspieler im Alter von 86 Jahren gestorben.
Autofahrer aufgepasst! Dieser heftige TV-Spot aus Südafrika geht viral
Aus unserem Leben ist das Smartphone heute nicht mehr wegzudenken. Unterwegs Nachrichten zu empfangen und zu schreiben gehört zu unserem Alltag. Welcher Gefahr wir uns jedoch damit aussetzen, führt die Regierung der Provinz Western Cape in Südafrika mit diesem TV-Spot erschreckend vor Augen.
Roland Tichy (BamS): „Grexit ist am besten für Griechenland“
Seit Monaten verhandeln die Regierungschefs der Euro-Gruppe über die Schuldenkrise Griechenlands. Jetzt ist es soweit: die griechische Regierung ist zahlungsunfähig. In Last-Minute-Gesprächen soll noch über einen Ausweg verhandelt werden.
Hamlet in Kuba – Eine Suche nach Kubas Zukunft
Fidel Castro und Sozialismus: Die Insel Kuba wird nahezu zum Mythos erhoben. Aber was denken die Bewohner dieses Landes? Wie erleben sie die Annäherung der USA – was gibt es für Hoffnungen oder Ängste? Dieser Dokumentarfilm von Claudia Knupfer und Hubl Greiner erzählt anhand des Theaterstücks Hamlet in der Version des kubanischen Autors Rogelio Arizondo Gómez die Suche nach der Zukunft Kubas.
Ironman, Hulk und Co. gegen Trump
Geballte Super-Power – für die US-Wahl am 8. November und gegen Trump. Regisseur Joss Whedon von „Marvel‘s The Avengers“ hat seine Schützlinge dieses Mal nicht gegen intergalaktische Bösewichte, sondern gegen eine ganz reale Gefahr vor die Kamera geholt…
10 Jahre nach Hurricane Katrina
Als Hurricane Katrina 2005 New Orleans traf, sah Fotograf Frank Relle sein laufendes Fotoprojekt über kulturelle Persönlichkeiten seiner Stadt am Ende. Doch es kam anders. Tatsächlich sollte sein größtes Projekt erst richtig beginnen. Seine Fotoreihe „Nightscapes“ erzählt die Geschichte der US-amerikanischen Stadt und seiner Menschen durch die Abbildung von Häusern vor und nach der Katastrophe. Zudem zeigen seine Bilder eindrucksvoll die Veränderungen des Stadtbildes.
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Schwerpunkt: „Rechtsruck in Europa“
– DOKU: „Rechts, zwo, drei – driftet Europa ab?“
– INTERVIEW: Ralf Stegner (SPD) über die AfD
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– INTERVIEW: Uwe Junge (AfD) über Flüchtlinge
Glyphosat-Alleingang: So reagieren Politik und das Netz
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat der EU-Zulassung des stark umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat zugestimmt. Ganz ohne Absprache mit der Kanzlerin oder der noch mitregierenden SPD. Das sorgte bei den anderen Parteien, aber auch bei den Bürgern für Ärger.
Schwerpunkt: Nordkorea – Blick in ein abgeschottetes Land
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– Skype-Talk: „Alles Farce in Nordkorea“
– Flash: Kim Jong Un – Der Mann, der alles kann…
G20-Gipfel: Auch diese schönen Dinge sind in Hamburg passiert
Auch diese Bilder gehören zum G20-Gipfel in Hamburg: Am Samstag konnte man gegen Ende der Demonstration „Grenzenlose Solidarität gegen G20“ auf dem Millerntorplatz berührende Szenen zwischen Demonstranten und Polizisten beobachten.
Schwerpunkt: Gewalt in Mexiko
– VIDEOTAGEBUCH: Mein Mexiko
– SKYPE-TALK: “Kandidaten wurden umgebracht”
– FLASH: Mexikanischer Gangsta-Rap
– FLASH: Dia de los Muertos – Ehre den Toten
Schwerpunkt: Türkei unter Erdoğan
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– SKYPE-TALK: „Erdoğan gibt vielen Türken Stolz“
– FLASH: Erdoğans illegaler Prunk-Palast
– FLASH: Demonstranten stürmen Taksim-Platz
– FLASH: Protestaktion für getöteten Berkin Elvan
Artikel Millionen Fliegen können irren - Scheiße schmeckt scheiße
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Ein Kommentar zum Brexit von Stephan Lamby
So ist eben Demokratie – das Volk hat die Macht. Auch die Macht, sich für einen falschen Weg zu entscheiden. Sogar die Macht, einen Politiker zu wählen, der das Volk später als Diktator vergewaltigt (wie die Deutschen 1933). So haben die Briten jetzt mehrheitlich entschieden, die Europäische Union zu verlassen, das größte europäische Friedens-Projekt nach dem Zweiten Weltkrieg. Warum? Weil zu viele Briten offenkundig engstirnig sind, weil der gedankliche Horizont zu vieler an den Küsten ihrer Insel jäh abreißt. Weil sie mehrheitlich glauben, dass auf dem Kontinent Gefahr für sie lauert, dass fremde Kulturen nicht Bereicherung sondern Bedrohung bedeuten. Völlig verdenken kann man es den Älteren nicht. Schickte doch vor sieben Jahrzehnten Hitler V1 und V2-Raketen Richtung England, versuchten die Deutschen damals die Herrschaft über Europa, also auch England, an sich zu reißen. Wieso kann der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson die EU ernsthaft immer noch mit Hitler vergleichen? Weil er genau weiß, auf welchen Knopf er bei seinen Landsleuten damit drückt.
Aber ist seit 1945 nichts passiert? Ist die Europäische Union, wie sie einst Francois Mitterrand, Helmut Kohl und Margaret Thatcher verabredeten, nicht gerade der Bund fürs Leben, der neue Kriege ausschließt?
Brexit-Briten geben europäischen Populisten Aufwind
Und jetzt? Jetzt geben die Brexit-Briten den anderen Populisten in Europa Aufwind, einen EU-Austritt von ihren eigenen verunsicherten Nationen zu betreiben. Der Brexit kann der erste Stein einer höchst labilen Dominokette sein. Die nächsten Steine wackeln bereits: Ungarn, Polen, Italien, sogar Frankreich. Und auch in Deutschland gibt es nicht nur Anhänger der EU. Ist das das Europa, dass die Brexit-Briten wollen: Eigensinnige Nationen, die in einem aggressiven Wettbewerb um wirtschaftliche und politische Dominanz miteinander konkurrieren? Ein Europa, in dem Deutschland früher oder später wieder eine unkontrollierbare Hegemonialmacht wird?
Das kann nicht Euer Ernst sein, liebe Briten. Eher früher als später werdet Ihr feststellen: Millionen Fliegen können irren – Scheiße schmeckt scheiße.
Zum Brexit zeigt dbate außerdem:
- „Ich liebe Europa, nicht die EU“ – UKIP-Chef Nigel Farage
- „Das wird ein einziges Chaos“ – Journalistin Dittert zum „Brexit“
- Geraint Anderson (Ex-Banker, Cityboy) : „Brexit wäre ein Desaster“
- „Wir brauchen die EU“ – Tony Blair über einen Brexit
- Brexit-Umfrage: Würden Ihnen die Briten fehlen?
- „Margaret Thatcher hat sich sehr über mich geärgert“ – Helmut Kohl über EU, Briten und Türken
- Brexit: Wenn die EU-Flagge einfach nicht brennen will…
Veröffentlicht am: 24.06.2016 in Artikel
Zufällige Auswahl
Mein Festival 5/5 – …und natürlich Sex!
Ob Elektro, Indie-Pop oder Heavy Metal: die Festival-Saison hat begonnen. Hunderttausende tanzen sich zu den Bässen der Musik in den Rausch – trotz vermüllter Campingplätze, verschlammter Zelte und stinkender Dixi-Klos. In „Mein Festival“ berichten leidenschaftliche Festivalgänger von der Party ihres Lebens. Teil 5: und natürlich Sex!
“F*ck the Police” – Proteste nach tödlicher Polizeigewalt
Schon wieder zwei erschossene Schwarze: In Baton Rouge (US-Bundesstaat Louisiana), wo der 37-jährige Alton Sterling von einem Polizisten erschossen wurde, haben zahlreiche Menschen erneut lautstark gegen Polizeigewalt protestiert.
Dittsches Machtwort zu NOlympia
Für all diejenigen, die noch enttäuscht sind von der Abstimmung gegen Olympia, sorgt die Weisheit von Olli „Dittsche“ Dietrich vielleicht für Trost: Olympia ist eh bloß Monopoly.
Beatrix von Storch (AfD): „Merkel lässt Menschen erschießen“
„Das war ein Fehler“ – Beatrix von Storch bereut ihre umstrittene Aussage zum Schießbefehl an deutschen Grenzen. Doch jetzt provoziert die AfD-Politikerin erneut: An EU-Außengrenzen würden schon längst Flüchtlinge erschossen. Verantwortlich sei dafür Angela Merkel höchstpersönlich. Ein dbate-Interview über kalkulierte Eskalation, die Bundestagswahl und die Ehe für alle.
CSU will ARD und ZDF zusammenlegen: Gute Idee?
„Wir sind der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden könnte“, verkündete Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vor Kurzem. Nun hat die CSU auf ihrem Parteitag die Zusammenlegung von ARD und ZDF in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. Wie sinnvoll ist Vorstoß? dbate hat mit Intendanten und Top-Journalisten von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gesprochen.
„Trump hat nicht Unrecht“ – NATO-Expertin Claudia Major
Ausgerechnet die USA, das stärkste Mitglied der NATO, zweifelt in Form ihres Präsidenten Donald Trump öffentlich an dem transatlantischen Verteidigungsbündnis. Ist die NATO also in Gefahr? Interview mit Claudia Major von der Stiftung Wissenschaft und Politik über strategische Neuausrichtungen des Bündnisses, die Bedeutung für Europa und was Trumps „America First“ für das Sicherheitsbündnis bedeuten könnte.
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Helmut Kohl – im Halbdunkel
Im Jahr 2003 stellte sich Helmut Kohl einem ungewöhnlichen Gespräch. Es dauerte vier Tage. Und wurde Kohls letztes großes TV-Interview.
VIDEOTAGEBUCH-REIHE: „Das große (Arbeits)Los“
– Thomas – vom Unternehmensberater zum Flötenspieler 1/5
– Yolanda – Spanischlehrerin in Berlin 2/5
– Dimitrios – Traum vom Showbusiness 3/5
– Dominik – zwischen Call-Center und Gedichten 4/5
– Teepeeland – die Aussteiger-Kommune 5/5
NRW-Wahl: Netz-Reaktionen zum Ende von Rot-Grün
Überraschender Ausgang der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen: Die CDU hat die SPD auf den letzten Metern noch überholt. Wie reagieren die Parteien auf die Niederlage von Rot-Grün im Netz? dbate hat sich umgeschaut.
Rassismus bei Victoria´s Secret: „Ich bin so wütend!“
Die US-Amerikanerin Kimberly Houzah wollte in einem Victroia’s Secret Laden im US-Bundesstaat Alabama einkaufen, als sie Zeugin eines Diebstahls wird – begangen von einer Afroamerikanerin. Obwohl Houzah selbst mit dem Diebstahl nichts zu tun hat, geschieht anschließend Unglaubliches: sie soll den Laden zusammen mit einer weiteren unbeteiligten Kundin verlassen. Warum? Weil die beiden ebenfalls Afroamerikanerinnen sind. Das ganze Ereignis hat Houzah live auf Facebook gestream
Flüchtlingsboot überrascht Touristen am Strand
Am Strand von Zahara de los Atunes (Spanien) sonnen sich Touristen, als am Mittwochnachmittag plötzlich ein Flüchtlingsboot mit Dutzenden Männern aus Afrika anlandet. Eine Augenzeugin hat die Situation gefilmt.
Video-Tweet: Trump verprügelt CNN
Donald Trump sorgt mit seinem Prügel-Video gegen CNN ‚mal wieder für Schlagzeilen. Der US-Präsident gab sich auf Twitter alles andere als staatsmännisch und veröffentlichte ein altes Video von einem Wrestlingkampf. Statt wie damals auf seinen Gegner einzuschlagen, prügelt er in dem Twitter-Video mehrfach auf ein eingeblendetes CNN-Logo ein.
Artikel Schlammschlacht in Österreich – Sternstunde der TV-Demokratie
Artikel Schlammschlacht in Österreich – Sternstunde der TV-Demokratie
Ein Kommentar von Stephan Lamby
Die Kommentatoren im In- und Ausland waren sofort einer Meinung: „Desaster“, „abgründig“, „würdeloser Hahnenkampf“. Das, was da die beiden Politiker am Pfingstsonntag aufgeführt haben, war beschämend. Für sie, für ihre Parteien, für das Amt des Bundespräsidenten, für Österreich. Stimmt alles. Der Grüne Alexander Van der Bellen und der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer wollen ja beide am 22. Mai Bundespräsident von Österreich werden. In einer Vorwahl vor einigen Wochen sind sie als Sieger hervorgegangen. Jetzt geht´s in die Stichwahl. Gut also, dass sich die Österreicher noch einmal einen Eindruck verschaffen können. So weit, so üblich.
Nicht aber, was dem österreichischen Privatsender ATV einfiel: Der Sender verzichtete auf eine Moderation, auf jegliche Regel für das Gespräch. Zwei Männer, ein Tisch, 45 Minuten – auf in den Kampf. Was die Zuschauer erlebten, hätte kein investigatives Politmagazin in dieser Schärfe ans Tageslicht zerren können, kein Leitartikler hätte beide Kandidaten schonungsloser demaskieren können. Das besorgten die beiden Kandidaten diesmal selbst: „Lüge“, „oberlehrerhaft“, „untergriffig“, „Kandidat der Schickeria“, „Schweinerei“ – Van der Bellen und Hofer demontierten sich so gnadenlos, dass die Zuschauer einen unverstellten Einblick erhielten – in die Seele der beiden Männer. Ja, es war beschämend, beide Kandidaten haben verloren, sie gehen schwer beschädigt aus diesem Duell.
Aber das Format – und somit die Vermittlung von Politik im Fernsehen – hat gewonnen. Ein/e Moderator/in hätte bei den übelsten Beleidigungen schnell eingegriffen, die Wogen geglättet, für eine sanftere Gesprächsatmosphäre gesorgt – und somit den einzigartig authentischen Eindruck verwischt. Hilfesuchend schaute sich der 72jährige Van der Bellen immer mal wieder im Studio um. Doch da war niemand, der ihn aus der Verlegenheit retten konnte, kein Moderator, kein Kameramann, kein Pressesprecher. Zwei politische Gegner, allein mit sich in einem Studio – diese radikale Form des TV-Gesprächs ist ein Gewinn für die Zuschauer, die Bürger. Jetzt wissen sie genau, wen sie zum Bundespräsidenten wählen werden. Ausreden gelten nicht mehr.
Und auf Österreich kommt ein neues Schamgefühl zu. Am Wahltag.
Veröffentlicht am: 17.05.2016 in Artikel
Zufällige Auswahl
„Keiner wird sich trauen den Brexit zu vollziehen“, ARD-Journalistin Annette Dittert
Vielleicht doch bleiben? Die Briten haben für den Brexit gestimmt, aber noch gehört Großbritannien zu Europa. ARD-Journalistin Annette Dittert berichtet von dem Chaos nach dem Brexit-Referendum.
Fotograf André Melchior über experimentelle Fotografie
Dank Instagram und Co. sind Fotos zu einem bedeutenden Bestandteil unseres Lebens geworden. Jeder meint sich und seine Umwelt knipsen zu müssen und sich so seiner Social-Community mitzuteilen. Der Schweizer André Melchior wurde 1926 geboren und stammt aus einer Zeit lange vor der Digitalfotografie. Vor 80 Jahren, als es noch keine Hipster-Fotofilter gab, hat Melchior das Fotografie-Handwerk von seinem Mentor Hans Peter Klauser gelernt. Danach arbeitete er als Reportagefotograf für große Zeitungen wie „Die Woche“ oder die „Neue Zürcher Zeitung“ oder als Werbe-, Architektur- und Industriefotograf. Seit knapp zwanzig Jahren hat sich Melchior nun der abstrakten, experimentellen Fotografie verschrieben.
probono-Magazin: Sicherheit durch Krieg?
Führen mehr Kriege wirklich zu mehr Sicherheit? Diese Woche dreht sich im probono-Magazin alles um die Münchner Sicherheitskonferenz, ihre Teilnehmer und ihre Sponsoren aus der Öl- und Rüstungsindustrie. Ja, richtig gelesen. Die Sicherheitskonferenz, die für mehr Frieden – nicht für mehr Krieg – sorgen soll, wird von mehreren Rüstungsunternehmen unterstützt. Mehr dazu im probono-Magazin Folge 83.
Mein Aufstand – die Proteste in Athen
Studium abgeschlossen und seit Monaten auf Jobsuche. Dieses Schicksal teilt die junge Athenerin Omela Busho mit vielen anderen Griechen. Immer wieder treibt es sie auf die Straße. Im Videotagebuch „Mein Aufstand“ schildert sie ihre Erlebnisse und zeichnet ein ernüchterndes Bild der Lage in Griechenland.
Metro Brüssel: Augenzeugenvideo zeigt Szenen nach Explosion
In der Brüsseler U-Bahn und am Brüsseler Flughafen soll es zu mehreren Explosionen gekommen sein. Dieses Augenzeugenvideo zeigt offenbar Szenen direkt nach der Explosion in der U-Bahn. Dabei sollen mehrere Personen getötet und zahlreiche Personen verletzt worden sein.
„Worldwide Berlin“ – El Salvador 3/4
Diese Episode: Die Polizeistation von Berlin.
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Antisemitismus in Deutschland: Video zeigt Angriff in Berlin
Adam und sein Freund tragen eine jüdische Kippa – sie wollen zeigen wie sicher es für Juden ist, sich in Berlin zu bewegen. Kurz nachdem sie ihre Wohnung im Prenzlauer Berg verlassen, entsteht dieses Video: Es zeigt, wie sie beschimpft und mit einem Gürtel ausgepeitscht werden. Die Debatte über Antisemitismus in Deutschland entfacht erneut.
Schlammschlacht in Österreich – Sternstunde der TV-Demokratie
Die Kommentatoren im In- und Ausland waren sofort einer Meinung: „Desaster“, „abgründig“, „würdeloser Hahnenkampf“. Das, was da die beiden Politiker am Pfingstsonntag aufgeführt haben, war beschämend. Für sie, für ihre Parteien, für das Amt des Bundespräsidenten, für Österreich. Stimmt alles. Der Grüne Alexander Van der Bellen und der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer wollen ja beide am 22. Mai Bundespräsident von Österreich werden. In einer Vorwahl vor einigen Wochen sind sie als Sieger hervorgegangen. Jetzt geht´s in die Stichwahl. Gut also, dass sich die Österreicher noch einmal einen Eindruck verschaffen können. So weit, so üblich.
AfD: Einzug in den Bundestag, aber ohne Petry
Schon länger sind sich die Spitzenpolitiker der AfD politisch uneins. Und bereits einen Tag nach dem Einzug in den Bundestag kommt es erneut zu Reibereien zwischen der Bundesvorsitzenden Frauke Petry und den Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel. Petry will nicht als Teil der AfD-Fraktion sondern als Einzelperson dem Bundestag beisitzen.
Millionen Fliegen können irren – Scheiße schmeckt scheiße
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Terror in Manhattan: Reaktionen aus dem Netz
Der jüngste Terror-Anschlag in New York sorgt für weltweites Entsetzen. Im Netz reagieren etliche Politiker und sprechen ihr Mitgefühl für die Opfer der Attacke, bei der acht Personen getötet wurden, aus. Wir haben einige Netz-Reaktionen gesammelt.
„Glückwunsch, Frau Merkel!“ – dbate-User über Martin Schulz
Wir haben dbate-User auf Facebook zur SPD-Kanzlerkandidatur von Martin Schulz gefragt: Von großer Zustimmung bis zu reichlich Häme – hier eine Auswahl von (leicht gekürzten) Kommentaren.
Artikel ESC - gute Idee, schlechte Musik
Artikel ESC - gute Idee, schlechte Musik
Ein Kommentar von Stephan Lamby
Allein der Klang: „douze points“. Das klingt weich und verheißungsvoll. Nicht so hart und gebraucht wie „zwölf Punkte“. Diese „douze points“ also, der Kontakt mit einer fremden Sprache, einer anderen Kultur, macht die Veranstaltung zu einer Grenzüberschreitung. Und lässt aus dem politisch so neurotischen Europa für einen Abend die Luft raus. Die Harmlosigkeit des ESC ist der nette Gegenentwurf zum Griechenlandkrise-Türkeibashing-Krimkrieg-Brexit-Europa. Ein Abend lang Frieden in europäischen Wohnzimmern. Prima Sache.
Wäre da nicht die Musik, um die es ja eigentlich geht. Wer, wie ich, dem ESC seit Jahren immer wieder eine Chance gibt, in der Hoffnung auf einen ungewohnten Sound, ein überraschendes Lied, der muss feststellen: Die allermeisten Auftritte sind Schrott. Aber halt! Das darf man so nicht so sagen. Es sind ja alles junge Künstler, die Respekt verdienen. Also gut, kein Schrott. Sagen wir es vornehmer, verschwurbelter: Die musikalische Vision des Euro-Vision Song Contest ist provinziell. Mittelmaß. Bestenfalls.
Stampfende Osteuropäer, die mit viel Pyro und Trockeneis so etwas wie Stimmung vortäuschen. Blasse Mädchen, die von alternden Musikproduzenten in ein melodische Korsett gezwungen werden. Ein halbes Dutzend Sänger, die genauso klingen wollen wie der Vorjahressieger. Schema F, Jahr für Jahr. Eine Sauce, nach den stets gleichen Rezepten zusammengerührt von Plattenfirmen und TV-Managern. Eine aufwendige Inszenierung europäischer Ödnis.
Wo steht eigentlich geschrieben, dass beim ESC nicht auch Punkmusiker auftreten dürfen? Warum dürfen keine Jazzmusiker improvisieren? Wieso bekommt man keinen Hip-Hop zu hören, keinen Chanson, kein House, keine schreiende Gitarren- oder Saxophon-Soli? Weil es um diese verdammten „douze points geht, ums Gewinnen – und eben nicht um Musik. Gewinnen ist keine Kategorie in der Musik. So bleibt Jahr für Jahr als Pop getarnte Sicherheitsmusik übrig, ein paneuropäischer Brei. Nach Verzehr schnell verdaut – und vergessen.
Und: Seit wann ist eigentlich Humor verboten beim ESC? Wer hat den Wettbewerb zur Ironie-freien Zone begradigt? Guildo Horns „Guildo hat Euch lieb“ und Stephan Raabs „wadde hadde dudde da“ ragen heraus aus der Geschichte des ESC. Weil sie sich selbst nicht ernst nahmen. Ein Spiel, also Pop, nicht mehr. Solche Betriebsunfälle haben die nationalen Jurys längst aus dem Wettbewerb verdammt. Die bärtige Diva Conchita Wurst hat sich noch einmal über alle Ironieverbote hinweg gesetzt – und so die steife Mittelmäßigkeit aller anderen Sänger aufgezeigt. „Eurovision“ – ein großer, ein toller Anspruch. Aber welche Vision Europas vermittelt der ESC? Ein swingendes, cooles Europa sicher nicht. Daher: Hoffentlich erhält Jamie-Lee keine „douze points“. Von niemandem, nicht einmal von unseren Nachbarn Schweiz und Österreich. Stefan Raab – komm´ zurück! Rette Europa!
Veröffentlicht am: 10.05.2016 in Artikel
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Alexander Kluge und Helge Schneider zum G7-Gipfel
Was wird in Schloss Elmau passieren? Welche Rolle spielen die legendäre Sherpas? Kluge und Schneider blicken voraus – und zurück.
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Fünf Jahrzehnte ist es her, dass die Crew von Captain Kirk mit ihrem Raumschiff Enterprise zum ersten Mal über unsere Bildschirme waberte. Am 8. September 1966 um 20:30 Uhr lief die aller erste Folge von „Star Trek“ in den USA an. In dieser trifft die Crew auf einen Formenwandler, den letzten Überlebenden seiner Art. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die man sich nicht hätte erträumen können. Denn Erfinder Gene Roddenberry hatte zu Beginn große Probleme die Serie bei einem Studio unterzubringen.
Transgender Online – Mein neues Geschlecht 2/4
Mann oder Frau – was bin ich? Menschen, die im „falschen“ Körper geboren, stellen sich diese Frage jeden Tag aufs Neue. Sie sind Transgender! In dem Videotagebuch „Transgender Online“ berichten fünf Transgender aus Deutschland und der Welt von ihrem Weg ins neue Geschlecht. Teil 2 von 4: Geschlechtsangleichung.
„Fight for your digital rights“ – Markus Beckedahl (netzpolitik.org)
Welche Rechte haben wir eigentlich im Internet? Und warum bitte soll Vorratsdatenspeicherung so eine große Gefahr sein? Wir zeigen Euch nochmal den spannenden Beitrag von Markus Beckedahl, Chefredakteur von netzpolitik.org, auf der re:publica 2016 in Berlin.
Dia de los Muertos – Ehre den Toten
Jedes Jahr wird in Mexiko vom 31. Oktober bis zum 2. November der sogenannte „Dia de los Muertos“ (Tag der Toten) gefeiert. Bei diesem farbenprächtigen Volksfest wird traditionell der Toten gedacht.
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Kurzer Prozess: Eine Frage und ihr Shitstorm
Nach einem Amoklauf in einem Zug bei Würzburg hinterfragt Renate Künast auf Twitter den finalen Rettungsschuss – und erntet einen Shitstorm. Zu Unrecht. Wonach man nicht fragen soll, darüber darf man erst recht nicht schweigen. Ein Kommentar von Denise Jacobs
Schlafe gut, Maradona!
Eine kleine Erinnerung an den großen Fußballer Diego Maradona von Stephan Lamby
Schwerpunkt: Shitstorms – Hetzjagd im Internet
– VIDEOTAGEBUCH: Mein Shitstorm
– SKYPE-TALK: Mit Nackfotos gegen „Rache-Pornos“
– FLASH: Auch schon mal im Netz „gehated“?
SPD-Chef Gabriel zeigt rechten Pöblern den Stinkefinger
Da ist ihm wohl der Kragen geplatzt. Bei einem Besuch in Salzgitter haben rechte Pöbler SPD-Chef Sigmar Gabriel als „Volksverräter“ beschimpft. Außerdem warfen die sie ihm vor, „sein Land zu zerstören“. Kurz darauf hebt Gabriel, der sich von den Störern zunächst nicht aus der Ruhe bringen ließ, den Mittelfinger und dreht sich anschließend weg.
Schwerpunkt: „Körperkult im Netz“
– DIGITAL DIARY: Mein Körper und ich
– FLASH: Geht unter die Haut – lebendige Tattoos
Live aus Russland: Pressekonferenz der Deutschen Nationalmannschaft
Startschuss für die Fußball-WM in Russland. Fast täglich gibt die Deutsche Nationalmannschaft Einblicke und Einschätzungen zu den Spielen und dem Training bei der WM 2018. Der DFB überträgt diese live aus Russland.
Artikel AfD, Trump – und wir | Etablierte Medien verlieren Deutungshoheit
Artikel AfD, Trump – und wir | Etablierte Medien verlieren Deutungshoheit
Etablierte Medien verlieren ihre Deutungshoheit
von Stephan Lamby
Es hat ja nun wirklich nicht an kritischen Berichten zur AfD gefehlt. SPIEGEL, STERN, ZEIT, SZ, FAZ, ARD, ZDF, die großen Online-Medien – sie alle haben sich redlich Mühe gegeben, vor den neuen Rechten zu warnen. Das Ergebnis: 1.349.620 Deutsche haben im März die AfD gewählt.
Im Jahr davor: Monatelang trommelten die großen Hamburger Tageszeitungen für die Olympia-Bewerbung ihrer Stadt. Abendblatt, BILD, Mopo forderten ihre Leser wenig dezent auf: Stimmt für Olympia! Auch NDR, SPIEGEL, ZEIT gehörten zu den Olympia-Sympathisanten. Das Ergebnis: Die Hamburger stimmten gegen Olympia.
Ein anderes Land: Man kann den amerikanischen Journalisten nicht vorwerfen, sie hätten unkritisch über Donald Trump berichtet. New York Times, Washington Post, USA Today, CNN – nahezu alle großen Medien (bis auf FOXnews) demaskieren Donald Trump als Clown, als peinlich-gefährlichen Demagogen. Donald Trump selbst hat aktuell ca. 7,9 Millionen Twitter-Follower. Das Ergebnis: Er marschiert durch die Vorwahlen der Republikaner und hat Chancen, nächster Präsident der USA zu werden.
Was ist los mit den etablierten Medien? Oder besser: Was ist los mit ihren Lesern, Zuschauern, Hörern; was ist los mit uns?
Neulich hatte ich Gelegenheit, mit ein paar anderen Journalisten, das Hauptquartier von Google im Silicon Valley zu besuchen. Da wurde uns ein Google-Mitarbeiter präsentiert, der so gar nicht ins Klischee des hippen, jungen Hoodie-Programmierers passte. Richard Gingras ist über 60, grauhaarig und seit einer Ewigkeit dabei. Erst bei Apple, dann bei Google. Dieser Nestor der Hitec-Revolution sorgt sich nun um das Erbe seiner Revolution. Anfangs wäre der Traum von der Demokratisierung von Technik und Medien in Erfüllung gegangen. Jeder Bürger hätte inzwischen einen Computer in der Hosentasche, jeder könne seine Meinung in sozialen Netzwerken veröffentlichen. Super! Aber irgendwann, so Gingras, kippte das Ganze. Zeitungen werden in den USA kaum noch gelesen, den TV-Nachrichten immer weniger geglaubt. Stattdessen bewegen sich viele Amerikaner in den Glocken ihrer digitalen Communities. Hier werden Stimmungen, Gerüchte, Fehlinformationen nicht von professionellen Journalisten hinterfragt, sondern x-fach von der Community selbst verstärkt. Das Ergebnis: Eine Verschwörungstheorie wie „Barack Obama ließ seine Geburtsurkunde fälschen“ kursiert in sozialen Medien seit Jahren als Fakt. Desinformation, getrieben von offenem Rassismus. Als Richard Gingras, der greise Google-Mitarbeiter, auf diese Entwicklung hinwies, hatte er einen erschreckend ratlosen Gesichtsausdruck.
Und nun?
Lasst uns das Potential, das in sozialen Medien steckt, verteidigen – den chaotischen Marktplatz der Meinungen. Wer sich um den Verlust seiner Deutungshoheit sorgt, muss sich eben auch auf diesen Marktplatz begeben. Die Wahlergebnisse der AfD und der Durchmarsch von Donald Trump durch die US-Vorwahlen machen deutlich: Jeder ist auf dem Marktplatz willkommen, der eine fundierte Meinung hat. Jeder ist willkommen, der bereit ist, sein eigenes Vorurteil zu korrigieren. Und besonders willkommen sind die, die den Willen – und die Mittel – zur Recherche haben.
Schreihälse gibt es genug.
Veröffentlicht am: 04.05.2016 in Artikel
Zufällige Auswahl
Nervöse Republik – ein Jahr Deutschland (Trailer zur Doku)
Brexit, Trump, AfD, „Volksverräter“-Rufe, Fake-News, Hacker – die politische Klasse in Deutschland steht mächtig unter Druck. Auch Journalisten erleben einen Umbruch. Politische Debatten werden zunehmend in sozialen Medien geführt – mal belebend, oft verletzend. Gerüchte und Verschwörungstheorien kommen ungebremst im Umlauf. Deutschland im Zustand der Dauererregung. dbate zeigt den Trailer zum Film „Nervöse Republik – ein Jahr Deutschland“.
„I can’t breathe!“
Der Tod von Eric Garner führt zu neuen Protesten in den USA. Hier das Video des tödlichen Würgegriffs durch die Polizei.
Musiklegende Prince ist tot
Letzte Woche war Prince offenbar mit einer schweren Grippe ins Krankenhaus eingeliefert worden. Zum Tod des Sängers und Multiinstrumentalisten zeigt dbate eine Live-Version seines Klassikers „Purple Rain“.
Wie tickt Jakob Augstein?
Jakob Augstein hat viele Rollen – aber am liebsten: Verleger. Er übt mehrere Funktionen aus: Testamentsvollstrecker, Verleger, Kolumnist. Er arbeitete als Reporter für die Berliner Zeitung, später für die Süddeutsche […]
Mein Festival 5/5 – …und natürlich Sex!
Ob Elektro, Indie-Pop oder Heavy Metal: die Festival-Saison hat begonnen. Hunderttausende tanzen sich zu den Bässen der Musik in den Rausch – trotz vermüllter Campingplätze, verschlammter Zelte und stinkender Dixi-Klos. In „Mein Festival“ berichten leidenschaftliche Festivalgänger von der Party ihres Lebens. Teil 5: und natürlich Sex!
Jerusalem: LKW rast in Soldatengruppe
In Jerusalem ist ein LKW in eine Menschenmenge gefahren. Die israelische Polizei meldete vier Tote und 17 weitere Verletzte. Bei den Opfern handelt es sich um israelische Soldaten – drei […]
Weitere dbate Artikel
Schwerpunkt: Ukraine-Krise
– Videotagebuch: „Meine Revolution“
– SKype-Talk: „Ukrainische Soldaten haben auf mich geschossen!“
– Skype-Talk: „Die EU hat Russland unterschätzt“
– Skype-Talk: „Im Ukraine-Konflikt geht es um Machterhalt!“
Frankreich: Erster Bus verlässt den „Dschungel von Calais“
Die französische Polizei hat mit der Räumung des Flüchtlingslagers in Calais begonnen. 6000 Menschen kamen in dem inoffiziellen Camp, genannt „Dschungel von Calais“, unter. 3000 von ihnen sollen bereits heute mit Bussen auf den Rest des Landes verteilt werden. Dieses Video zeigt, wie der erste Bus das Camp verlässt.
dbate.de feiert 1. Geburtstag!
FLASH: 1 Jahr dbate.de in 100 Sekunden (Trailer)
Das Arschloch-Jahr: Hau ab, 2016!
Der Tod von George Michael passt ins düstere Bild: 2016 war das Jahr, in dem bedeutende Popstars starben – Bowie, Prince, Cohen und jetzt eben George Michael. „2016 ist ein Arschloch“, so haben wir von dbate bei jedem gestorbenen Sänger geschrieben.
Boliviens Todesstraße| Wie tickt Patricia Riekel? | „Goldener Blogger“-Preis
– VIDEOTAGEBUCH: Boliviens Todesstraße
– INTERVIEW: Wie tickt Patricia Riekel?
– SKYPE-TALK mit „Twitter-Omi“ Renate Bergmann
– SKYPE-TALK: Bärbel Stolz über Schwaben in Berlin
– FLASH: „Wer sind diese Deutschen?
Publikum vertreibt Nazis aus Ballermann-Bar
Ein Zeichen gegen Rechts: Bei ihrem Auftritt am Ballermann forderte die Sängerin Mia Julia zusammen mit ihrem Publikum den Rausschmiss einer Gruppe Neonazis aus der Bar. Die Männer hatten eine Reichskriegsflagge hochgehalten und „Ausländer raus!“ gegrölt. Das Publikum hielt lautstark dagegen.
Artikel Alles neu bei dbate.de
Artikel Alles neu bei dbate.de
Das Leben ist eine Baustelle. Und deshalb verändert sich dbate.de stark. Wir haben die Erfahrungen der Anfangsphase ausgewertet – und richten Formate und Design neu aus. Die Seite erinnert künftig weniger an eine Mediathek und mehr an ein Nachrichten-Portal. Grund: Die Frequenz der Angebote ist stark gestiegen, Aktualität und Brisanz der Themen haben enorm zugenommen. So finden sich heute auf dbate.de etwa Filme zu den Terroropfern von Brüssel, zur AfD und zu Transgender sowie exklusive Interviews mit Gregor Gysi (folgt), Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann, Alexander Kluge. Jörg Kachelmann rechnet mit der scheidenden BUNTE-Chefin Patricia Riekel ab. Und natürlich geht es weiter um die Böhmermann-Krise.
Auch das Netz unserer Kooperationspartner ist stark gewachsen. Zu den Partnern der ersten Monate – NDR, WDR, ZDFinfo und SPIEGEL Online – sind dctp.tv, huffingtonpost.de, stern.de, t-online und welt.de dazu gekommen. Weitere Partner werden in den nächsten Wochen folgen.
Weiterhin sind Videotagebücher, Skype-Interviews sowie Kolumnen und Debattenbeiträge von Usern die Markenzeichen von dbate.de. Es bleibt also bei unserem Motto: Wir lieben es rau.
Veröffentlicht am: 19.04.2016 in Artikel
Zufällige Auswahl
Cum-Ex: Bankster’s Paradise (probono Magazin)
Steuerbetrug in Milliardenhöhe. Doch die Kriminellen sind keine Gangster, sondern Börsenhändler und Banker. Mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften nutzten sie jahrelang ein fragwürdiges Schlupfloch der Finanzbehörden. Das probono Magazin blickt auf Deutschlands größten Steuerskandal.
„Worldwide Berlin“ – El Salvador 3/4
Diese Episode: Die Polizeistation von Berlin.
Comedy auf YouTube – albern im Netz 1/2
Ist das etwa die Zukunft deutschsprachiger Comedy? Irgendwie ja, denn sie haben ein Millionenpublikum. Allerdings nicht im TV, sondern auf YouTube. Hier tummeln sich Tausende Videos von Sketchen, Parodien und Rankings. Ist das jetzt also ernstzunehmende Comedy oder doch nur eine Ansammlung von billigen Flachwitzen? Im Videotagebuch „Comedy auf YouTube“ haben wir vier Netz-Comedians unter die Lupe genommen und gefragt, was Humor im Netz alles darf, wie man mit Trash Cash machen kann und welche Rolle dabei die Community spielt. Teil 1: YouTube, Trash, TV.
Straßenkämpfe in Paris – Augenzeugenvideo
Bürgerkriegs-ähnliche Szenen in Paris: In einem provisorischen Flüchtlingslager kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen. Das Video wurde von einem Anwohner aufgenommen.
Günther Oettinger-Rede: „Plicht-Homoehe“ und „Schlitzaugen“
EU-Kommissar Günter Oettinger sorgt mal wieder für (negative) Schlagzeilen. Wie dieses Handyvideo zeigt, hat Oettinger bei einer Rede in Hamburg unter anderem von der „Pflicht-Homoehe“ im Zusammenhang mit „der deutschen Verantwortung“ gesprochen. dbate zeigt das auf YouTube publizierte 3-Minuten-Video.
Mein Gott – Glaube und Religion in Deutschland 1/3
Gott, Allah, Jahwe, Buddha, Ganesha – er hat viele Namen und Gesichter. Was viele Menschen vereint ist der Glaube an Gott – in welcher Form auch immer. Doch wie glaubt Deutschland wirklich? In der Bundesrepublik soll es mehr Christen als Nicht-Christen geben. So sind knapp zwei Drittel aller Deutschen Christen – auf dem Papier. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft bilden mit rund fünf Prozent die Muslime. Buddhisten, Hindus, Juden und alle anderen Religionen machen in Deutschland gerade mal einen Anteil von knapp einem Prozent aus. Soweit die offiziellen Zahlen. Im Film „Mein Gott – Glaube und Religion in Deutschland“ zeigen fünf Gläubige eindrücklich und nah, wie sie ihren Glauben verstehen, ihre Religion in Deutschland leben und welche Schwierigkeiten sie dabei haben. Sie sprechen offen über die Rolle der Frau, (Homo-)Sexualität oder darüber, was sie nach dem Tod erwartet.
Weitere dbate Artikel
Schlammschlacht in Österreich – Sternstunde der TV-Demokratie
Die Kommentatoren im In- und Ausland waren sofort einer Meinung: „Desaster“, „abgründig“, „würdeloser Hahnenkampf“. Das, was da die beiden Politiker am Pfingstsonntag aufgeführt haben, war beschämend. Für sie, für ihre Parteien, für das Amt des Bundespräsidenten, für Österreich. Stimmt alles. Der Grüne Alexander Van der Bellen und der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer wollen ja beide am 22. Mai Bundespräsident von Österreich werden. In einer Vorwahl vor einigen Wochen sind sie als Sieger hervorgegangen. Jetzt geht´s in die Stichwahl. Gut also, dass sich die Österreicher noch einmal einen Eindruck verschaffen können. So weit, so üblich.
ESC – gute Idee, schlechte Musik
Allein der Klang: „douze points“. Das klingt weich und verheißungsvoll. Nicht so hart und gebraucht wie „zwölf Punkte“. Diese „douze points“ also, der Kontakt mit einer fremden Sprache, einer anderen Kultur, macht die Veranstaltung zu einer Grenzüberschreitung. Und lässt aus dem politisch so neurotischen Europa für einen Abend die Luft raus. Die Harmlosigkeit des ESC ist der nette Gegenentwurf zum Griechenlandkrise-Türkeibashing-Krimkrieg-Brexit-Europa. Ein Abend lang Frieden in europäischen Wohnzimmern. Prima Sache.
Venezuela in der Krise: Mehrere Oppositionelle entführt?
Venezuela: Der Oppositionsführer Leopoldo López sowie der Bürgermeister von Caracas sollen gestern Nacht festgenommen worden sein. Angehörige sprechen von Entführung. López‘ Frau veröffentlichte ein Überwachungsvideo. Auch die Tochter des Bürgermeisters veröffentlichte ein Video der vermeintlichen Entführung.
Real News vs. Fake News: Trump macht jetzt eigene Nachrichten
Was tun gegen „Fake News“? Einfach selbst wahre Nachrichten verbreiten. So dachte sich das zumindest US-Präsident Donald Trump, der sich schon seit Beginn seiner Kandidatur über unfaire Massenmedien beschwert. Jetzt sendet er seine eigene Wahrheit direkt aus dem Trump-Tower.
Streik der Lufthansa-Piloten: Gerechtfertigt oder dreist?
Die Piloten der Lufthansa setzen ihren Streik weiter fort. Auch am Dienstag (29. November) und Mittwoch (30. November) wollen die Piloten der Fluglinie Kurz- und Langstrecken bestreiken. Die Fronten im Machtkampf zwischen der Pilotengewerkschaft Cockpit und der Lufthansa scheinen unverändert – und ein Ende der Streiks ist nicht in Sicht. Sind die Piloten-Streiks gerechtfertigt oder einfach nur dreist?
Die Europawahl aus Sicht des Internets
Bis zum 26. Mai wurde in Europa gewählt. Alle 28 Länder (inklusive des Vereinigten Königreichs, trotz Brexit-Referendums) stimmten ab, um das europäische Parlament für die nächsten 5 Jahre zu bestimmen.
Artikel „So habe ich das Interview mit Jan Böhmermann gefaket“
Artikel „So habe ich das Interview mit Jan Böhmermann gefaket“
„So habe ich das Interview mit Jan Böhmermann gefaket“ – Exklusiv-Interview mit BILD-Herausgeber Kai Diekmann über falsche Interviews und die angebliche Geliebte von Helmut Kohl
Ein strahlender Frühlingstag in Potsdam. Kai Diekmann empfängt uns in seinem Privatanwesen am Jungfernsee. Im weitläufigen Garten hinter der Villa blühen die Tulpen, Vögel zwitschern, der Rasen sprießt. Diekmann sitzt ganz entspannt in einem Gartenstuhl genießt die warmen Sonnenstrahlen. An seiner Seite: Ehefrau Katja, liebevoll lässt sie ihren Kai nie aus den Augen. Sie wird wissen, warum: Noch nie hat Kai Diekmann Journalisten, die nicht bei BILD angestellt sind, so nah an sich heran gelassen. Aber es gibt ja auch viel zu besprechen in diesen unruhigen Tagen.
dbate: Warum haben Sie das Interview mit Jan Böhmermann erfunden? Ging es Ihnen nur um Aufmerksamkeit?
Kai Diekmann (empört): Moment mal, um eines von Anfang an klarzustellen: Wir haben das Interview nicht auf BILD veröffentlicht. Ich habe es ja nur auf meine private Facebook-Seite gestellt.
dbate: Stimmt, aber für die Öffentlichkeit sind Sie der starke Mann von BILD – und eben kein Privatmann.
Kai Diekmann: Auch ich habe ein Recht auf Privatleben. Und auf eine private Meinungsäußerung.
dbate: Das wollen wir Ihnen ja auch gar nicht nehmen. Aber Sie bei BILD freuen sich doch immer, wenn Leserreporter Prominente mit ihren Handykameras „abschießen“. Und jetzt reklamieren Sie ein Recht auf Privatleben…
Kai Diekmann: Nun macht Euch mal locker. Das war ja nur ein Scherz.
Ehefrau Katja erhebt sich, sie gießt etwas Kaffee nach, tätschelt ihrem Kai sanft die Wange.
dbate: Wir wissen bei Ihnen eben nie, ob Sie ernsthaft antworten oder ob die Antwort nur Satire ist. Schließlich haben ja auch viele ernsthafte Zeitungen wie die Süddeutsche ihr falsches Exklusiv-Interview mit Böhmermann thematisiert.
Kai Diekmann: Damit kann ich gut leben. Wir bringen bei BILD so viele verrückte Geschichten. Da finden wir es ganz gut, wenn man nie ganz sicher ist, ob etwas nun ernst gemeint ist – oder eben nicht.
dbate: Das haben Sie ja mit Jan Böhmermann gemeinsam.
Kai Diekmann: Stimmt. Aber ich möchte noch eins klarstellen: Wir haben viel mehr Prozesse am Hals als Böhmermann.
dbate: Standen Sie denn auch schon mal unter Polizeischutz?
Jetzt schaltet sich Ehefrau Katja ein. Sie erinnert ihren Kai daran, dass er den Kindern versprochen habe, ihnen bei den Schulaufgaben zu helfen.
dbate: Eine Frage hätten wir aber noch: Die BUNTE hat vor ein paar Tagen gemeldet, dass Helmut Kohl in den neunziger Jahren eine Geliebte hatte. Warum haben wir diese Geschichte nicht sofort in der BILD gelesen?
Kai Diekmann: Ich weiß genau, worauf Sie hinauswollen: Nur weil Helmut Kohl Trauzeuge bei unserer Hochzeit war (Ehefrau Katja blickt verzückt) und ich Trauzeuge bei seiner zweiten Hochzeit war, heißt das noch lange nicht, dass wir jedes Gerücht über ihn wiedergeben. Das entspricht einfach nicht dem Stil von BILD. Und zu Helmut Kohl: Er bleibt ein großer, starker Europäer – auch wenn er früher einmal schwach geworden sein sollte. Und ich bin ganz sicher: Die BUNTE hat die Geliebte von Helmut Kohl nur erfunden. Die wollte sich in den Böhmermann-Festspielwochen auch mal wieder ins Gespräch bringen.
Redaktionelle Anmerkung: Das Exklusiv-Interview mit Kai Diekmann zu seinem Exklusiv-Interview mit Jan Böhmermann und seinem exklusiven Trauzeugen-Verhältnis zu Helmut Kohl sollte eigentlich am 1. April veröffentlicht werden. Wegen der intensiven Abstimmung mit den Juristen des Springer-Konzerns über die Frage „Was darf Satire?“ hat sich die Veröffentlichung jedoch verzögert.
Veröffentlicht am: 15.04.2016 in Artikel
Zufällige Auswahl
Tsipras: „Europa könnte den Austritt nicht verkraften!“ 2/2
Ende 2012 sprach Alexis Tsipras ausführlich über die Bundeskanzlerin. Ein Interview über die Angst vor Deutschland und vor einer mächtigen Frau.
Wo stehen die USA nach der Ära Obama? Eine Bilanz
„Yes we can! Yes we did!“ Präsident Barack Obamas galt im In- und Ausland als Hoffnungsträger. Er verkörperte das Versprechen nach Wandel und Hoffnung. Nach acht Jahren verabschiedet sich Obama vorerst von der politischen Bühne. Eine Bilanz seiner Innen- und Außenpolitk.
Präsident skrupellos: Rodrigo Duterte
Alles Hurensöhne? Präsident der Philippinen Rodrigo Duterte beschimpft nicht nur US-Präsident Barack Obama oder den Papst, sondern er greift in seinem Land extrem hart durch. So werden zum Beispiel Drogendealer und Drogenabhängige in dem asiatischen Land seit Monaten von Todesschwadronen gejagt und erschossen. Das Team vom probono Magazin hat sich Rodrigo Duterte, seine Äußerungen und seine umstrittene Politik genauer angesehen.
Social Media-Trash der Woche #1: Heidenau und die Flüchtlinge
Unser Format „Social Media-Trash der Woche“ hat den Selbstanspruch, die größten geistigen Ergüsse, die kühnsten sozialwissenschaftlichen Thesen und die kontroverstesten der stets mit Respekt und Anstand geführten Diskussionen, die im Äther der Sozialnetzwerke rumwabern, aufzugreifen und sie wiederum ebenso sachlich zu kommentieren.
Happy Birthday: „Udo“ feiert 70.
35 Alben, mehr als 4,2 Millionen Tonträger und unzählige, unvergessliche Auftritte: Udo Lindenberg ist zweifelsohne einer der erfolgreichsten und bedeutendsten Musiker Deutschlands. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag. Wir verneigen uns mit seinem Hit „Reeperbahn“.
„Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“ – Alltagsrassismus in Australien
Er: „Ich bin hier geboren.“ – Sie: „Das glaube ich Ihnen nicht.“ Mehr muss man eigentlich nicht wissen! Ein junger Australier filmt seine Unterhaltung mit einer offensichtlich rechten Mitbürgerin und bleibt dabei erstaunlich gelassen.
Weitere dbate Artikel
Terror in Cambrils: Polizei erschießt fünf Tatverdächtige
Augenzeugenvideos aus Cambrils (Spanien). Achtung, verstörende Bilder!
Schwerpunkt: Die große Flucht
– VIDEOTAGEBUCH: Wir schaffen das!
– VIDEOTAGEBUCH: Flüchtlinge auf Lesbos
– VIDEOTAGEBUCH: Flüchtlinge in Seenot
– VIDEOTAGEBUCH: Meine Flüchtlingshilfe
– FLASH: Flucht nach Europa – Wohin mit den Flüchtlingen?
– FLASH: Heidenau und die Flüchtlinge
– FLASH: Flüchtlingsheime im Nobelviertel?
– FLASH: Die FLüchtlingskrise in 6 Minuten
– FLASH: Flüchtlingshelfer in den Hamburger Messehallen
– FLASH: Hamburg heißt Flüchtlinge willkommen
Homosexualität und Religion: Wie tolerant sind Juden und Muslime?
Zwei schwule Männer treffen aufeinander: Der eine ist Jude, der andere ehemaliger Muslim. Es entwickelt sich ein Gespräch über Toleranz in der Religion gegenüber Homosexualität, und über Freiheit und Heimat.
So schön war die Mondfinsternis
Bis in die Abendstunden hinein war sie in Europa zu sehen: Die partielle Mondfinsternis. Dieses Video hat das seltene Himmelsereignis ganz besonders beeindruckend festgehalten.
Deutsche Journalistin Mesale Tolu aus türkischer Haft entlassen
Nach über sieben Monaten in türkischer Untersuchungshaft ist die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu unter Auflagen freigelassen worden. In einer ersten Pressekonferenz äußert sie sich zur Solidarität, die sie während der Haft erfuhr. Das Verfahren gegen sie und andere Journalisten geht allerdings weiter.
Trump: Sieg des Populismus – Niederlage des Journalismus
Viele Kollegen werden heute starke Zweifel bekommen haben. Zweifel an den USA, an der Welt – vor allem Zweifel an sich selbst. Kommentar von Stephan Lamby.
Schwerpunkt: "Böhmermanns Schmähgedicht und die Folgen" Schwerpunkt: "Böhmermanns Schmähgedicht und die Folgen"
Schwerpunkt: "Böhmermanns Schmähgedicht und die Folgen" Schwerpunkt: "Böhmermanns Schmähgedicht und die Folgen"
Zum Schwerpunkt „Böhmermanns Schmähgedicht und die Folgen“ zeigt dbate.de:
– FLASH: Erdogan vs. Böhmermann: Alle Türken beleidigt?
– INTERVIEW: „Böhmermann wurde missverstanden!“ – Türkei-Korrespondentin Kristina Karasu
– INTERVIEW: „Türken in den Dreck gezogen!“ – Erdogan-Unterstützer Bülent Bilgi
– FLASH: Böhmermann-Gedicht – Version für Erdoğan und Merkel
– INTERVIEW: „Strafbar, aber politische Glanzleistung“ – Medienanwalt zum Erdogan-Schmähgedicht
– INTERVIEW mit Titantic-Chef Tim Wolff „Steckt Böhmermann in den Knast!“
– FLASH: So reagiert das Netz auf Böhmermanns Schmähgedicht
– FLASH: Kabarett-Manager Axel Hegmann zum Böhmermann-Gedicht
– FLASH: Provokant: Türkischer Reporter beim ZDF in Mainz
– FLASH: Hallervorden: „Erdogan, zeig mich an!“
– INTERVIEW: Christian Ehring (extra 3): „Erdoğan ist schlauer als wir denken“
Veröffentlicht am: 08.04.2016 in Schwerpunkt: "Böhmermanns Schmähgedicht und die Folgen"
Zufällige Auswahl
Probono Magazin: Gefahr an der Grenze
Atomkraft – nein danke? Das Bundesverfassungsgericht hat den Atomausstieg bis 2022 in Deutschland bestätigt. Das Problem: unsere Nachbarn lassen ihre Kraftwerke in den Grenzgebieten weiterlaufen. In Frankreich und Belgien stehen einige der gefährlichsten Atomkraftwerke weltweit. Prophylaktisch werden in Belgien sogar schon kostenlose Jodtabletten verteilt. Da Strahlung keinen Respekt vor Grenzen hat, sollten wir uns damit vielleicht auch eindecken.
„Worldwide Berlin“ – Papua-Neuguinea 4/4
Sie dachten, Sie kennen Berlin. Sie werden sich wundern. Papua-Neuguinea 4/4 (mehr unter www.worldwideberlin.de). Berlin liegt am Meer – in Berlinhafen, Papua-Neuguinea. In Berlin wächst Kaffee – in Berlin, Nicaragua. […]
„Kiss“ – so feiert das Netz Prince
Schon vor dem Tod von Prince wurde sein Hit „Kiss“ vielfach gecovert – in Wohnzimmern, Schlafzimmern, U-Bahnen. Jetzt kommen viele neue Cover-Versionen hinzu. Einige Cover-Versionen werden ein paar hundert Mal geklickt – andere ein paar Millionen Mal. „Kiss“ ist nahezu unkaputtbar. dbate zeigt die besten Cover-Versionen von „Kiss“ – als Mashup.
„Den Tod auf der Schippe – die wahren Tatortreiniger“ (Trailer)
Eric Friedler, mehrfacher Grimme-Preisträger, geht in einer bewegenden Dokumentation auf die fesselnde Suche nach der Realität hinter der Komödie. In „Den Tod auf der Schippe – Die wahren Tatortreiniger“ beschreibt er einfühlsam und filmisch mit großer Sensibilität die körperlichen, aber vor allem die seelischen Anforderungen an Menschen mit diesem ungewöhnlichen Beruf. Im Zentrum: Nicht nur der Berliner Christian Heistermann, das Vorbild für die Serie, sondern Tatortreiniger weltweit. „Schotty“-Darsteller Bjarne Mädel begleitet die Dokumentation im Spannungsfeld zwischen Kriminalität und tiefem persönlichem Leid als Sprecher.
Axt-Angriff in Düsseldorfer HBF
Am Donnerstagabend gab es einen schweren Zwischenfall im Hauptbahnhof von Düsseldorf. Nach Polizeiangaben hat (mindestens) ein Mann mit einer Axt auf Passanten eingeschlagen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Polizei berichtet, sie habe einen Mann festgenommen. Weitere Infos folgen.
„Freuen Sie sich über die neuen Mitbürger?“ – Alexander Kluge
Alexander Kluge hat viele Rollen: Autor, Historiker, Medienunternehmer. Er ist über 80 Jahre alt. Sein Wort hat Gewicht in Deutschland. In losen Abständen unterhalten sich Alexander Kluge und Stephan Lamby via Skype über große Themen der Zeit. Während des Ukraine-Konflikts sprachen sie über Krieg im 21. Jahrhundert. Und jetzt, während der Flüchtlingskrise, sprechen sie über die große Völkerwanderung nach Europa.
Weitere dbate Artikel
Terror in New York: Gesammelte Augenzeugen-Videos
Bei einem Terroranschlag in New York sollen acht Menschen getötet worden sein. Zahlreiche weitere Menschen wurden bei der Attacke in Manhattan, die mit einem Pick-Up verübt wurde, verletzt worden sein. Im Internet kursieren Videos von Augenzeugen. Wir zeigen eine Auswahl.
Israel lädt zur größten Musikparty der Welt ein
Heute findet der Eurovision Song Contest statt. Die Mega-Party steigt dieses Jahr, nach dem Sieg der Israelin Netta im letzten Jahr, in Tel Aviv.
Schwerpunkt: Mein Einsatz für Flüchtlinge
– VIDEOTAGEBUCH: Meine Flüchtlingshilfe
– FLASH: Hamburger für Flüchtlinge
– FLASH: Flüchtlingsheim ins Nobelviertel?
– FLASH: Ehepaar Lohmeyer vs. Neo-Nazis
Schwerpunkt: „Die Beate-Zschäpe-Show“
– FLASH: Beate Zschäpe – eine Chronologie
– SKYPE-TALK: „Zschäpe will Szene retten“
– SKYPE-TALK: Rechtes Auge, blindes Auge!
– SKYPE-TALK: „Antilopen Gang“ über Beate Zschäpe
– SKYPE-TALK mit NSU-Experte Dirk Laabs
Schwerpunkt: Wer fährt zum ESC?
– SKYPE-TALK: ESC 2015-Teilnehmerin Ann Sophie
– SKYPE-TALK: dbate.de fordert – Alex Diehl zum ESC
– SKYPE-TALK: ESC-Experte über Xavier Naidoo
– FLASH: Xavier Naidoo – der „richtige“ für #ESC16?
#Barcelona: So reagiert das Netz auf den Terror
13 Tote und über 100 Verletzte: Das ist die traurige Bilanz nach dem jüngsten IS-Terroranschlag in Barcelona. Ein Transporter war auf der Flaniermeile Las Ramblas mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge gerast. Von Martin Schulz über Frauke Petry bis zu Donald Trump – wir haben die Twitter-Reaktionen für Euch zusammengestellt.