Interview „Türken in den Dreck gezogen!“ – Erdogan-Unterstützer Bilgi

Interview „Türken in den Dreck gezogen!“ – Erdogan-Unterstützer Bilgi

Böhmermanns Gedicht „Schmähkritik“ auf den türkischen Präsidenten Erdogan hat höchst kontroverse Reaktionen ausgelöst. Und Böhmermanns Sendung auf ZDFneo hat Konsequenzen – juristische und diplomatische. Die türkische Regierung bezeichnet den Beitrag als Beleidigung von 78 Millionen Türken. Auch Bülent Bilgi von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) fühlt sich angegriffen. Für ihn ist Böhmermanns Verhalten „inakzeptabel“.

Bülent Bilgi ist Generalsekretär der regierungsnahen Organisation Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) und vertritt die Interessen der türkischen Regierung in der EU. Er hat keinerlei Verständnis für Böhmermanns Auftritt und fühlt sich als türkischer Bürger persönlich beleidigt. Mehr noch. Bilgi sagt: „Viele Türken glauben an eine gesteuerte PR-Aktion gegen die Türkei.“ Aber mit welchem Nutzen?

Für Bülent Bilgi sind „die Deutschen“ heuchlerisch. Einerseits würden Deals mit der Türkei zur Bewältigung der Flüchtlingskrise gemacht und andererseits wird Erdogans autoritärer Führungsstil kritisiert. Mit der Strafanzeige möchte die türkische Regierung vor allem eine zweite Grenzüberschreitung verhindern, so der Lobbyist. Dabei warnt er vor erneuten „Aktionen“, denn diese könnten den gesellschaftlichen Frieden gefährden. Bilgi erwartet zumindest eine Entschuldigung von Jan Böhmermann und ein deutliches Signal der Kanzlerin Richtung Ankara.

Im Interview mit Marta Werner spricht der Generalsekretär der UETD, Bülent Bilgi, über die türkischen Reaktionen auf Böhmermanns „Schmähkritik“ und die Gefahren für die diplomatische Beziehungen und den gesellschaftlichen Frieden.

Veröffentlicht am: 13.04.2016 in Interview

  • Am 13.04.2016 von „faqir haramayn“ auf YouTube gepostet:

    cool

  • Am 13.03.2016 von „Doktor Schmand“ auf YouTube gepostet:

    Herr Bigli hat nicht verstanden, dass dieses Gedicht, ob er es jetzt als solches sieht oder nicht, im Fahrwasser des Extra3 Liedes entstand, um aufzuzeigen, wo die Grenzen der Satire überschritten sind. Dass Erdogan, wie bei auch schon an die 2000 anderen Bürgerinnen und Bürgern im eigenen Land, anzeige erstattet, zeigt nur, was für ein schwaches Ego er hat. Ermittelt wurde auf Grund von mehr als 20 Anzeigen ohnehin schon.

    Und zu der Frage, was die Deutschen dazu sagen würden, wenn man sie kollektiv als Nazis bezeichnen würden, würde ich doch mal gerne die Proteste in Polen und Griechenland in Erinnerung rufen.

    Zum Schluss: Ja, Erdogan ist ein Despot, der Deal mit der Türkei wurde hierzulande nicht ohne Grund kritisiert.

  • Am 14.04.2016 von „Marcus Wilke“ auf YouTube gepostet:

    Böhmermann hat nur die Türkischen Nazis kritisiert 😉

  • Pingback: dbate.de – Videos. News. Debatte. – Schwerpunkt: “Böhmermanns Schmähgedicht und die Folgen”()

  • Am 14.04.2016 von „Özcan Aksoy“ auf YouTube gepostet:

    Wenns einer von der rechten Ecke es gesagt hätte oder vielleicht gesagt hat…ich hab so ein Gefühl, das Böhmerman ein Türkenhasser ist. Wenn man ein Volk hassen tut, dann beschimpft man als erstes den politischen Führer des Landes ! Wenn man jetzt anstatt Erdogan, Putin, Obama oder Netanyahu nimmt. Was wäre dann ? Man muss den klaren Menschenverstand einschalten ! Unter der Deckmantel was man nicht sagen darf, jemanden aufs übelste Beleidigt kann und ist keine Satire. Wenn man das an einem Polizeibeamten anwendet, wird man auch nicht ungestraft davonkommen oder den Chef bei der Arbeit. Also gibt es Grenzen. Der erste Paragraf. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das heisst, wenn man auf der Strasse jemanden aufs übelste beleidigt und derjenige ihn danach Anzeigt …gibt es ein Strafprozess. Im TV gegen andere Staatsoberhäupter ist natürlich viel heikler und müsste Härte bestraft werden, da solche Aktionen….mehrere Gegenaktionen oder Reaktionen hervorruft. Es kommt eiber Volksverhetzung nahe !

  • omid nezam

    Irgendwo muss einer ja einen Schlussstrich ziehen.

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