Interview „Türken in den Dreck gezogen!“ – Erdogan-Unterstützer Bilgi
Interview „Türken in den Dreck gezogen!“ – Erdogan-Unterstützer Bilgi
Böhmermanns Gedicht „Schmähkritik“ auf den türkischen Präsidenten Erdogan hat höchst kontroverse Reaktionen ausgelöst. Und Böhmermanns Sendung auf ZDFneo hat Konsequenzen – juristische und diplomatische. Die türkische Regierung bezeichnet den Beitrag als Beleidigung von 78 Millionen Türken. Auch Bülent Bilgi von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) fühlt sich angegriffen. Für ihn ist Böhmermanns Verhalten „inakzeptabel“.
Bülent Bilgi ist Generalsekretär der regierungsnahen Organisation Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) und vertritt die Interessen der türkischen Regierung in der EU. Er hat keinerlei Verständnis für Böhmermanns Auftritt und fühlt sich als türkischer Bürger persönlich beleidigt. Mehr noch. Bilgi sagt: „Viele Türken glauben an eine gesteuerte PR-Aktion gegen die Türkei.“ Aber mit welchem Nutzen?
Für Bülent Bilgi sind „die Deutschen“ heuchlerisch. Einerseits würden Deals mit der Türkei zur Bewältigung der Flüchtlingskrise gemacht und andererseits wird Erdogans autoritärer Führungsstil kritisiert. Mit der Strafanzeige möchte die türkische Regierung vor allem eine zweite Grenzüberschreitung verhindern, so der Lobbyist. Dabei warnt er vor erneuten „Aktionen“, denn diese könnten den gesellschaftlichen Frieden gefährden. Bilgi erwartet zumindest eine Entschuldigung von Jan Böhmermann und ein deutliches Signal der Kanzlerin Richtung Ankara.
Im Interview mit Marta Werner spricht der Generalsekretär der UETD, Bülent Bilgi, über die türkischen Reaktionen auf Böhmermanns „Schmähkritik“ und die Gefahren für die diplomatische Beziehungen und den gesellschaftlichen Frieden.
Veröffentlicht am: 13.04.2016 in Interview
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