Artikel Polizeieinsatz in Köln: Das sind die Twitter-Reaktionen
Artikel Polizeieinsatz in Köln: Das sind die Twitter-Reaktionen
Eigentlich verlief die Silvesternacht in Deutschland zu großen Teilen friedlich. Eigentlich. Ein unbedachter Tweet der Polizei in Köln sorgt nun für einen medialen Aufschrei und heftige Diskussionen. Nachdem im letzten Jahr vor allem Männer nordafrikanischer Herkunft für zahlreiche sexuelle Übergriffe und weitere Straftaten in Köln verantwortlich waren, ging die Polizei in diesem Jahr besonders vehement gegen (vermeintliche) Angehörige dieser ethnischen Gruppe vor.
Beamte kontrollierten hunderte Männer aufgrund ihres ausländischen Aussehens. Kurz vor Mitternacht sorgte die Kölner Polizei dann mit diesem Tweet für Aufregung:
#PolizeiNRW #Silvester2016 #SicherInKöln: Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft. Infos folgen. https://t.co/VYMQuT6B7u pic.twitter.com/cCVVdRwr9D
— Polizei NRW K (@polizei_nrw_k) 31. Dezember 2016
Ein solches Vorgehen der Polizei wird nun als „Racial Profiling“ bezeichnet. Über die Verwendung des Begriffs „Nafri“ hat die Polizei mittlerweile ihr Bedauern geäußert. Doch handelt es sich bei der Verwendung des Begriffs und dem Handeln der Polizei um Rassismus? Und wurde in Köln wirklich „Racial Profiling“ betrieben?
Im Netz wird zum Teil heftig über den Tweet und das Vorgehen der Polizei in Köln diskutiert:
So hatte die Parteivorsitzende der Grünen, Simone Peter, den Begriff „Nafri“ in einem Interview mit der Rheinischen Post als „inakzeptabel“ bezeichnet. In den sozialen Medien wurde sie dafür angefeindet:
Das ist die Qualität der Kommentare nach meinem Statement zu Köln. #Rassismus https://t.co/nljNZ51PtW
— Simone Peter (@peter_simone) 2. Januar 2017
Und auch Oezlem Alev Demirel, Landessprecherin DIE LINKE NRW, äußert sich zu dem Tweet der Polizei:
Tweet der #kölner #Polizei ist inakzeptabel! #racialprofiling = #Rassismus. Nicht nur mit dem Begriff #Nafris wurden Grenzen überschritten!
— Oezlem Alev Demirel (@OezlemADemirel) 1. Januar 2017
Der stellvertretende BILD-Chefredakteur Nikolaus Blome reagiert wie folgt auf die Aussage von Simone Peters:
Blöder als Veggie-Day & 5-Mark-Benzin zusammen: Grüne @peter_simone kritisiert Kölns Polizei, weil sie aus Silvester 2015 gelernt hat #nafri
— Nikolaus Blome (@NikolausBlome) 2. Januar 2017
Publizist und Journalist Hugo Müller-Vogg (Tichys Einblick, Huffngton Post) tweetete zum Rassismus-Vorwurf gegenüber der Kölner Polizei:
Könnte es sein, dass einige Zeitgenossen #racialprofiling für schlimmer halten als massenhafte sexuelle Belästigung von Frauen? #koelnhbf
— Dr. Hugo Müller-Vogg (@HugoMuellerVogg) 1. Januar 2017
Der Satiriker Jan Böhmermann lässt sich in typisch sarkastischer Manier über die Wortneuschöpfung aus und stellt sie so auf eine Stufe mit einer anderen rassistischen Beschimpfung:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Nafri und Neger?
— Jan Böhmermann (@janboehm) 1. Januar 2017
Natürlich hat sich auch die Parteivorsitzende der rechtspopulistischen AfD nicht lumpen lassen, die Debatte anzuheizen. So tweetete Frauke Petry:
#Nafris wollten sich wahrscheinlich nur dem Kirchenchor anschließen.
Irgendein Fressen musste ja gefunden werden…#AfD #silvester *— Frauke Petry (@FraukePetry) 1. Januar 2017
Der jüdische Berliner Autor Shahak Shapira tweetete:
Wir bräuchten auch so’n Wort wie „#Nafris“ für diejenigen, die Nordafrikaner so bezeichnen. Ach halt, gibt’s schon: #Assis.#racialprofiling
— Shahak Shapira (@ShahakShapira) 1. Januar 2017
Und auch Christopher Lauer, SPD, gibt sich provokant und angriffslustig:
Die Leute, die „Nafri“ als Bezeichnung so geil finden wollen also alle als „FlaWiser“ bezeichnet werden?
— Christopher Lauer (@Schmidtlepp) 1. Januar 2017
Die CDU/CSU hingegen erkennt kein „Racial Profiling“:
#Mayer verteidigt Polizeieinsatz #koelnhbf. „kein racial profiling, sondern konsequentes Eingreifen der Polizei“ https://t.co/AccuLBzXyq
— CDU/CSU (@cducsubt) 2. Januar 2017
Veröffentlicht am: 02.01.2017 in Artikel
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