Schlagwort: Stephan Lamby
Artikel Die AfD gewinnt die Jamaika-Verhandlungen – das Land verliert
Artikel Die AfD gewinnt die Jamaika-Verhandlungen – das Land verliert
Ein Kommentar von Stephan Lamby
„Uns eint die Verantwortung für die Menschen und die Zukunft unseres Landes.“
So heißt es in der Präambel des Jamaika-Papiers. Es blieb beim Entwurf. Am Ende haben es die Verhandler nicht einmal gemeinsam vor die Kameras geschafft. Wichtiger war den Politikern, die über einen Monat lang verhandelt haben, die eigene Inszenierung. Von gemeinsamer Verantwortung keine Spur. Auch vom Vorsatz, als Demokraten gegen die Rechtspopulisten der AfD zusammenzustehen, ist nichts übrig geblieben. Die AfD saß in all den Verhandlungswochen mit am Tisch – unsichtbar. Die Angst der CSU vor einer Niederlage gegen die AfD bei den bayerischen Landtagswahlen im kommenden Jahr hat Horst Seehofer und seine Leute dazu gebracht, auf seiner Obergrenzen-Position zu beharren. Die gesamte Diskussion um Familiennachzug von geduldeten Flüchtlingen war eine Scheindiskussion. In Wahrheit ging es nicht um Familien aus Syrien und Afghanistan, sondern um den Machterhalt der CSU, die absolute Mehrheit, in Bayern. Verantwortung für die Zukunft des Landes? Sieht anders aus.
Viele Verlierer
Jetzt wird es der AfD leicht fallen, die gescheiterten Jamaika-Parteien als „Alt-Parteien“ abzutun. Wird die CSU so ihre Macht in Bayern verteidigen? Auch die anderen Jamaika-Partner haben verloren: Die Grünen, weil sie in der Klima- und Flüchtlingspolitik schon sehr früh wesentliche Positionen geräumt haben, sich also auf das Spiel der CSU eingelassen haben – und jetzt doch nicht mit der erhofften Regierungsbeteiligung entlohnt werden. Die CDU hat verloren, weil sie sich ihre Vorsitzende in den Verhandlungen ganz darauf konzentriert hat, Bindegewebe der anderen Parteien zu sein – und jetzt als Partei beziehungsweise Frau ohne Eigenschaften dasteht. Die FDP hat verloren, weil sie ihr Image als Leichtmatrosen, die der Regierungsverantwortung nicht gewachsen sind, zementiert hat.
„Die Inszenierung war wichtiger als die Verantwortung“
Die Jamaika-Partner waren von Anfang an Jamaika-Gegner – im permanenten Wahlkampfmodus. Sie haben die Verhandlungen öffentlich geführt, Vorschläge über Interviews oder Twitter kommuniziert, bevor sie ernsthaft geprüft und beantwortet werden konnten. So wirkt die These, der Ausstieg der FDP sei eine gut vorbereitete Spontaneität gewesen, auch plausibel. Die Inszenierung war wichtiger als die Verantwortung. Die Jamaika-Parteien haben verloren. Das Land hat verloren.
Veröffentlicht am: 20.11.2017 in Artikel
Zufällige Auswahl
Mit dem Selfie-Stick durch Südostasien: Thailand
Hautnah, ungeschönt, ehrlich: Die Hamburger Studentinnen Kyra Funk und Anni Brück reisen zwei Monate lang mit ihrem Rucksack durch Thailand, Kambodscha, Vietnam und Laos. Immer mit dabei: der Selfie-Stick, mit dem die beiden ihre Reise dokumentieren. In jedem Land stellen die Zwei sich dabei einer selbst auferlegten Herausforderung. Teil 1: Thailand – Backstage bei den Ladyboys
„Ya-Man“: Jamaika gibt’s schon lange in Berlin
Seit der letzten Bundestagswahl ist Jamaika in aller Munde. Zugegeben geht es dabei weniger um den Inselstaat, als um die neue Bundesregierung. Die Jamaikanerin Barbara Saltmann hat mit ihrem Karibik-Restaurant „Ya-Man“ ein Stück Jamaika nach Berlin-Moabit gebracht.
„Ich bin ein Flüchtlingskind“, Rapper Sadiq
Harte Typen, Knarren, Geld und nackte Haut. Primitive Gewaltverherrlichung oder politische Gegenkultur? Rapper Sadiq findet: „Das sind Leute, die unterdrückt sind, so wie ich auch unterdrückt war. Ich bin ein Flüchtlingskind.“. Ausschnitt aus der ZDFinfo-Dokumentation „Auf die Fresse! – Straßen-Rap in Deutschland“
„2017 könnte ein Revolutionsjahr werden“ – Ivan Krastev über Europa
Der bulgarische Politologe Ivan Krastev hat kürzlich eine provokante These aufgestellt: „Das Jahr 2017 könnte ein Revolutionsjahr – ähnlich wie 1917 – werden“, sagt er. Wie er darauf kommt und welche Ängste die Europäer umtreiben erzählt er im dbate-Interview.
Augenzeugenvideo vom Bataclan
Bei mehreren koordinierten IS-Terroranschlägen in Paris sind über 100 Menschen getötet worden. In der Konzerthalle Bataclan sind, nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Nachrichtenredaktionen und Augenzeugenberichten, zahlreiche Menschen erschossen worden. Dieses dramatische Handy-Video zeigt fliehende Menschen aus der Konzerthalle. Achtung verstörende Aufnahmen!
So tickt die AfD (wirklich)
Waffenrecht lockern und gleichzeitig weniger Krieg fordern? Reden im Goebbels-Stil? Wir haben die öffentlichen Auftritte von Petry, Höcke und Co. unter die Lupe genommen – und zeigen, wie die AfD (wirklich) tickt.
Weitere dbate Artikel
Skål, Cheers, Egészségére! Ein Prost auf Europa!
Bevor nach dem Wahlergebnis am Sonntag die Politiker Champagner schlürfen, verrät ein Blick auf die Instagram-Accounts, welche Getränke hoch im Kurs stehen.
Nervöse Republik – ein Jahr Deutschland
Für eine ARD-Dokumentation beobachtete Stephan Lamby Politiker und Journalisten ein Jahr lang aus der Nähe. Das Jahr hatte es in sich. Ein Strukturwandel der Öffentlichkeit zeichnet sich ab.
Flüchtlingsboot überrascht Touristen am Strand
Am Strand von Zahara de los Atunes (Spanien) sonnen sich Touristen, als am Mittwochnachmittag plötzlich ein Flüchtlingsboot mit Dutzenden Männern aus Afrika anlandet. Eine Augenzeugin hat die Situation gefilmt.
Wie wird 2018? Erwartungen ans nächste Jahr
Ein seltsames Jahr ist zu Ende, 2017 war das Jahr des Übergangs – eine Regierung in der Dauerkrise; Finanzspekulanten, die auf das Platzen der nächsten Börsenblase warten; verunsicherte Bürger, die nicht wissen, ob sie sich vor Terroranschlägen fürchten oder sich an sie gewöhnen sollen; und über all dem die Frage, vor wem man mehr Angst haben soll: Kim Jong-un oder Donald Trump?
#BosbachLeavingThings: Hier sind die 10 besten Montagen
Nach dem Eklat bei Maischberger: Wolfgang Bosbach (CDU) verlässt noch während der Talksendung das Studio. Thema waren die heftigen Ausschreitungen zum G20-Gipfel. Eine solche Steilvorlage kann das Internet natürlich nicht einfach so liegen lassen. Unter dem Hashtag #BosbachLeavingThings verbreiten sich jetzt zahlreiche, witzige Bilder, die Bosbach beim Verlassen von verschiedenen Situationen zeigt. Wir haben die besten für Euch zusammengestellt.
Schwerpunkt: Die große Trump-Show
– SKYPE-TALK: “ Trump, Macho der Alten Schule“
– FLASH: So inszeniert sich Melania Trump
– FLASH: Donald Trumps TOP 10 Epic Fails
– FLASH: Donald Trump vs. Papst Franziskus
Artikel Bundestagswahl 2017 – der Sieg der Spießer
Artikel Bundestagswahl 2017 – der Sieg der Spießer
Kommentar zur Bundestagswahl 2017 von Stephan Lamby
Martin Schulz und seine SPD haben sich geirrt. Die Deutschen treibt im Jahr 2017 nicht so sehr die Frage um, ob es im Land gerecht zugeht. Die klassische Soziale-Gerechtigkeits-Kampagne, routiniert abgespult von einer gut ausgestatteten Wahlkampfmaschine, lief spektakulär ins Leere. 12,6 % der Wähler haben sich für die unerfahrene, bis aufs Blut zerstrittene AfD entschieden, nur 8 % weniger als für die SPD mit ihrer 154-jährigen Geschichte. Auch die CDU hat mit ihrer ganz auf Angela Merkel zugeschnittenen, selbstgefälligen Gut-und-Gerne-Kampagne die Stimmung im Land falsch eingeschätzt – und dabei über 1 Millionen Wähler an die AfD verloren.
Und wie bei der Brexit-Entscheidung der Briten und bei der Trump-Wahl in den USA hat es auch in Deutschland nicht an Aufklärung über und Kritik an den neuen Rechten gemangelt. Doch die tapfere journalistische Auseinandersetzung mit der AfD greift ebenso wenig wie die falschen Kampagnen von CDU und SPD.
Riesenangst vor Andersartigkeit
Die AfD hat im Wahlkampf wenig auf klassische Parteithemen gesetzt, das Thema soziale Gerechtigkeit hat sie anderen überlassen, auch um Arbeitsmarkt-, Steuer- oder Rentenpolitik hat sie sich kaum gekümmert. Wie und wo also die AfD stellen? Die AfD bekämpft etwas viel Umfassenderes als Ungerechtigkeit, Altersarmut, Bildungsmisere. Sie bekämpft im Kern etwas, das politisch und journalistisch viel schwerer zu greifen ist und das vielen Deutschen offenbar eine Riesenangst bereitet: Andersartigkeit. Die offene Gesellschaft mit vielfältigen Ethnien, Religionsgemeinschaften und Lebensentwürfen empfinden AfD-Wähler nicht als Bereicherung, sondern als Bedrohung. Mehrere Untersuchungen haben nachgewiesen, dass nicht nur Arbeitslose am Rande der Gesellschaft AfD wählen, sondern auch viele Deutsche mit gutem Einkommen aus der gutbürgerlichen Mitte. Sie sorgen sich weniger um den Verlust von Arbeitsplatz und Einkommen als um ihre kulturelle Identität. Die Ehe für alle ist diesen Deutschen genauso ein Grauen wie ein grenzenloses Europa und Hilfe für Kriegsflüchtlinge. Das Gesellschaftsbild, das die AfD für viele Deutsche so attraktiv macht, ist das der prä-68er-Zeit, ohne Rock’n’Roll, Multikulti, Emanzipation. Mag sein, dass sich ein paar AfD-Funktionäre in der Erinnerung an die NS-Zeit wärmen, in der man stolz auf die Leistungen der deutschen Wehrmacht sein konnte. Das Gros der AfD-Wähler als Nazis zu bezeichnen, würde ihnen aber Unrecht tun.
Bundestagswahlkampf 2017 war auch ein Kulturkampf
Viele AfD-Wähler dürften sich insgeheim nicht in die NS-Zeit zurücksehnen, sondern in die Adenauerära, mit ihrer streng standardisierten deutschen Leitkultur – aufgepeppt höchstens durch ein wenig Dieter Bohlen und Helene Fischer anstelle von Peter Alexander und Heino. Das Adenauer-Deutschland wird selbst von den AfD-Wählern verklärt, die es gar nicht erlebt haben, weil sie entweder zu spät oder im anderen Teil Deutschlands geboren wurden. Das Adenauer-Deutschland ist ein Synonym für ein Land, das sich erfolgreich gegen fremde Einflüsse abschottet (die vielen Gastarbeiter, die ab Mitte der 1950er Jahre in die Bundesrepublik kamen, wurden als billige Arbeitskräfte gebraucht und am Rande der Gesellschaft geduldet. Von einer „Durchmischung des deutschen Volkes“ war damals nicht die Rede). Das Adenauer-Deutschland ist aber auch ein Synonym für ein Land, das sich jedem politischem und gesellschaftlichem Fortschritt widersetzt. AfD-Spitzenkandidat Gauland wurde am Wahlabend gefragt, welches Deutschland er sich wünscht. Seine knappe Antwort: „Ein Deutschland ohne Flüchtlinge“. Mit anderen Worten: Ein Deutschland ohne fremde Einflüsse, ohne Veränderungsdrang. 1957 erzielte die CDU von Konrad Adenauer mit ihrer „Keine Experimente“-Kampagne die absolute Mehrheit – und verschaffte dem deutschen Spießbürger ein neues Selbstwertgefühl. „Kennen wir nicht – wollen wir nicht“ wurde zur Abwehrhaltung einer Generation gegen alles Neue. 60 Jahre später ist die gesamte gesellschaftspolitische Debatte der AfD letztlich nicht in die Zukunft, sondern in diese Vergangenheit gerichtet: Keine offenen Grenzen, die Deutschen sollen unter sich bleiben, keine Experimente.
Der Bundestagswahlkampf 2017 war auch ein Kulturkampf, der von den etablierten Parteien (siehe oben) arrogant ignoriert wurde. Der AfD-Triumph ist ein Sieg der Spießer.
Veröffentlicht am: 25.09.2017 in Artikel
Zufällige Auswahl
„Worldwide Berlin“ – Russland 1/4
Berlin liegt am Meer – in Berlinhafen, Papua-Neuguinea. In Berlin wächst Kaffee – in Berlin, Nicaragua. In Berlin kann man Gold finden – in Berlin Guinea. Berlin ist Ruhe – in Bolivien, mit 1000 Lamas und 10 Menschen. Es gibt weltweit mehr als 100 Orte mit diesem Namen. In einem einmaligen Crossmedia-Projekt verbindet sich die deutsche Hauptstadt mit den Berlins der Welt. Russland 1/4:
Exoten bei der Bundestagswahl: Bergpartei, die Überpartei
Vom Hausbesetzer zum Politiker: Die Bergpartei setzt sich künstlerisch und politisch ein. Dass dazu auch immer eine ganze Menge Spaß gehört, ist für den Parteivorsitzenden Rico Tscharntke selbstverständlich. Damit eckt „die Überpartei“ oft an – am meisten jedoch an die deutschen Richtlinien für Parteiwerbung.
Jamel rockt den Förster: Festival 2019
Die Lohmeyers leben seit 2004 im Ort Jamel in Mecklenburg-Vorpommern. Um sich gegen die ortsansässigen Nazis zu wehren, veranstalten sie ein Musikfestival.
Ex-Präsident Bush übte scharfe Kritik an Trump
George W. Bush warnt davor, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung und ihre Institutionen nachlasse. Auffallend scharf kritisierte er die Anfälligkeit, der Administration Donald Trumps für „Verschwörungstheorien und haltlose Unwahrheiten“, ohne dessen Namen aber explizit zu nennen. Noch nie wurde ein amtierender Präsident so scharf von seinem Amtsvorgänger kritisiert.
Auf welcher Droge sind die denn?
Seit 1997 treffen sich jedes Jahr um die 300.000 Schlager-Fans in Hamburg und ziehen in Karawanen durch den Stadtteil St. Pauli. Dabei geht es immer laut und bunt, aber vor allem auch feuchtfröhlich zur Sache. Niklas Rathsmann hat sich für dbate.de unter das Partyvolk gemischt, sich umgehört und lustige Antworten eingefangen.
„Worldwide Berlin“ – Deutschland 3/4
Berlin liegt am Meer – in Berlinhafen, Papua-Neuguinea. In Berlin wächst Kaffee – in Berlin, Nicaragua. In Berlin kann man Gold finden – in Berlin Guinea. Berlin ist Ruhe – in Bolivien, mit 1000 Lamas und 10 Menschen. Es gibt weltweit mehr als 100 Orte mit diesem Namen. In einem einmaligen Crossmedia-Projekt verbindet sich die deutsche Hauptstadt mit den Berlins der Welt.
Weitere dbate Artikel
Überflüssig, aber gut – dbate-Empfehlungen für die Katastrophe
Krieg, Terroranschläge oder sonstige Katastrophen. Die Bundesregierung will vorbereitet sein und stellt deshalb ein Versorgungskonzept für die Bürger zusammen. Darin heißt es: „Bürger werden angehalten, sich einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für einen Zeitraum von zehn Tagen anzulegen.“ Allerdings dürften die im Eigenheim Verschanzten spätestens nach ein paar Tagen zwar noch Wasservorräte haben, der individuelle Vorrat an Langeweile wäre jedoch mindestens bedenklich. Deswegen haben wir ein paar Empfehlungen für den guten Geschmack – der im Ernstfall mindestens so wichtig sein kann, wie ein Stück Schokolade: vier Alben, Filme und Bücher, die vielleicht überflüssig – aber ziemlich gut sind. Und um es mit P.J. O’Rourke zu sagen: „Lies nur, was dich gut aussehen lässt, falls du mittendrin stirbst“.
Wie umgehen mit Enthauptungsvideos?
Erneut wird im Internet die Enthauptung einer Geisel durch IS-Terroristen gezeigt. Das Opfer: Der 26jährige Amerikaner Peter Kassig. Und erneut stellt sich Medien die Frage: Wie sollen sie über die Enthauptung berichten?
Kätzchen statt Dekret: Die witzigsten GIFs zu Donald Trump
Was tun, wenn der US-Präsident Donald Trump ein Einreiseverbot für Muslime unterzeichnet? Genau, ein lustiges GIF kreieren, in dem er stattdessen ein krickeliges kleines Kätzchen malt – und dazu auch noch falsch beschriftet. Wir stellen Euch die witzigsten Varianten von #TrumpDraws vor.
Schwerpunkt: Besetzung der Brent Spar
– FLASH: Trailer – Der Kampf um die Brent Spar
– INTERVIEW: Jochen Graebert (NDR)
– INTERVIEW: Christian Bussau (Greenpeace)
Schwerpunkt: Schäuble und Varoufakis
– FLASH: Schäuble – Macht und Ohnmacht (Trailer)
– INTERVIEW: Yanis Varoufakis – „Schäuble hatte kein Grexit-Mandat.“
Schwerpunkt: „Körperkult im Netz“
– DIGITAL DIARY: Mein Körper und ich
– FLASH: Geht unter die Haut – lebendige Tattoos
Artikel Helmut Kohl – im Halbdunkel
Artikel Helmut Kohl – im Halbdunkel
Im Jahr 2003 stellte sich Helmut Kohl einem ungewöhnlichen Gespräch. Es dauerte vier Tage. Und wurde Kohls letztes großes TV-Interview.
von Stephan Lamby
Der Weg ins Herz des Altkanzlers führte über seinen Magen. Der Abend war geplant als Abklopfen, als Versuch herauszufinden, ob er uns vertrauen kann. Uns, den Journalisten, die für den NDR einen Film über sein Leben drehen wollten. Ausgerechnet für den NDR, mit dem Kohl immer wieder im Streit lag. Michael Rutz, meinen Co-Autor, kannte er bereits. Rutz war Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung Rheinischer Merkur – aus Sicht von Kohl kein Nachteil. Aber mich kannte Kohl nicht. Also wollte er mir auf den Zahn fühlen. Wir hatten einen Tisch bei seinem Lieblingsitaliener in Berlin-Grunewald reserviert. Kohl brachte seine Entourage mit, auch Juliane Weber, seine Büroleiterin. Bevor die Befragung richtig losging, wurden große Mengen Vorspeisen und Spaghetti verzehrt.

So verging viel Zeit, bis die Prüfung begann. Ich wusste um meine weichen Stellen – Wehrdienstverweigerung, Demonstrationen gegen Atomkraft, vier Jahre ZEIT TV, dem Fernsehmagazin von Kohls verhasster ZEIT. Jetzt keine falsche Antwort. Wo ich denn aufgewachsen sei? Die Frage, das fand ich später heraus, war für Kohl von großer Bedeutung. Die regionale Herkunft half ihm, einen Menschen einzuordnen. Also: „In Bad Godesberg“. Kohl freute sich. Bad Godesberg ist Rheinland, Ludwigshafen-Oggersheim ist Rheinland. Wer aus dem Rheinland kommt, kann kein ganz schlechter Mensch sein. Nächste Frage, die nach der Schule: „Jesuitisches Jungen-Gymnasium“. Helmut Kohl widmete sich zufrieden der Nachspeise und verzichtete auf die heiklen Fragen. Er wollte vertrauen. So war Helmut Kohl eben auch. Ein Interview und Drehreisen wurden vereinbart, ohne Anwalt, ohne Vertrag. Ein Handschlag reichte.
dbate zeigt das Interview von 2003 in sechs einstündigen Folgen. Hier geht´s zu den Videos
Das Interview zog sich dann über vier Tage – zwei Tage im Frühjahr, zwei Tage im Herbst. Das Wohnzimmer seines Hauses in Oggersheim hatten wir wegen der Scheinwerfer etwas verdunkelt, stets stand genug Essen auf dem Tisch. Vier Tage Jugend im Krieg, Aufstieg in der CDU, Kanzlerschaft, Machtkämpfe, Mauerfall, Europa. Vier Tage Adenauer-Brandt-Schmidt-Honecker-Thatcher-Mitterand-Clinton-Bush-Gorbatschow. Und dann, natürlich, die Spendenaffäre. Jetzt stellten Michael Rutz und ich die Fragen, auch die unangenehmen.
„Was ich gesagt habe, genügt völlig“
Und Kohl schwitzte, sein Fuß wippte nervös. „Die Spender? Das waren vier, fünf Leute. Ich habe denen versprochen, dass ich das für mich behalte“ „Vier oder fünf?“ Kohl wurde ungehalten. Fühlte er sich beim Schwindeln ertappt, gab es diese Spender gar nicht? Jetzt keine falsche Antwort. „Was ich gesagt habe, genügt völlig.“ Helmut Kohl hatte sich vorgenommen, sein größtes Geheimnis mit ins Grab zu nehmen.
Helmut Kohl spricht über den Tod seiner Ehefrau Hannelore
Als die Sprache auf seine Ehefrau Hannelore kam, die sich zwei Jahre zuvor im Stockwerk über uns das Leben genommen hatte, brach Helmut Kohl die Stimme, Tränen traten in seine Augen. Hannelore Kohl hatte ich 1998 einmal im Bonner Kanzlerbungalow kennengelernt – eine selbstbewusste, stolze Frau. Wir gingen, vom Kamerateam gefilmt, an einem heißen Sommertag im Garten spazieren. Die Sonne machte ihr nichts aus. Wie muss sich ihr Seelenleben seitdem verändert haben, wie muss sie gelitten haben unter der Spendenaffäre, unter dem Ansehensverlust, vielleicht auch unter dem, was sie über ihren Mann erfuhr und was nur Eheleute wirklich etwas angeht. Auch Hannelore Kohl hatte sich entschlossen, ihre Geheimnisse mit ins Grab zu nehmen. Jetzt also saß der Witwer Helmut Kohl ziemlich einsam in seinem großen Haus, abgedunkelt wie in den letzten Lebenswochen seiner Ehefrau, die wegen ihrer Lichtallergie Sonnenstrahlen nicht mehr ertrug. Helmut Kohl fühlte sich an die düstere Zeit erinnert. Lange Pausen. Dann versuchte er, das Gespräch wieder auf die Höhepunkte seines Lebens zu führen, sprach über den Mantel der Geschichte, das Haus Europa, über Männerfreundschaften mit anderen großen Staatsmännern. Doch richtig hell wurde die Stimmung nicht mehr. Am Ende, als wir alle Fragen gestellt hatten, bedankten wir uns, schalteten das Kameralicht aus und zogen die Jalousien wieder hoch. Die Herbstsonne schien durch die Fenster. Als wäre nichts gewesen.
Dieser Text wird in wenigen Tagen auch im Helmut-Kohl-Sonderheft des SPIEGEL erscheinen.
Helmut Kohl – das Interview. Folge 1: Aufstieg und Kämpfe in der CDU
Veröffentlicht am: 19.06.2017 in Artikel
Zufällige Auswahl
Trailer: Digital Diary – Sexualität weltweit
Blasen, Lecken, mit oder ohne Kondom, Anal oder nicht – die deutschen YouTuber Jan und Gianna von „61 Minuten Sex“ nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn sie über Sex sprechen.Wie verändert das Internet unsere Sexualität? Wie unterscheiden sich Liebesbeziehungen in Deutschland, Japan und den USA?
Hitlers „Mein Kampf“: Konfrontation mit dem Wahnsinn
„Mein Kampf“ ist ein furchtbares, ein grausames Buch: aber muss es 70 Jahre nach dem Tod seines Verfassers noch in Angst und Schrecken versetzen? Oder ist die Zeit reif für eine Auseinandersetzung mit Hitlers „Wahnsinn“: in Form der wissenschaftlich kommentierten Neuausgabe, die jetzt vom Institut für Zeitgeschichte in München veröffentlicht wurde? Jeremy Adler, Professor für Germansitik am King’s College in London, befürchtet Hitlers „Mein Kampf“ könnte in Deutschland zum Bestseller werden. Er findet, die Hetzschrift sei „ein wichtiges Werk für den Forscher, aber sollte keine zentrale Stelle in der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit einnehmen.“
Karl Marx als Super Mario: Cooles Erklärvideo zum Marxismus
Vor 200 Jahren wurde Karl Marx geboren. Der deutsche Philosoph gilt als berühmteste Stimme der Arbeiterbewegung und als Gegner des Kapitalismus. Welche Ansichten er vertrat und was der Marxismus für die Menschen bedeuten würde, bekommt ihr mit diesem Spiele-Klassiker erklärt: Karl Marxio Brothers.
„Er ist tot, Jim! – 50 Jahre Star Trek
Fünf Jahrzehnte ist es her, dass die Crew von Captain Kirk mit ihrem Raumschiff Enterprise zum ersten Mal über unsere Bildschirme waberte. Am 8. September 1966 um 20:30 Uhr lief die aller erste Folge von „Star Trek“ in den USA an. In dieser trifft die Crew auf einen Formenwandler, den letzten Überlebenden seiner Art. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die man sich nicht hätte erträumen können. Denn Erfinder Gene Roddenberry hatte zu Beginn große Probleme die Serie bei einem Studio unterzubringen.
„Friedensprozess mit Kurden scheint unmöglich“ – Türkei-Korrespondentin zum Istanbul-Terror
Fast 40 Menschen sind bei den jüngsten Bombenanschlägen im Istanbuler Stadtteil Besiktas getötet worden. Eine Splittergruppe der PKK bekannte sich zu dem Terrorakt. Die Reaktion des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan folgte prompt. Er ließ über 200 pro-kurdische Politiker festnehmen und kündigte „Rache“ an. Steht die Türkei jetzt vor einem Bürgerkrieg? Und wie reagieren die Menschen in Istanbul auf die erneute Gewalt? Interview mit der freien und in Istanbul lebenden Journalistin Kristina Karasu.
„Was geht hier ab!?“ – Doppel-Tornado in Schleswig-Holstein
„Was geht hier ab? Leck´ mich fett!“ – ein Paar hat in Schleswig-Holstein ein seltenes Naturspektakel zu sehen bekommen: gleich zwei Tornados nebeneinander. Während der Mann das Spektakel seelenruhig filmt und in astreinem norddeutschen Schnack kommentiert, regt sich seine Freundin dagegen heftig auf und hat offentsichlich große Angst: „Das ist eine Naturkatastrophe!“
Weitere dbate Artikel
AfD bis Trump – so instrumentalisieren Populisten den Anschlag in Berlin
Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheid-Platz in Berlin hat die Bundesrepublik schwer erschüttert. Während die Angehörigen um die Opfer trauern, reagiert die europäische Rechte mit Angst schürenden Kommentaren im Netz. Von der AfD bis zu Geert Wilders – die Post und Tweets gegen „Gutmenschen“, Merkel und Flüchtlinge häufen sich einmal mehr. Mit abendländischen Werten hat das nichts mehr zu tun. Hier die Twitter-Reaktionen der Populisten:
Die SPD auf der Suche nach der Doppelspitze
Gestern verkündete die Interims-Dreierspitze um Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel, dass im Herbst die Parteibasis eine Doppelspitze wählen wird, die ab Dezember den Vorsitz übernimmt.
ESC – gute Idee, schlechte Musik
Allein der Klang: „douze points“. Das klingt weich und verheißungsvoll. Nicht so hart und gebraucht wie „zwölf Punkte“. Diese „douze points“ also, der Kontakt mit einer fremden Sprache, einer anderen Kultur, macht die Veranstaltung zu einer Grenzüberschreitung. Und lässt aus dem politisch so neurotischen Europa für einen Abend die Luft raus. Die Harmlosigkeit des ESC ist der nette Gegenentwurf zum Griechenlandkrise-Türkeibashing-Krimkrieg-Brexit-Europa. Ein Abend lang Frieden in europäischen Wohnzimmern. Prima Sache.
Doppelschwerpunkt: „Flüchtlinge“ und „Wahlen in Griechenland“
– VIDEOTAGEBUCH: Meine Flüchtlingshilfe
– FLASH: Hamburger für Flüchtlinge
– VIDEOTAGEBUCH: Mein Leben in der Euro-Krise
– INTERVIEW: Varoufakis und Tsipras
Simbabwe: Militär stellt Präsident Mugabe unter Hausarrest
Als zahlreiche Panzer in Richtung Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, rollen, glauben viele an einen Militärputsch gegen Präsident Robert Mugabe. Das Militär übernimmt die Kontrolle – ein Putsch soll es aber nicht sein. Augenzeugen dokumentieren die Situation in dem afrikanischen Land.
Real News vs. Fake News: Trump macht jetzt eigene Nachrichten
Was tun gegen „Fake News“? Einfach selbst wahre Nachrichten verbreiten. So dachte sich das zumindest US-Präsident Donald Trump, der sich schon seit Beginn seiner Kandidatur über unfaire Massenmedien beschwert. Jetzt sendet er seine eigene Wahrheit direkt aus dem Trump-Tower.
Artikel Nervöse Republik - ein Jahr Deutschland
Artikel Nervöse Republik - ein Jahr Deutschland
Für seine ARD-Dokumentation „Nervöse Republik“ beobachtete Stephan Lamby Politiker und Journalisten ein Jahr lang aus der Nähe. Das Jahr hatte es in sich. Ein Strukturwandel der Öffentlichkeit zeichnet sich ab.
Es war irgendwann im Winter 2015/2016, „Brexit“ war nur ein Modewort und Donald Trump nicht mehr als ein Horrorclown. Doch schon lag eine gewaltige Veränderung in der Luft. In Dresden gingen montags tausende Menschen auf die Straße und brüllten „Volksverräter“. Selbst Hinterbänkler des Bundestages erhielten Hassmails – mit den Klarnamen der Absender. Und der Schlachtruf „Lügenpresse“ jagte auch hartgesottenen Redakteuren einen Schrecken ein. In diesen Monaten taten sich Risse auf, hässliche, gefährliche Risse. Würden sie wieder zuwachsen, wenn der Streit um die Flüchtlinge abklingen würde? Oder hatte sich das Misstrauen zu tief ins Land gefressen, um wieder zu verschwinden?
Nervöse Republik: ein ungewöhnliches Fernseh-Projekt
Über solche Fragen sprach ich mit einigen NDR-Redakteuren. Uns interessierte, wie sich die unter Druck geratenen Politiker und Journalisten in der neuen Situation verhalten, möglicherweise verändern. Sind sie überfordert? Oder heizen sie die permanente öffentliche Erregung selbst an? Wir verabredeten ein ungewöhnliches Fernseh-Projekt: Für die Dauer eines Jahres würde ich einige Politiker und Journalisten aus der Nähe beobachten – ergebnisoffen, ohne Drehbuch. Aus vielen kleinen Eindrücken ließe sich vielleicht ein größeres Bild zusammensetzten. Mitglieder der Bundesregierung sollten im Film vorkommen, Strategen der Volksparteien genauso wie Oppositionspolitiker. Und ein paar Journalisten, die im politischen Berlin ebenfalls den Takt vorgeben.
Also machte ich mich auf den Weg, besuchte Ministerien, Parteien und Redaktionen. Und versuchte, in Worte zu fassen, was sich so leicht gar nicht formulieren lässt: „Etwas verändert sich gerade im Land – dürfte ich Ihnen dabei über die Schulter sehen?“ Die beiden Minister Thomas de Maizière und Heiko Maas sagten zu, die Generalsekretäre Katarina Barley und Peter Tauber, Sahra Wagenknecht als Oppositionsführerin und Frauke Petry als Führerin der außerparlamentarischen Opposition. Auch die Redaktionen von BILD bzw. BILD.de und SPIEGEL Online öffneten mir ihre Türen.
Große Parteien in Deutschland wurden während der Dreharbeiten mächtig durchgerüttelt
So konnte ich beobachten, wie die Verunsicherung in Politik und Medien weiter anwächst. Niemand etwa, der am 24. Juni 2016 in der Redaktion von SPIEGEL Online Spätschicht hatte, wird diese Nacht vergessen. Noch Stunden zuvor hielten die Redakteure, genau wie ich, einen Brexit für unwahrscheinlich. Doch gegen 4.00 Uhr morgens – inzwischen waren die Kollegen der Frühschicht dazugekommen – zeichnete sich eine Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt ab. Ungläubiges Staunen, Entsetzen – und schließlich Rätseln, warum man die Stimmung auf der Insel so falsch eingeschätzt hatte. Ähnliches wiederholte sich bei der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Auch die großen Parteien in Deutschland wurden während der Dreharbeiten mächtig durchgerüttelt: Die CDU steckte bei zwei Landtagswahlen schwere Niederlagen ein, musste einmal sogar die AfD an sich vorbeiziehen lassen. Und die SPD hatte es lange mit miserablen Umfragewerten und – gezielt gestreuten – Gerüchten um die Zukunft ihrer Parteispitze zu tun. Ungewöhnlich offen ließen mich die Generalsekretäre der beiden Parteien auch in schweren Stunden Aufnahmen machen. In diesen Monaten wurde Heiko Maas von aufgebrachten Bürgern aus Zwickau vertrieben, Sahra Wagenknecht Opfer einer Torten-Attacke. Und Frauke Petry, die ihren AfD-Mitgliedern im Wahlkampf „sorgfältig geplante Provokationen“ empfiehlt, musste erleben, wie Unbekannte ihr Auto in Brand setzten. Dazu kamen Terroranschläge, ein Amoklauf, Hackerangriffe. Nicht alle Ereignisse hängen miteinander zusammen. Doch sie alle erhöhen den Druck im Kessel namens Öffentlichkeit. Wie reagieren Politik und Medien auf die hohe Schlagzahl von Ereignissen?
Das Reiz-Reaktions-Schema der Hauptstadt, das wurde bald klar, erlaubt kein langes Nachdenken. Während Online-Medien hektisch Eilmeldungen ins Land blasen, schicken Politiker ihre Botschaften schon kurz danach über Twitter oder Facebook-Live – und versuchen, die Deutungshoheit zu besetzen. Nur eine Stunde nach dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt twitterte der AfD-Politiker Marcus Pretzell: „Es sind Merkels Tote.“ Und CSU-Chef Horst Seehofer ließ am Morgen danach twittern: „Zuwanderungspolitik neu justieren.“ Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, wer warum mit dem LKW auf den Breitscheidplatz gerast war. Zu schnell verdrängte Streit die Trauer.
Methode „Trump“ ist einfach zu verlockend
Algorithmen, die in sozialen Medien als Reichweitenbeschleuniger zum Einsatz kommen, ermöglichen diese dramatische Veränderung der politischen Kommunikation. Am Ende der Entwicklung könnte eine Spaltung der Öffentlichkeit in „Freunde“ und „Feinde“ stehen – während klassische Medien als vermittelnde Instanz an Bedeutung verlieren. Die Methode „Trump“ ist einfach zu verlockend. Und sie beginnt scheinbar harmlos. „Wenn ich in der Woche eine Million Menschen über Facebook erreiche, ist das eine mittlere Zeitung. Und da filtert mich keiner,“ freut sich Sahra Wagenknecht. Auch Frauke Petry schwärmt: „Die sozialen Medien haben für uns den großen Vorteil, dass kein Filter zwischen uns und dem Bürger mehr ist. Nicht umsonst ist die AfD gerade in diesen Medien so erfolgreich.“ Kein Filter? Klingt gut, klingt demokratisch. Und ist doch gefährlich. Denn in der maximal reduzierten Kommunikation werden Journalisten umgangen, deren Arbeit für eine demokratische Öffentlichkeit systemrelevant ist: Recherche, Analyse, Kritik. Wohin das führen kann, zeigt Donald Trump der Welt seit Monaten. Über seine vielen Millionen Twitter- und Facebook-„Freunde“ bringt er „ungefiltert“ Gerüchte und Falschmeldungen in Umlauf – und brandmarkt anschließend kritische Medien wie CNN und New York Times via Twitter als „Feinde des Volkes“. In den USA tobt längst ein Kampf zwischen Politikern wie Trump und Journalisten. Und Deutschland ist gar nicht so weit davon entfernt. Kai Diekmann, bis vor kurzem mächtiger BILD-Herausgeber, gab im Interview die Richtung vor: „Wir haben das Gefühl, dass in der AfD gefährlicher Antisemitismus steckt, auch viele ausländerfeindliche Äußerungen. Das ist brandgefährlicher Populismus. Das wird von uns bekämpft. Und deshalb werden wir umgekehrt auch von der AfD bekämpft.“
Ein Strukturwandel der Öffentlichkeit zeichnet sich ab. Und er vollzieht sich längst nicht nur innerhalb der politischen Klasse. Auch die Beziehung von Medien und Bürgern verändert sich rasant. Als Chef von BILD.de beobachtet Julian Reichelt, wie viel Hass und Unverständnis Journalisten in den Foren der sozialen Medien entgegenschlägt: „Wir haben als Medien über Jahrzehnte hinweg unsere enorme Reichweite als enorme Zustimmung interpretiert. Und haben dabei übersehen, dass wir ein Verteilungsmonopol besessen haben. Viele Menschen haben das Gefühl, dass die sozialen Medien ihnen jetzt Zugriff auf die Wahrheit geben, die wir ihnen jahrzehntelang vorenthalten haben könnten. Das hat eine neue Parallelgesellschaft in der digitalen Welt geschaffen.“
Empfänger und Sender nicht auf Augenhöhe
Spannende Dinge passieren in dieser Parallelgesellschaft, auch das wurde bei der Arbeit an dem Film deutlich. Bürger verlangen nach Teilhabe an der Öffentlichkeit, sie melden sich mit Kommentaren zu Wort, Video-Blogger stellen eigene Filme ins Netz, eine neue Diskussionskultur entsteht. Doch Empfänger und Sender tauschen sich natürlich nicht auf Augenhöhe aus, wie sich das Bertold Brecht einst in seiner Radiotheorie erträumte. Nahezu alle Politiker und Journalisten, die ich für den Film interviewen konnte, sind besorgt, dass die Gesellschaft weiter auseinander driftet. Carline Mohr, als Chefin vom Dienst bei SPIEGEL Online auch für sozialen Medien zuständig, hat einen genauen Blick auf die neuartige Meinungsbildung. Sie berichtet: „Während der Flüchtlingskrise gab es nur „Gutmenschen“ und „Nazis“. Was heute passiert, ist eine Folge dieser Entwicklung.“ Auch Tilo Jung, der Polit-Blogger von „Jung & Naiv“, kennt die hermetische Meinungsbildung in sozialen Medien. Sein Befund: „Die Blase wird immer dicker.“
Einige Interviewpartner sprachen gar von einer „Zeitenwende“. Sie standen spürbar unter dem Eindruck des Brexit-Votums und des Wahlsiegs von Donald Trump. Zeitenwende ist ein großes Wort. Ob es für die aktuelle Entwicklung passt, wird sich erst künftig sagen lassen. Schon nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich und dem Bundestagswahlkampf werden wir mehr wissen. Die demokratische Öffentlichkeit ist offenkundig anfällig geworden – anfällig für Manipulationen, anfällig für eine Spaltung in „Freunde“ und „Feinde“. Offenkundig ist auch, dass einige Politiker aus dieser Spaltung ihren Nutzen ziehen. Einer von ihnen wohnt jetzt im Weißen Haus.
Videos zu „Nervöse Republik“:
Zum Film:
Die 90-minütige Dokumentation „Nervöse Republik“ wurde von Stephan Lambys Firma ECO Media im Auftrag von NDR und RBB produziert (Redaktion: Dirk Neuhoff, Kuno Haberbusch, Patricia Schlesinger). Das Erste zeigt den Film am 19. April um 22.45 Uhr. Am 29. März wird „Nervöse Republik“ im Berliner Babylon-Kino als Preview gezeigt. Im Anschluss diskutieren einige Protagonisten, moderiert von Anne Will. RBB und Phoenix werden die Diskussion aufzeichnen.
Zum Autor:
Stephan Lamby hat Filme über Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Fidel Castro, Henry Kissinger und die Finanz- und Eurokrise hergestellt. Er wurde u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrichspreis ausgezeichnet.
Veröffentlicht am: 03.04.2017 in Artikel
Zufällige Auswahl
Sexuelle Übergriffe: Haben Polizei und Medien versagt?
„Ich habe Zweifel, ob uns die Polizei wahrhaftig informiert,“ Peter Pauls, Chefredakteur Kölner Stadtanzeiger, über die Silvesternacht und Vorwürfe gegen Polizei und Medien.
Schwarz Rot Gold: Weswegen sieht die deutsche Flagge so aus?
Seit 70 Jahren ergeben Schwarz, Rot und Gold offiziell die Flagge von Deutschland. Doch der Ursprung dieser Farbkombination führt noch etliche Jahre weiter zurück in der Geschichte. In diesem Video erfahrt ihr, woher sie stammen.
Italien: Hoffnung inmitten der Zerstörung
Bei einem Erdbeben in Italien sollen über 250 Menschen ums Leben gekommen sein. Besonders grausam: unter den Toten befinden sich überdurchschnittlich viele Kinder. Dies hängt mit einer italienischen Tradition zu tun.
Diederichsen über Bowie: Kein Rock´n´Roll Suicide
Diederichsen über Bowie: „Er war einer der 4, 5 Figuren, die Popmusik definiert haben. Und von den anderen sind auch nicht mehr allzu viele am Leben“.
Maximale Digitalisierung: Einkaufen per Augen-Scan (probono Magazin)
Geld, Ausweiskontrolle, Unterschrift. Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran. Bald bezahlen wir nur noch mit einem Scan unserer Augen. Das probono Magazin zeigt euch Pro und Contra von Gesichtserkennung und Co.
Aufstand in Venezuela – Mein Leben unter Maduro
Venezuela steht am Rande eines Bürgerkriegs. Opposition und Bürger, die gegen Präsident Nicolás Maduro demonstrieren, werden von Polizei und Militär schonungslos bekämpft. Warum eskaliert die Gewalt? Im Videotagebuch berichten Augenzeugen eindrücklich von ihren Erlebnissen
Weitere dbate Artikel
Die Bundestagswahl aus Sicht des Internets
Die SPD zeigt der CDU die kalte Schulter – als einzige Koalitionsmöglichkeit bleibt jetzt nur noch eine „Jamaika-Koalition“ für Deutschland. Auf Twitter wird Martin Schulz scharf kritisiert und über eine mögliche Koalition aus Uniton, FDP und Grünen gescherzt. Für Wahlsiegerin Angela Merkel, aber auch auch für die AfD als drittstärkste Kraft, regnet es Glückwünsche aus Übersee.
Shutdown in den USA: Donald Trumps Mauer legt Teile der US-Regierung lahm
Es ist der längste Shutdown der US-Geschichte: Seit dem 22. Dezember 2018 ist der US-amerikanische Haushalt eingefroren, Hunderttausende Staatsangestellte bekommen seitdem kein Gehalt mehr und wurden entweder in einen unbezahlten Zwangsurlaub geschickt oder müssen ohne Bezahlung weiterarbeiten.
Sexuelle Belästigung: Frauen teilen ihre Erlebnisse mit #MeToo
Von Instagram bis Twitter: Unter #MeToo teilen aktuell immer mehr Frauen ihre Erfahrungen zu sexueller Belästigung und sexuellem Missbrauch. Eine Auswahl.
Rapper Eminem teilt aus: „Wir hassen Trump.“
Donald Trump oder Eminem? Vor diese Wahl stellt der Rapper seine Fans in seinem neuen Song, der sich klar gegen die Arbeit des US-amerikanischen Präsidenten richtet. Und ihn unter anderem als unkalkulierbaren Opa beschimpft.
#Barcelona: So reagiert das Netz auf den Terror
13 Tote und über 100 Verletzte: Das ist die traurige Bilanz nach dem jüngsten IS-Terroranschlag in Barcelona. Ein Transporter war auf der Flaniermeile Las Ramblas mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge gerast. Von Martin Schulz über Frauke Petry bis zu Donald Trump – wir haben die Twitter-Reaktionen für Euch zusammengestellt.
Trump: Sieg des Populismus – Niederlage des Journalismus
Viele Kollegen werden heute starke Zweifel bekommen haben. Zweifel an den USA, an der Welt – vor allem Zweifel an sich selbst. Kommentar von Stephan Lamby.
Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien
Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien
Der Tod von Uwe Barschel gibt nach wie vor Rätsel auf. Wie ist der Politiker 1987 gestorben? War es Mord, Selbstmord oder Sterbehilfe?
Zum Schwerpunkt „Barschel und andere Verschwörungstheorien“ zeigt dbate.de:
– FLASH: Barschel – das Rätsel (kompletter Film)
– INTERVIEW: ex-SPIEGEL-Chefredakteur Erich Böhme über Uwe Barschel: „Es war wohl Selbstmord“
– INTERVIEW: Kronzeuge Reiner Pfeiffer: „Ich war Barschels Mann fürs Grobe“
– INTERVIEW: Hans-Christian Ströbele über die Barschel-Affäre
– FLASH: Die TOP 15 Verschwörungstheorien im Netz
– SKYPE-TALK: Professor Butter über Verschwörungstheorien
Veröffentlicht am: 03.02.2016 in Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien
Zufällige Auswahl
Mit dem Selfie-Stick durch Südostasien: Thailand
Hautnah, ungeschönt, ehrlich: Die Hamburger Studentinnen Kyra Funk und Anni Brück reisen zwei Monate lang mit ihrem Rucksack durch Thailand, Kambodscha, Vietnam und Laos. Immer mit dabei: der Selfie-Stick, mit dem die beiden ihre Reise dokumentieren. In jedem Land stellen die Zwei sich dabei einer selbst auferlegten Herausforderung. Teil 1: Thailand – Backstage bei den Ladyboys
„Grundeinkommen für alle!“ – Michael Bohmeyer über sein Experiment
Was würde passieren, wenn man dir einfach so jeden Monat 1.000 Euro geben würde? Das will Michael Bohmeyer mit seinem Experiment „Mein Grundeinkommen“ herausfinden. Seine Initiative verlost regelmäßig ein bedingungsloses Grundeinkommen – finanziert via Crowdfunding. Interview über ein spannendes Vorhaben.
Playboy-Gründer Hugh Hefner: „Ich wollte kein Sex-Magazin machen“
Vor mehr als 60 Jahren hat Hugh Hefner das legendäre Playboy-Magazin auf den Markt gebracht. Nun ist er im Alter von 91 Jahren verstorben. In diesem historischen Interview (2003) spricht der Playboy-Gründer über die Anfänge des Magazins und sein wildes Leben.
„Neustaffelansprache“: Böhmermann meldet sich zurück
Jetzt übernimmt „der kleine blasse Junge“ auch noch die Führung der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Winterpause ist Jan Böhmermann wieder zurück und hält noch kurz eine freche „Neustaffelansprache“ für sein am Donnerstag startendes Neo Magazin Royale 2017. Eine gewohnt satirische Videobotschaft in „politisch unsicheren Zeiten“.
Schaulustige filmen Unfall auf dem Eis anstatt zu helfen
Kennt die Sensationslust keine Grenzen? Per Handykamera filmt ein Mann mehrere Menschen, die über den teils zugefrorenen Olympiasee in München spazieren. Die Eltern eines Kindes brechen im Eis ein und schreien um Hilfe. Der Gaffer und seine Freundin lachen und filmen weiter.
Containern – Mein Essen aus dem Müll
Viele Lebensmittel in Supermärkten landen nach Ablauf des Haltbarkeitsdatum in der Mülltonne, obwohl sie noch gut sind. Alex Cio geht containern: Er rettet diese Lebensmittel. Unglaublich sind die Mengen, die er dabei findet. Das ist zwar illegal, aber er möchte damit ein Zeichen setzen gegen die deutsche Wegwerf-Gesellschaft.
Weitere dbate Artikel
Präsident Erdogan bei Pressekonferenz von Müdigkeit übermannt
Zum Gähnen langweilig fand der türkische Präsident Erdogan offenbar die Rede seines ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko und nickte während einer gemeinsamen Pressekonferenz hin und wieder kurz weg.
Schwerpunkt: „Rechtsruck in Europa“
– DOKU: „Rechts, zwo, drei – driftet Europa ab?“
– INTERVIEW: Ralf Stegner (SPD) über die AfD
– INTERVIEW: AfD-Gründungsmitglied Konrad Adam
– INTERVIEW: Uwe Junge (AfD) über Flüchtlinge
Millionen Fliegen können irren – Scheiße schmeckt scheiße
So ist eben Demokratie – das Volk hat die Macht. Auch die Macht, sich für einen falschen Weg zu entscheiden. Sogar die Macht, einen Politiker zu wählen, der das Volk später als Diktator vergewaltigt (wie die Deutschen 1933). So haben die Briten jetzt mehrheitlich entschieden, die Europäische Union zu verlassen, das größte europäische Friedens-Projekt nach dem Zweiten Weltkrieg. Warum? Weil zu viele Briten offenkundig engstirnig sind, weil der gedankliche Horizont zu vieler an den Küsten ihrer Insel jäh abreißt.
Videotagebuch des „singenden Astronauten“
Seit Frühjahr 2014 stand eine dbate-Mitarbeiterin mit der kanadischen Weltraum Agentur CSA in Kontakt. Sie führte ein Interview mit dem Astronauten Chris Hadfield und konnte schließlich das Videomaterial seiner Weltraummission von Dezember 2012 bis Mai 2013 für ein ungewöhnliches Videotagebuch nutzen.
Schwerpunkt: Shitstorms – Hetzjagd im Internet
– VIDEOTAGEBUCH: Mein Shitstorm
– SKYPE-TALK: Mit Nackfotos gegen „Rache-Pornos“
– FLASH: Auch schon mal im Netz „gehated“?
#BosbachLeavingThings: Hier sind die 10 besten Montagen
Nach dem Eklat bei Maischberger: Wolfgang Bosbach (CDU) verlässt noch während der Talksendung das Studio. Thema waren die heftigen Ausschreitungen zum G20-Gipfel. Eine solche Steilvorlage kann das Internet natürlich nicht einfach so liegen lassen. Unter dem Hashtag #BosbachLeavingThings verbreiten sich jetzt zahlreiche, witzige Bilder, die Bosbach beim Verlassen von verschiedenen Situationen zeigt. Wir haben die besten für Euch zusammengestellt.
No Pets! No Porn! - wir machen Journalismus! dbate.de ist online No Pets! No Porn! - wir machen Journalismus! dbate.de ist online
No Pets! No Porn! - wir machen Journalismus! dbate.de ist online No Pets! No Porn! - wir machen Journalismus! dbate.de ist online
Deutsche Fußballfans filmen die letzten Tage vor dem WM-Finale in Rio de Janeiro, zwei Frauen in Donezk zeigen die Spuren der Bombardierung ihrer Nachbarschaft, ein deutscher Mount-Everest-Bergsteiger hält seine Kamera auf eine sich nähernde Lawine, zwei Männer streiten via Skype über Sterbehilfe, und die User geben ihre eigenen Gedanken dazu – das alles und noch viel mehr passiert auf unserer neuen Videoplattform dbate.de.
Überall auf der Welt zücken ganz normale Menschen ihre Handys und nehmen kleine Filme auf. Immer mehr von ihnen stellen ein paar Sekunden oder Minuten davon ins Internet, damit wieder andere ihre Filme sehen können. So werden aus Augenzeugen Berichterstatter. Und es ist nicht alles belanglos, was da im Internet zu finden ist; es gibt weitaus mehr als Katzenvideos, Schmink-Tipps und Pornos. Zum Beispiel Videos von Krebskranken, die ihre Therapie filmen und so anderen Kranken Mut machen. Oder Videos von jungen Touristen, die durch Nordkorea reisen und an der Zensur vorbei Bilder vom alltäglichen Leben einer mittelalterlich anmutenden Gesellschaft aufnehmen.
Wir verstehen das Internet auch als riesiges Sammelbecken von Geschichten und Schicksalen. Die besten und wichtigsten von ihnen zu finden, ihre Macher zu befragen, sie auf Glaubwürdigkeit zu überprüfen, rechtliche Fragen zu klären und schließlich aus vielen Einzelteilen VIDEOTAGEBÜCHER zusammenzusetzen – das ist unsere Aufgabe. Eine Herausforderung, auch eine große Freude.
Dazu kommen die Möglichkeiten, die noch relativ junge Technologien wie Skype oder Disqus bieten. Über Skype können wir schnell und unkompliziert Menschen weltweit interviewen – einzeln, oder zu zweit, etwa als STREITGESPRÄCH. Und per Disqus können User ihre Meinung austauschen – freundlich, kritisch, anregend, natürlich nur oberhalb der Gürtellinie. Und dann zeigen wir lange INTERVIEWS, die wir als Journalisten seit Jahren für klassische TV-Dokumentation führen, die dort aber höchstens ein paar Minuten lang zu sehen sind. Auf dbate.de gibt es jetzt Gelegenheit, Gespräche mit Politikern, Managern, Schauspielern, Musikern usw. schon mal 30 Minuten oder noch länger zu sehen.
Und schließlich: dbate ist eine offene Plattform. In der Kategorie FLASH zeigen wir Filme von anderen Filmemachern, lange oder kurze Beiträge, die wir als Redaktion den Zuschauern empfehlen oder kurze Videos zu aktuellen Themen, die uns im Netz aufgefallen sind. Außerdem: Einmal pro Woche kann ein Videoblogger per Video-Kolumne seine Sicht auf die Welt mitteilen, mehr dazu unter dbate-STAR.
Natürlich sind wir für Themenvorschläge und konstruktives Feedback dankbar. Es muss nicht gleich per Video sein, Emails lesen wir auch. Und wer seine Meinung öffentlich machen will, der hat auf dbate.de ausreichend Gelegenheit dazu.
Hier ein Blick hinter die Kulissen – die dbate-Redaktion und die Entwickler der Agentur Werk4 bei der Arbeit: Making of dbate.de
Viel Vergnügen beim Sehen, Lesen und Debattieren wünscht
die dbate-Redaktion
Veröffentlicht am: 01.12.2014 in No Pets! No Porn! - wir machen Journalismus! dbate.de ist online
Zufällige Auswahl
Schlimm, schlimmer, Nachrichten! Warum ist das so? (probono Magazin)
Wir leben in einer Zeit der Superlative – Nachrichten müssen immer schockierender und immer krasser werden, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Zuletzt war das Hurrikan Irma, der die Nachrichtenlage dominierte und von den Medien auch entsprechend in Szene gesetzt wurde. Dabei geraten andere wichtige Themen oft ins Vergessen…
Welche Macht haben Medien (noch)? BILD-Chef Reichelt im Interview
Terror, ISIS, PEGIDA, AfD – die Unsicherheit in Deutschland spiegelt sich auch in Klicks auf BILD.de wider. „Die Menschen haben irrationale, aber sehr reale Ängste“, sagt der Vorsitzende der BILD-Chefredaktion Julian Reichelt. Ein Interview über die Frage, wie sich das Verhältnis von Journalisten, Politikern und Bürgern durch Soziale Medien verändert hat.
Tschernobyl: So sieht die Stadt heute aus
26. April 1986: Reaktor 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl explodiert! Heute jährt sich die schlimmste Nuklearkatastrophe aller Zeiten zum 30. Mal. Bis heute versuchen Arbeiter der kontaminierten Abfallprodukte Herr zu werden. Das Video zeigt die verlassene und fast gruselig anmutende Gegend rum um das verlas
Sepp Blatter – die Gedankenwelt des Paten
Ungekürztes Interview von 2007. Sepp Blatter über Macht und Machenschaften im Weltfußball und seine Vision von der FIFA. Ein historisches Gespräch.
probono-Magazin: Grüße von der Lügenpresse
Darf man an Karneval wirklich alles? Allerdings – dachten sich die „Pegida-Heuschrecken“ und schritten zur (Un-)Tat: einfach mal einen Balkan-Express basteln und „Die Plage kommt“ drauf schreiben: fertig ist der Karnevalswagen. Außerdem im probono-Magazin: die übernatürliche Spendenwirkung von Ulrich Wickert, ein Shitstorm gegen die Tagesschau und andere paranormale Aktivitäten. Alles mit freundlichen Grüßen von der Lügenpresse.
Die schmutzige Wahrheit über Bananen (probono Magazin)
Die Banane gehört mit zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Doch die Massenproduktion der gelben Frucht richtet in ihrem Ursprungsland großen Schaden an. Das probono Magazin zeigt erschreckende Bilder von den ausgebeuteten Arbeitern auf den Bananen-Plantagen Ecuadors.
Weitere dbate Artikel
Schwerpunkt: Übergriffe in der Silvesternacht
– UMFRAGE: Frauen auf der Reeperbahn
– SKYPE-TALK mit Serge Menga: „Redet Klartext!“
– STREITGESPRÄCH: Abschiebegesetz verschärfen?
– SKYPE-TALK zu #koelnhbf: „Führen die falsche Diskussion!“
– SKYPE-TALK: Haben Polizei und Medien versagt?
– FLASH: Kölner Hauptbahnhof – Übergriffe an Silvester
VIDEOTAGEBUCH-REIHE: „Das große (Arbeits)Los“
– Thomas – vom Unternehmensberater zum Flötenspieler 1/5
– Yolanda – Spanischlehrerin in Berlin 2/5
– Dimitrios – Traum vom Showbusiness 3/5
– Dominik – zwischen Call-Center und Gedichten 4/5
– Teepeeland – die Aussteiger-Kommune 5/5
dbate.de jetzt auch auf SPIEGEL.TV
Ab sofort sind ausgewählte Videotagebücher und Interviews von dbate.de auch auf SPIEGEL.TV, dem Web-TV auf SPIEGEL ONLINE, zu sehen.
Israel lädt zur größten Musikparty der Welt ein
Heute findet der Eurovision Song Contest statt. Die Mega-Party steigt dieses Jahr, nach dem Sieg der Israelin Netta im letzten Jahr, in Tel Aviv.
Schwerpunkt: „Argentinien vor der Wahl“, DFB-Skandal
– VIDEOTAGEBUCH: Mein Argentinien
– FLASH: Argentinien: wie geht es weiter?
– SKYPE-TALK zum DFB-Skandal
– FLASH: Niersbachs märchenhafte PK
– FLASH: DFB interviewt DFB
Schwerpunkt: Sexualität weltweit
– VIDEOTAGEBUCH: Sexualität weltweit
– SKYPE-TALK: Mit Nackfotos gegen Rache-Pornos
– STREITGESPRÄCH: Prostitution legalisieren?
– FLASH: Digital Diaries – die neue Doku-Reihe
Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv
Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv
dbate.de und der Web-TV-Sender dctp.tv des Autors und Filmemachers Alexander Kluge werden künftig projektbezogen kooperieren.
Herausragende Filme von dctp.tv werden gelegentlich auf dbate.de gezeigt – umgekehrt zeigt dctp.tv besondere Videotagebücher und andere Produktionen von dbate.de. Darüber hinaus werden sich Alexander Kluge und Stephan Lamby via Skype etwa drei bis vier Mal im Jahr über ein wichtiges Thema unterhalten. Zum Auftakt geht es um Krieg. Außerdem ist auf dbate.de als FLASH Alexander Kluges Film „Nachrichten vom Großen Krieg (1914-1918)“ zu sehen.
Mehr dazu auch auf www.magazin.dctp.tv.
Veröffentlicht am: 20.11.2014 in Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv
Zufällige Auswahl
TOP 5 Heavy-Metal-Rituale
Auf Heavy Metal-Festivals wie dem Wacken-Festival wird ordentlich gefeiert. Wie fast jede Community hat auch die Heavy Metal-Gemeinde ganz eigene Feier-Rituale. Wir haben für euch die freakigsten fünf zusammengestellt. Von „Headbanging“ bis „Circle Pit“ ist alles dabei. Viel Spaß und Hals – und Genick …äh… Beinbruch.
Xavier Naidoo – der „richtige“ für #ESC16?
Der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo hat immer wieder für Aufsehen gesorgt. Mal tritt er bei einer umstrittenen Mahnwache vor dem Kanzleramt auf, mal disktuiert er im Internet über Verschwörungstheorien. Auch seine Liedtexte gehen häufig in eine sehr systemkritische Richtung. In unserem FLASH-Video spricht Naidoo über die Bilderberger-Konferenz, Lügende Politiker und Angela Merkel.
Mit Joko und Klaas gegen die AfD
Die SPD ist ratlos. Wie soll sie die AfD bekämpfen? Bei den letzten Landtagswahlen ist die AfD nicht nur der CDU sondern auch den Sozialdemokraten bedenklich nahe gekommen. In ihrer Not haben die Sozis ein paar Prominente gebeten, ihnen zu helfen – darunter Joko, Klaas, Kalkofe. Für ein Wahl-Video ließen sich die TV-Größen gerne vor den Partei-Karren spannen. Sie tun so, als wenn sie einen Witz erzählen würden. Und finden es selbst gar nicht lustig.
Anja Reschke: „Journalisten sollten nicht Gegner sein“
Wie sollen Journalisten über Rechtspopulisten berichten? Mit Fakten, Argumenten und einer kritischen Analyse. Im Zeitalter der schnellen Online-Medien eine zusätzliche Herausforderung, so die Journalistin Anja Reschke. Interview bei der Jahrestagung Netzwerk Recherche.
DFB-Skandal: Wer hat die beste „Krisen-Strategie“?
„Das zerstörte Sommermärchen“. So lautet die aktuelle Titelstory des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL. Darin wird nicht weniger behauptet, als dass die Heim-WM 2006 mit mehreren Millionen Euro gekauft wurde. Als Beleg dafür sollen Geheimdokumente dienen–die allerdings bislang geheim blieben. Das lässt sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbrach nicht bieten und schlägt prompt zurück – in einem Interview mit seiner eigenen DFB-Pressestelle. „Das war ein Schuss in den Ofen“, meint Auftrittsberater Wolf Achim Wiegand im Skype-Talk. Doch die Krise könnte auch den SPIEGEL schnell einholen, wenn er nicht bald überzeugende Beweise liefert. Und dann wäre da noch die BILD-Zeitung. Die stellt sich uneingeschränkt hinter den DFB und ihren Kolumnisten Franz Beckenbauer. Dazu meint Wiegand: „Die BILD-Zeitung hat eine Krise, weil sie sich jetzt auf eine bestimmt Seite stellt.“ Wer am Ende Recht hat, bleibt abzuwarten. Eine Bewertung des aktuellen Krisenmanagements aller Seiten gibt´s bis dahin in unserem Skype-Talk.
Obama in 3D
Kein Maler, sondern Millionen Messungen und ein einzigartiger Scanvorgang halten hier das Gesicht des US-Präsidenten für die Geschichte fest.
Weitere dbate Artikel
Video-Tweet: Trump verprügelt CNN
Donald Trump sorgt mit seinem Prügel-Video gegen CNN ‚mal wieder für Schlagzeilen. Der US-Präsident gab sich auf Twitter alles andere als staatsmännisch und veröffentlichte ein altes Video von einem Wrestlingkampf. Statt wie damals auf seinen Gegner einzuschlagen, prügelt er in dem Twitter-Video mehrfach auf ein eingeblendetes CNN-Logo ein.
Die Demokraten machen Ernst: Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestartet
Seitdem Donald Trump Präsident der USA ist, geistert ein Wort durch die US-amerikanischen aber auch internationalen Medien: Impeachment.
Schwerpunkt: Mein Kampf / Unser Kampf
– SKYPE-TALK zur Neuauflage von „Mein Kampf“
– FLASH: ARD-Film „Vater, Mutter, Hitler“ (Trailer)
– FLASH: „Vater, Mutter, Hitler“ – das Making-of
– VIDEOTAGEBUCH: „Mein 1945“
Burkini-Verbot: Polizei greift in Nizza offenbar hart durch
Es klingt absurd, ist aber Realität. Im französischen Nizza haben Polizisten mit dem Burkini-Verbot ernst gemacht und eine Frau am Strand aufgefordert, sich zu entkleiden. Fotos, die sich via Twitter verbreitet haben, zeigen wie insgesamt vier Polizisten um die Frau herumstehen und sie offenbar zum Entfernen ihres Oberteils. Ob es sich dabei überhaupt um einen Burkini handelt, lässt sich schwer sagen.
Truthahn im All: So feiern Astronauten Thanksgiving
Thanksgiving wird in Amerika groß gefeiert. Doch fernab der Erde gibt es das Fest sogar auch: Auf der internationalen Raumstation ISS. Doch wie bereiten die NASA-Astronauten das traditionelle Essen in völliger Schwerelosigkeit zu? Die NASA zeigt in einem Video, wie es funktioniert.
Deutsche Journalistin Mesale Tolu aus türkischer Haft entlassen
Nach über sieben Monaten in türkischer Untersuchungshaft ist die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu unter Auflagen freigelassen worden. In einer ersten Pressekonferenz äußert sie sich zur Solidarität, die sie während der Haft erfuhr. Das Verfahren gegen sie und andere Journalisten geht allerdings weiter.