Schlagwort: Stephan Lamby
Artikel Die AfD gewinnt die Jamaika-Verhandlungen – das Land verliert
Artikel Die AfD gewinnt die Jamaika-Verhandlungen – das Land verliert
Ein Kommentar von Stephan Lamby
„Uns eint die Verantwortung für die Menschen und die Zukunft unseres Landes.“
So heißt es in der Präambel des Jamaika-Papiers. Es blieb beim Entwurf. Am Ende haben es die Verhandler nicht einmal gemeinsam vor die Kameras geschafft. Wichtiger war den Politikern, die über einen Monat lang verhandelt haben, die eigene Inszenierung. Von gemeinsamer Verantwortung keine Spur. Auch vom Vorsatz, als Demokraten gegen die Rechtspopulisten der AfD zusammenzustehen, ist nichts übrig geblieben. Die AfD saß in all den Verhandlungswochen mit am Tisch – unsichtbar. Die Angst der CSU vor einer Niederlage gegen die AfD bei den bayerischen Landtagswahlen im kommenden Jahr hat Horst Seehofer und seine Leute dazu gebracht, auf seiner Obergrenzen-Position zu beharren. Die gesamte Diskussion um Familiennachzug von geduldeten Flüchtlingen war eine Scheindiskussion. In Wahrheit ging es nicht um Familien aus Syrien und Afghanistan, sondern um den Machterhalt der CSU, die absolute Mehrheit, in Bayern. Verantwortung für die Zukunft des Landes? Sieht anders aus.
Viele Verlierer
Jetzt wird es der AfD leicht fallen, die gescheiterten Jamaika-Parteien als „Alt-Parteien“ abzutun. Wird die CSU so ihre Macht in Bayern verteidigen? Auch die anderen Jamaika-Partner haben verloren: Die Grünen, weil sie in der Klima- und Flüchtlingspolitik schon sehr früh wesentliche Positionen geräumt haben, sich also auf das Spiel der CSU eingelassen haben – und jetzt doch nicht mit der erhofften Regierungsbeteiligung entlohnt werden. Die CDU hat verloren, weil sie sich ihre Vorsitzende in den Verhandlungen ganz darauf konzentriert hat, Bindegewebe der anderen Parteien zu sein – und jetzt als Partei beziehungsweise Frau ohne Eigenschaften dasteht. Die FDP hat verloren, weil sie ihr Image als Leichtmatrosen, die der Regierungsverantwortung nicht gewachsen sind, zementiert hat.
„Die Inszenierung war wichtiger als die Verantwortung“
Die Jamaika-Partner waren von Anfang an Jamaika-Gegner – im permanenten Wahlkampfmodus. Sie haben die Verhandlungen öffentlich geführt, Vorschläge über Interviews oder Twitter kommuniziert, bevor sie ernsthaft geprüft und beantwortet werden konnten. So wirkt die These, der Ausstieg der FDP sei eine gut vorbereitete Spontaneität gewesen, auch plausibel. Die Inszenierung war wichtiger als die Verantwortung. Die Jamaika-Parteien haben verloren. Das Land hat verloren.
Veröffentlicht am: 20.11.2017 in Artikel
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Selbstmord-Experiment: makaber oder berührend?
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Schwerpunkt: Festival-Fieber
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Artikel Bundestagswahl 2017 – der Sieg der Spießer
Artikel Bundestagswahl 2017 – der Sieg der Spießer
Kommentar zur Bundestagswahl 2017 von Stephan Lamby
Martin Schulz und seine SPD haben sich geirrt. Die Deutschen treibt im Jahr 2017 nicht so sehr die Frage um, ob es im Land gerecht zugeht. Die klassische Soziale-Gerechtigkeits-Kampagne, routiniert abgespult von einer gut ausgestatteten Wahlkampfmaschine, lief spektakulär ins Leere. 12,6 % der Wähler haben sich für die unerfahrene, bis aufs Blut zerstrittene AfD entschieden, nur 8 % weniger als für die SPD mit ihrer 154-jährigen Geschichte. Auch die CDU hat mit ihrer ganz auf Angela Merkel zugeschnittenen, selbstgefälligen Gut-und-Gerne-Kampagne die Stimmung im Land falsch eingeschätzt – und dabei über 1 Millionen Wähler an die AfD verloren.
Und wie bei der Brexit-Entscheidung der Briten und bei der Trump-Wahl in den USA hat es auch in Deutschland nicht an Aufklärung über und Kritik an den neuen Rechten gemangelt. Doch die tapfere journalistische Auseinandersetzung mit der AfD greift ebenso wenig wie die falschen Kampagnen von CDU und SPD.
Riesenangst vor Andersartigkeit
Die AfD hat im Wahlkampf wenig auf klassische Parteithemen gesetzt, das Thema soziale Gerechtigkeit hat sie anderen überlassen, auch um Arbeitsmarkt-, Steuer- oder Rentenpolitik hat sie sich kaum gekümmert. Wie und wo also die AfD stellen? Die AfD bekämpft etwas viel Umfassenderes als Ungerechtigkeit, Altersarmut, Bildungsmisere. Sie bekämpft im Kern etwas, das politisch und journalistisch viel schwerer zu greifen ist und das vielen Deutschen offenbar eine Riesenangst bereitet: Andersartigkeit. Die offene Gesellschaft mit vielfältigen Ethnien, Religionsgemeinschaften und Lebensentwürfen empfinden AfD-Wähler nicht als Bereicherung, sondern als Bedrohung. Mehrere Untersuchungen haben nachgewiesen, dass nicht nur Arbeitslose am Rande der Gesellschaft AfD wählen, sondern auch viele Deutsche mit gutem Einkommen aus der gutbürgerlichen Mitte. Sie sorgen sich weniger um den Verlust von Arbeitsplatz und Einkommen als um ihre kulturelle Identität. Die Ehe für alle ist diesen Deutschen genauso ein Grauen wie ein grenzenloses Europa und Hilfe für Kriegsflüchtlinge. Das Gesellschaftsbild, das die AfD für viele Deutsche so attraktiv macht, ist das der prä-68er-Zeit, ohne Rock’n’Roll, Multikulti, Emanzipation. Mag sein, dass sich ein paar AfD-Funktionäre in der Erinnerung an die NS-Zeit wärmen, in der man stolz auf die Leistungen der deutschen Wehrmacht sein konnte. Das Gros der AfD-Wähler als Nazis zu bezeichnen, würde ihnen aber Unrecht tun.
Bundestagswahlkampf 2017 war auch ein Kulturkampf
Viele AfD-Wähler dürften sich insgeheim nicht in die NS-Zeit zurücksehnen, sondern in die Adenauerära, mit ihrer streng standardisierten deutschen Leitkultur – aufgepeppt höchstens durch ein wenig Dieter Bohlen und Helene Fischer anstelle von Peter Alexander und Heino. Das Adenauer-Deutschland wird selbst von den AfD-Wählern verklärt, die es gar nicht erlebt haben, weil sie entweder zu spät oder im anderen Teil Deutschlands geboren wurden. Das Adenauer-Deutschland ist ein Synonym für ein Land, das sich erfolgreich gegen fremde Einflüsse abschottet (die vielen Gastarbeiter, die ab Mitte der 1950er Jahre in die Bundesrepublik kamen, wurden als billige Arbeitskräfte gebraucht und am Rande der Gesellschaft geduldet. Von einer „Durchmischung des deutschen Volkes“ war damals nicht die Rede). Das Adenauer-Deutschland ist aber auch ein Synonym für ein Land, das sich jedem politischem und gesellschaftlichem Fortschritt widersetzt. AfD-Spitzenkandidat Gauland wurde am Wahlabend gefragt, welches Deutschland er sich wünscht. Seine knappe Antwort: „Ein Deutschland ohne Flüchtlinge“. Mit anderen Worten: Ein Deutschland ohne fremde Einflüsse, ohne Veränderungsdrang. 1957 erzielte die CDU von Konrad Adenauer mit ihrer „Keine Experimente“-Kampagne die absolute Mehrheit – und verschaffte dem deutschen Spießbürger ein neues Selbstwertgefühl. „Kennen wir nicht – wollen wir nicht“ wurde zur Abwehrhaltung einer Generation gegen alles Neue. 60 Jahre später ist die gesamte gesellschaftspolitische Debatte der AfD letztlich nicht in die Zukunft, sondern in diese Vergangenheit gerichtet: Keine offenen Grenzen, die Deutschen sollen unter sich bleiben, keine Experimente.
Der Bundestagswahlkampf 2017 war auch ein Kulturkampf, der von den etablierten Parteien (siehe oben) arrogant ignoriert wurde. Der AfD-Triumph ist ein Sieg der Spießer.
Veröffentlicht am: 25.09.2017 in Artikel
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Konrad Adam (AfD-Gründungsmitglied) über die AfD
Konrad Adam ist so etwas wie der „geistige Vater“ der AfD. Gemeinsam mit Bernd Lucke gründet er den eurokritischen AfD-Vorreiter „Wahlalternative 2013“. Doch anders als Lucke, hat Adam der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ nicht abgeschworen. Bis Juli 2015 war er sogar einer von drei Bundesvorsitzenden der Partei. Wie tickt Konrad Adam wirklich? Wie steht er zum Rechtsruck in der AfD? Ein Interview über angebliche Rassenunterschiede, Flüchtlinge und die Zukunft der AfD.
Werbe-Parodie: VW und die dunkle Seite der (Abgas-)Macht…
Bereits 2011 war Greenpeace der Meinung, dass Darth Vader mit dem Volkswagen-Konzern einen neuen Verbündeten für die dunkle Seite der Macht gewonnen hat. Für den legendären NFL-Superbowl, das größte Sportereignis in den USA mit entsprechenden Einschaltquoten, produziert VW einen Werbespot mit einem Kind in Darth Vader-Montur (siehe unten). Darin versucht die Miniaturversion des Darth Vader vergeblich, Gegenstände mit seinen telepathischen Kräften zu bewegen. Doch nichts bewegt sich – lediglich ein VW-Passat reagiert auf die Verführung der dunklen Macht.
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Schwerpunkt: Terror in Brüssel
– FLASH: Terror in Brüssel: Augenzeugenvideos
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– FLASH: Explosion am Flughafen: Augenzeugenvideo
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Videos: Taliban erobern offenbar Teile von Kunduz
Im afghanischen Kunduz kommt es seit Montag zu heftigen Gefechten zwischen Taliban-Kämpfern und afghanischen Sicherheitskräften. Dieses Twitter-Video des Journalisten Ahmet Yar zeigt eine von den Taliban aufgebaute Straßensperre auf dem Weg nach Kunduz. Die Taliban versuchen so, Hilfe für das afghanische Militär und US-Soldaten in Kunduz zu verhindern.
Schwerpunkt: Wer ist das Volk? #Clausnitz
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Umstrittene Wahl: Chaos und Tote auf den Straßen von Venezuela
Am Sonntag stimmte Venezuela über eine Verfassunggebende Versammlung ab. Dabei kam es zu zahlreichen Ausschreitungen und Unruhen. 15 Menschen wurden dabei getötet. Diese Videos zeigen die gewalttätige Vorgehensweise der Protestler.
„Kommt her und haltet es 24 Stunden aus“ – Syrer laden AfD nach Ost-Ghouta ein
Syrien sei sicher genug, dass Flüchtlinge dorthin zurückkehren können – so das Fazit der AfD-Abgeordneten, die derzeit das Land besuchen. Die Reise wurde nicht nur von der Bundesregierung scharf kritisiert; Aktivisten aus Syrien fordern mit einem Video die AfD-Politiker auf, statt sich die Schönmalerei des Regimes anzuschauen, zu den Betroffenen im umkämpften Gebiet Ost-Ghouta zu reisen.
Je suis Charlie
– Terror in Paris – die Videos
– Skype-Talk – Titanic-Chefredakteur
– FLASH – die Antwort der Zeichner
– Montage – die Reaktion der Videoblogger (später)
– Ich bin Charlie – Deutsche fühlen mit (später)
Artikel Helmut Kohl – im Halbdunkel
Artikel Helmut Kohl – im Halbdunkel
Im Jahr 2003 stellte sich Helmut Kohl einem ungewöhnlichen Gespräch. Es dauerte vier Tage. Und wurde Kohls letztes großes TV-Interview.
von Stephan Lamby
Der Weg ins Herz des Altkanzlers führte über seinen Magen. Der Abend war geplant als Abklopfen, als Versuch herauszufinden, ob er uns vertrauen kann. Uns, den Journalisten, die für den NDR einen Film über sein Leben drehen wollten. Ausgerechnet für den NDR, mit dem Kohl immer wieder im Streit lag. Michael Rutz, meinen Co-Autor, kannte er bereits. Rutz war Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung Rheinischer Merkur – aus Sicht von Kohl kein Nachteil. Aber mich kannte Kohl nicht. Also wollte er mir auf den Zahn fühlen. Wir hatten einen Tisch bei seinem Lieblingsitaliener in Berlin-Grunewald reserviert. Kohl brachte seine Entourage mit, auch Juliane Weber, seine Büroleiterin. Bevor die Befragung richtig losging, wurden große Mengen Vorspeisen und Spaghetti verzehrt.

So verging viel Zeit, bis die Prüfung begann. Ich wusste um meine weichen Stellen – Wehrdienstverweigerung, Demonstrationen gegen Atomkraft, vier Jahre ZEIT TV, dem Fernsehmagazin von Kohls verhasster ZEIT. Jetzt keine falsche Antwort. Wo ich denn aufgewachsen sei? Die Frage, das fand ich später heraus, war für Kohl von großer Bedeutung. Die regionale Herkunft half ihm, einen Menschen einzuordnen. Also: „In Bad Godesberg“. Kohl freute sich. Bad Godesberg ist Rheinland, Ludwigshafen-Oggersheim ist Rheinland. Wer aus dem Rheinland kommt, kann kein ganz schlechter Mensch sein. Nächste Frage, die nach der Schule: „Jesuitisches Jungen-Gymnasium“. Helmut Kohl widmete sich zufrieden der Nachspeise und verzichtete auf die heiklen Fragen. Er wollte vertrauen. So war Helmut Kohl eben auch. Ein Interview und Drehreisen wurden vereinbart, ohne Anwalt, ohne Vertrag. Ein Handschlag reichte.
dbate zeigt das Interview von 2003 in sechs einstündigen Folgen. Hier geht´s zu den Videos
Das Interview zog sich dann über vier Tage – zwei Tage im Frühjahr, zwei Tage im Herbst. Das Wohnzimmer seines Hauses in Oggersheim hatten wir wegen der Scheinwerfer etwas verdunkelt, stets stand genug Essen auf dem Tisch. Vier Tage Jugend im Krieg, Aufstieg in der CDU, Kanzlerschaft, Machtkämpfe, Mauerfall, Europa. Vier Tage Adenauer-Brandt-Schmidt-Honecker-Thatcher-Mitterand-Clinton-Bush-Gorbatschow. Und dann, natürlich, die Spendenaffäre. Jetzt stellten Michael Rutz und ich die Fragen, auch die unangenehmen.
„Was ich gesagt habe, genügt völlig“
Und Kohl schwitzte, sein Fuß wippte nervös. „Die Spender? Das waren vier, fünf Leute. Ich habe denen versprochen, dass ich das für mich behalte“ „Vier oder fünf?“ Kohl wurde ungehalten. Fühlte er sich beim Schwindeln ertappt, gab es diese Spender gar nicht? Jetzt keine falsche Antwort. „Was ich gesagt habe, genügt völlig.“ Helmut Kohl hatte sich vorgenommen, sein größtes Geheimnis mit ins Grab zu nehmen.
Helmut Kohl spricht über den Tod seiner Ehefrau Hannelore
Als die Sprache auf seine Ehefrau Hannelore kam, die sich zwei Jahre zuvor im Stockwerk über uns das Leben genommen hatte, brach Helmut Kohl die Stimme, Tränen traten in seine Augen. Hannelore Kohl hatte ich 1998 einmal im Bonner Kanzlerbungalow kennengelernt – eine selbstbewusste, stolze Frau. Wir gingen, vom Kamerateam gefilmt, an einem heißen Sommertag im Garten spazieren. Die Sonne machte ihr nichts aus. Wie muss sich ihr Seelenleben seitdem verändert haben, wie muss sie gelitten haben unter der Spendenaffäre, unter dem Ansehensverlust, vielleicht auch unter dem, was sie über ihren Mann erfuhr und was nur Eheleute wirklich etwas angeht. Auch Hannelore Kohl hatte sich entschlossen, ihre Geheimnisse mit ins Grab zu nehmen. Jetzt also saß der Witwer Helmut Kohl ziemlich einsam in seinem großen Haus, abgedunkelt wie in den letzten Lebenswochen seiner Ehefrau, die wegen ihrer Lichtallergie Sonnenstrahlen nicht mehr ertrug. Helmut Kohl fühlte sich an die düstere Zeit erinnert. Lange Pausen. Dann versuchte er, das Gespräch wieder auf die Höhepunkte seines Lebens zu führen, sprach über den Mantel der Geschichte, das Haus Europa, über Männerfreundschaften mit anderen großen Staatsmännern. Doch richtig hell wurde die Stimmung nicht mehr. Am Ende, als wir alle Fragen gestellt hatten, bedankten wir uns, schalteten das Kameralicht aus und zogen die Jalousien wieder hoch. Die Herbstsonne schien durch die Fenster. Als wäre nichts gewesen.
Dieser Text wird in wenigen Tagen auch im Helmut-Kohl-Sonderheft des SPIEGEL erscheinen.
Helmut Kohl – das Interview. Folge 1: Aufstieg und Kämpfe in der CDU
Veröffentlicht am: 19.06.2017 in Artikel
Zufällige Auswahl
„Wer sind diese Deutschen?“
Vor zweieinhalb Jahren ist der Schauspieler und Filmemacher Firas vor dem Krieg in seinem Heimatland Syrien geflohen und lebt jetzt in Berlin. Ende Januar erschien sein erstes Video im Rahmen der Webserie „Zukar“ (zu deutsch: Zucker). Hier nimmt er die deutsche Kultur mit einem Augenzwinkern mal etwas genauer unter die Lupe.
Hier erklärt Trump den US-Luftangriff in Syrien
„Assad hat das Leben von hilflosen Männern, Frauen und Kindern ausradiert“ – Donald Trump findet vor der Presse deutliche Worte. Der US-Präsident hat einen Angriff gegen die Luftwaffenbasis in Syrien gestartet. Von dem Stützpunkt der syrischen Armee sollen Giftgas-Angriffe auf syrische Siedlungsgebiete ausgegangen seien. Trump rief die Staatengemeinschaft auf, gegen den Terror vorzugehen.
LIVE: Die Amtseinführung von Donald Trump
Jetzt live vom Capitol Hill in Washington D.C.: Die Amtseinführung von Donald J. Trump.
Netz-Hit: Interview mit Frauke Petry
Der englische Journalist Tim Sebastian hat AfD-Vorsitzende Frauke Petry ganz schön in die Mangel genommen. In knapp 30 Minuten fragt der Journalist so gekonnt und hartnäckig nach, dass Petry gehörig ins Stottern gerät. Ein gutes Vorbild für gelungenen Journalismus.
In Gedenken an Peter Lustig: Zu Gast bei „Was bin ich?“
Peter Lustig – für viele Deutsche ein Held ihrer Kindheit. Heute ist sein Geburtstag – 80 Jahre alt wäre er geworden. Bekannt wurde er durch seine Sendung „Löwenzahn“ und lockte Millionen Kinder und deren Eltern vor die Fernsehgeräte. Auch 2000 in der Sendung „Was bin ich?“ überzeugte Lustig mit seiner lockeren und freundlichen Art.
Katarina Barley und Alexander Kluge: „Gegenalgorithmen für eine europäische Öffentlichkeit“
Im Rahmen einer Veranstaltung des niedersächsischen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten sprechen Katarina Barley und Alexander Kluge.
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Vorfall in London: Augenzeugen sprechen von Explosion in U-Bahn
In der Londoner U-Bahn soll es am Morgen des 15. Septembers zu einem „Zwischenfall“ gekommen sein, so nennt es die Londoner Polizei. Augenzeugen zufolge soll es eine Explosion gegeben haben in einer U-Bahn an der Station Parsons Green. Medien sprechen von etwa 20 Verletzten. Hintergründe zu den Motiven oder dem Täter sind noch unbekannt.
Scaramucci: So witzig reagiert das Netz auf die Entlassung
Nach nur zehn Tagen im Amt hat US-Präsident Donald Trump seinen Kommunikationschef Anthony Scaramucci gefeuert. Scaramucci hatte sich zuvor diverse verbale Fehltritte erlaubt. Wie witzig das Netz auf die Entlassung des Kommunikationschef reagiert, zeigen wir euch hier.
Schwerpunkt: Mein Einsatz für Flüchtlinge
– VIDEOTAGEBUCH: Meine Flüchtlingshilfe
– FLASH: Hamburger für Flüchtlinge
– FLASH: Flüchtlingsheim ins Nobelviertel?
– FLASH: Ehepaar Lohmeyer vs. Neo-Nazis
Kopftuch, Haarpflege, Religion: Treffen sich eine Nonne und eine Muslima
Aus religiösen Gründen ein Kopftuch zu tragen ist nicht nur im Islam so. Auch katholische Nonnen bedecken ihr Haar traditionell mit einem Schleier. Zwei Frauen unterschiedlichen Glaubens im Gespräch.
Brasilien: Chapecoense-Fans trauern um ihr Team
Emotional: Fans des brasilianischen Erstligisten AF Chapecoense haben sich in ihrem Stadion versammelt, um den toten Spielern ihres verunglückten Teams zu gedenken. Die Fans sangen und verwandelten das Stadion in ein Lichtermeer. Bei einem Flugzeugabsturz in Kolumbien waren insgesamt 71 Menschen – darunter 19 Spieler des Fußballclubs – ums Leben gekommen.
So schön war die Mondfinsternis
Bis in die Abendstunden hinein war sie in Europa zu sehen: Die partielle Mondfinsternis. Dieses Video hat das seltene Himmelsereignis ganz besonders beeindruckend festgehalten.
Artikel Nervöse Republik - ein Jahr Deutschland
Artikel Nervöse Republik - ein Jahr Deutschland
Für seine ARD-Dokumentation „Nervöse Republik“ beobachtete Stephan Lamby Politiker und Journalisten ein Jahr lang aus der Nähe. Das Jahr hatte es in sich. Ein Strukturwandel der Öffentlichkeit zeichnet sich ab.
Es war irgendwann im Winter 2015/2016, „Brexit“ war nur ein Modewort und Donald Trump nicht mehr als ein Horrorclown. Doch schon lag eine gewaltige Veränderung in der Luft. In Dresden gingen montags tausende Menschen auf die Straße und brüllten „Volksverräter“. Selbst Hinterbänkler des Bundestages erhielten Hassmails – mit den Klarnamen der Absender. Und der Schlachtruf „Lügenpresse“ jagte auch hartgesottenen Redakteuren einen Schrecken ein. In diesen Monaten taten sich Risse auf, hässliche, gefährliche Risse. Würden sie wieder zuwachsen, wenn der Streit um die Flüchtlinge abklingen würde? Oder hatte sich das Misstrauen zu tief ins Land gefressen, um wieder zu verschwinden?
Nervöse Republik: ein ungewöhnliches Fernseh-Projekt
Über solche Fragen sprach ich mit einigen NDR-Redakteuren. Uns interessierte, wie sich die unter Druck geratenen Politiker und Journalisten in der neuen Situation verhalten, möglicherweise verändern. Sind sie überfordert? Oder heizen sie die permanente öffentliche Erregung selbst an? Wir verabredeten ein ungewöhnliches Fernseh-Projekt: Für die Dauer eines Jahres würde ich einige Politiker und Journalisten aus der Nähe beobachten – ergebnisoffen, ohne Drehbuch. Aus vielen kleinen Eindrücken ließe sich vielleicht ein größeres Bild zusammensetzten. Mitglieder der Bundesregierung sollten im Film vorkommen, Strategen der Volksparteien genauso wie Oppositionspolitiker. Und ein paar Journalisten, die im politischen Berlin ebenfalls den Takt vorgeben.
Also machte ich mich auf den Weg, besuchte Ministerien, Parteien und Redaktionen. Und versuchte, in Worte zu fassen, was sich so leicht gar nicht formulieren lässt: „Etwas verändert sich gerade im Land – dürfte ich Ihnen dabei über die Schulter sehen?“ Die beiden Minister Thomas de Maizière und Heiko Maas sagten zu, die Generalsekretäre Katarina Barley und Peter Tauber, Sahra Wagenknecht als Oppositionsführerin und Frauke Petry als Führerin der außerparlamentarischen Opposition. Auch die Redaktionen von BILD bzw. BILD.de und SPIEGEL Online öffneten mir ihre Türen.
Große Parteien in Deutschland wurden während der Dreharbeiten mächtig durchgerüttelt
So konnte ich beobachten, wie die Verunsicherung in Politik und Medien weiter anwächst. Niemand etwa, der am 24. Juni 2016 in der Redaktion von SPIEGEL Online Spätschicht hatte, wird diese Nacht vergessen. Noch Stunden zuvor hielten die Redakteure, genau wie ich, einen Brexit für unwahrscheinlich. Doch gegen 4.00 Uhr morgens – inzwischen waren die Kollegen der Frühschicht dazugekommen – zeichnete sich eine Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt ab. Ungläubiges Staunen, Entsetzen – und schließlich Rätseln, warum man die Stimmung auf der Insel so falsch eingeschätzt hatte. Ähnliches wiederholte sich bei der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Auch die großen Parteien in Deutschland wurden während der Dreharbeiten mächtig durchgerüttelt: Die CDU steckte bei zwei Landtagswahlen schwere Niederlagen ein, musste einmal sogar die AfD an sich vorbeiziehen lassen. Und die SPD hatte es lange mit miserablen Umfragewerten und – gezielt gestreuten – Gerüchten um die Zukunft ihrer Parteispitze zu tun. Ungewöhnlich offen ließen mich die Generalsekretäre der beiden Parteien auch in schweren Stunden Aufnahmen machen. In diesen Monaten wurde Heiko Maas von aufgebrachten Bürgern aus Zwickau vertrieben, Sahra Wagenknecht Opfer einer Torten-Attacke. Und Frauke Petry, die ihren AfD-Mitgliedern im Wahlkampf „sorgfältig geplante Provokationen“ empfiehlt, musste erleben, wie Unbekannte ihr Auto in Brand setzten. Dazu kamen Terroranschläge, ein Amoklauf, Hackerangriffe. Nicht alle Ereignisse hängen miteinander zusammen. Doch sie alle erhöhen den Druck im Kessel namens Öffentlichkeit. Wie reagieren Politik und Medien auf die hohe Schlagzahl von Ereignissen?
Das Reiz-Reaktions-Schema der Hauptstadt, das wurde bald klar, erlaubt kein langes Nachdenken. Während Online-Medien hektisch Eilmeldungen ins Land blasen, schicken Politiker ihre Botschaften schon kurz danach über Twitter oder Facebook-Live – und versuchen, die Deutungshoheit zu besetzen. Nur eine Stunde nach dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt twitterte der AfD-Politiker Marcus Pretzell: „Es sind Merkels Tote.“ Und CSU-Chef Horst Seehofer ließ am Morgen danach twittern: „Zuwanderungspolitik neu justieren.“ Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, wer warum mit dem LKW auf den Breitscheidplatz gerast war. Zu schnell verdrängte Streit die Trauer.
Methode „Trump“ ist einfach zu verlockend
Algorithmen, die in sozialen Medien als Reichweitenbeschleuniger zum Einsatz kommen, ermöglichen diese dramatische Veränderung der politischen Kommunikation. Am Ende der Entwicklung könnte eine Spaltung der Öffentlichkeit in „Freunde“ und „Feinde“ stehen – während klassische Medien als vermittelnde Instanz an Bedeutung verlieren. Die Methode „Trump“ ist einfach zu verlockend. Und sie beginnt scheinbar harmlos. „Wenn ich in der Woche eine Million Menschen über Facebook erreiche, ist das eine mittlere Zeitung. Und da filtert mich keiner,“ freut sich Sahra Wagenknecht. Auch Frauke Petry schwärmt: „Die sozialen Medien haben für uns den großen Vorteil, dass kein Filter zwischen uns und dem Bürger mehr ist. Nicht umsonst ist die AfD gerade in diesen Medien so erfolgreich.“ Kein Filter? Klingt gut, klingt demokratisch. Und ist doch gefährlich. Denn in der maximal reduzierten Kommunikation werden Journalisten umgangen, deren Arbeit für eine demokratische Öffentlichkeit systemrelevant ist: Recherche, Analyse, Kritik. Wohin das führen kann, zeigt Donald Trump der Welt seit Monaten. Über seine vielen Millionen Twitter- und Facebook-„Freunde“ bringt er „ungefiltert“ Gerüchte und Falschmeldungen in Umlauf – und brandmarkt anschließend kritische Medien wie CNN und New York Times via Twitter als „Feinde des Volkes“. In den USA tobt längst ein Kampf zwischen Politikern wie Trump und Journalisten. Und Deutschland ist gar nicht so weit davon entfernt. Kai Diekmann, bis vor kurzem mächtiger BILD-Herausgeber, gab im Interview die Richtung vor: „Wir haben das Gefühl, dass in der AfD gefährlicher Antisemitismus steckt, auch viele ausländerfeindliche Äußerungen. Das ist brandgefährlicher Populismus. Das wird von uns bekämpft. Und deshalb werden wir umgekehrt auch von der AfD bekämpft.“
Ein Strukturwandel der Öffentlichkeit zeichnet sich ab. Und er vollzieht sich längst nicht nur innerhalb der politischen Klasse. Auch die Beziehung von Medien und Bürgern verändert sich rasant. Als Chef von BILD.de beobachtet Julian Reichelt, wie viel Hass und Unverständnis Journalisten in den Foren der sozialen Medien entgegenschlägt: „Wir haben als Medien über Jahrzehnte hinweg unsere enorme Reichweite als enorme Zustimmung interpretiert. Und haben dabei übersehen, dass wir ein Verteilungsmonopol besessen haben. Viele Menschen haben das Gefühl, dass die sozialen Medien ihnen jetzt Zugriff auf die Wahrheit geben, die wir ihnen jahrzehntelang vorenthalten haben könnten. Das hat eine neue Parallelgesellschaft in der digitalen Welt geschaffen.“
Empfänger und Sender nicht auf Augenhöhe
Spannende Dinge passieren in dieser Parallelgesellschaft, auch das wurde bei der Arbeit an dem Film deutlich. Bürger verlangen nach Teilhabe an der Öffentlichkeit, sie melden sich mit Kommentaren zu Wort, Video-Blogger stellen eigene Filme ins Netz, eine neue Diskussionskultur entsteht. Doch Empfänger und Sender tauschen sich natürlich nicht auf Augenhöhe aus, wie sich das Bertold Brecht einst in seiner Radiotheorie erträumte. Nahezu alle Politiker und Journalisten, die ich für den Film interviewen konnte, sind besorgt, dass die Gesellschaft weiter auseinander driftet. Carline Mohr, als Chefin vom Dienst bei SPIEGEL Online auch für sozialen Medien zuständig, hat einen genauen Blick auf die neuartige Meinungsbildung. Sie berichtet: „Während der Flüchtlingskrise gab es nur „Gutmenschen“ und „Nazis“. Was heute passiert, ist eine Folge dieser Entwicklung.“ Auch Tilo Jung, der Polit-Blogger von „Jung & Naiv“, kennt die hermetische Meinungsbildung in sozialen Medien. Sein Befund: „Die Blase wird immer dicker.“
Einige Interviewpartner sprachen gar von einer „Zeitenwende“. Sie standen spürbar unter dem Eindruck des Brexit-Votums und des Wahlsiegs von Donald Trump. Zeitenwende ist ein großes Wort. Ob es für die aktuelle Entwicklung passt, wird sich erst künftig sagen lassen. Schon nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich und dem Bundestagswahlkampf werden wir mehr wissen. Die demokratische Öffentlichkeit ist offenkundig anfällig geworden – anfällig für Manipulationen, anfällig für eine Spaltung in „Freunde“ und „Feinde“. Offenkundig ist auch, dass einige Politiker aus dieser Spaltung ihren Nutzen ziehen. Einer von ihnen wohnt jetzt im Weißen Haus.
Videos zu „Nervöse Republik“:
Zum Film:
Die 90-minütige Dokumentation „Nervöse Republik“ wurde von Stephan Lambys Firma ECO Media im Auftrag von NDR und RBB produziert (Redaktion: Dirk Neuhoff, Kuno Haberbusch, Patricia Schlesinger). Das Erste zeigt den Film am 19. April um 22.45 Uhr. Am 29. März wird „Nervöse Republik“ im Berliner Babylon-Kino als Preview gezeigt. Im Anschluss diskutieren einige Protagonisten, moderiert von Anne Will. RBB und Phoenix werden die Diskussion aufzeichnen.
Zum Autor:
Stephan Lamby hat Filme über Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Fidel Castro, Henry Kissinger und die Finanz- und Eurokrise hergestellt. Er wurde u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrichspreis ausgezeichnet.
Veröffentlicht am: 03.04.2017 in Artikel
Zufällige Auswahl
Wahlsieg von Trump: Das sagt Merkel dazu
Ein Wohl nicht ganz leichter Gang, den Bundeskanzlerin Angela Merkel heute zum Rednerpult gehen musste. Mit Spannung wurde erwartet was die Kanzlerin zum Ausgang der US-Wahlen zu sagen hat. Sie appellierte an […]
25 Jahre nach Lichtenhagen: Wie rechts ist Deutschland heute?
2017 jähren sich die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen zum 25. Mal. Ende August 1992 hatten Rechtsextreme das sogenannte „Sonnenblumenhaus“ mit Molotowcocktails in Brand gesetzt – unter dem Beifall Hunderter Zuschauer. Wie rechts ist Deutschland heute? Julian Barlen (SPD) von „Storch Heinar“ und „Endstation Rechts“ hat Antworten.
Was ist CETA und warum hat es so viele Feinde?
NAFTA, MCCA, GAFTA, TPP – und wie sie alle heißen. Freihandelsabkommen gibt es heutzutage wie Sand am Meer. In Karlsruhe verhandeln Befürworter und Gegner heute über CETA („Comprehensive Economic and Trade Agreement“) – ein umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada.
Kim und seine Raketen: Provokation um jeden Preis
Immer und immer wieder: Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un provoziert mit Raketentests. Warnungen und Drohungen von Staaten wie den USA scheinen ihn nicht zu beeindrucken. Kim Jong-Uns Ziel? Provokation um jeden Preis. dbate zeigt Aufnahmen aus dem nordkoreanischen Staatsfernsehen.
Mein 1945 – Teil 4: Neubeginn
Ein Soldat als Schutzengel, das erste Radio-Interview einer Holocaust-Überlebenden, eine Flucht über halb eingestürzte Brücken, der erste Schultag im zerstörten Hamburg – „Mein 1945“ erzählt in der Form eines Videotagebuches, wie Menschen aus Norddeutschland das Jahr 1945 erlebt haben: zwischen Chaos, Untergangsstimmung und Erleichterung.
Markus Beckedahl (netzpolitik.org) über kritische Blogs
Gegen Markus Beckedahl, Blogger und Gründer von netzpolitik.org, wird wegen Landesverrats ermittelt. Der Vorwurf: Die Veröffentlichung interner Verfassungsschutz-Dokumente. Ein Interview mit dem Chefredakteur und Angeklagten:
Weitere dbate Artikel
Videotagebuch „Mein Leben unter Putin“
dbate.de zeigt Film über die Jagd auf Homosexuelle in Russland. Schöne Zeiten, vergangene Zeiten: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, in der Homosexualität verboten war, öffnete Russland sich zunächst: Schwulenfreundliche Werbung wurde im Fernsehen gezeigt, es wurden Bars für Schwule und Lesben eröffnet und die ersten Gay-Prides fanden in Moskau und St. Petersburg statt. Doch unter dem amtierenden Präsidenten Russlands, Vladimir Putin, hat sich die Politik gravierend geändert.
Ausschreitungen und Regierungskrise in Venezuela
Die Ausschreitungen in Venezuela erleben einen neuen Höhepunkt. Das südamerikanische Land, das seit Jahren unter einer diktatorischen Regierung leidet und immer wieder in gewalttätige Demonstrationen verwickelt ist, steht kurz vor einem Bürgerkrieg.
Charlottesville: Drei Tote nach Rassisten-Aufmarsch
Ein Aufmarsch von Rassisten in Charlottesville (US-Bundesstaat Virginia) ist blutig geendet. Ein Auto raste in eine Gegendemonstration des Rassistischen-Aufmarsches und tötete ein Person. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Außerdem stürzte ein Polizeihubschrauber aus bislang ungeklärter Ursache ab. Zwei Polizisten starben.
Schwerpunkt: Reiseblogger – mit dem Laptop um die Welt
– VIDEOTAGEBUCH: Meine Weltreise
– SKYPE-TALK mit „Salt and Silver“
– SKYPE-TALK mit „ersieweltreise“
– SKYPE-TALK mit Reisebloggerin Meike Winnemuth
ESC – gute Idee, schlechte Musik
Allein der Klang: „douze points“. Das klingt weich und verheißungsvoll. Nicht so hart und gebraucht wie „zwölf Punkte“. Diese „douze points“ also, der Kontakt mit einer fremden Sprache, einer anderen Kultur, macht die Veranstaltung zu einer Grenzüberschreitung. Und lässt aus dem politisch so neurotischen Europa für einen Abend die Luft raus. Die Harmlosigkeit des ESC ist der nette Gegenentwurf zum Griechenlandkrise-Türkeibashing-Krimkrieg-Brexit-Europa. Ein Abend lang Frieden in europäischen Wohnzimmern. Prima Sache.
Nordkorea | Saudi-Arabien
– FLASH: Strafen in Saudi-Arabien und beim „Islamischen Staat“
– VIDEOTAGEBUCH: Mein Besuch in Nordkorea
– FLASH: Kim Jong Un – Der Mann, der alles kann…
Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien
Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien
Der Tod von Uwe Barschel gibt nach wie vor Rätsel auf. Wie ist der Politiker 1987 gestorben? War es Mord, Selbstmord oder Sterbehilfe?
Zum Schwerpunkt „Barschel und andere Verschwörungstheorien“ zeigt dbate.de:
– FLASH: Barschel – das Rätsel (kompletter Film)
– INTERVIEW: ex-SPIEGEL-Chefredakteur Erich Böhme über Uwe Barschel: „Es war wohl Selbstmord“
– INTERVIEW: Kronzeuge Reiner Pfeiffer: „Ich war Barschels Mann fürs Grobe“
– INTERVIEW: Hans-Christian Ströbele über die Barschel-Affäre
– FLASH: Die TOP 15 Verschwörungstheorien im Netz
– SKYPE-TALK: Professor Butter über Verschwörungstheorien
Veröffentlicht am: 03.02.2016 in Schwerpunkt: Barschel und andere Verschwörungstheorien
Zufällige Auswahl
G20-Gipfel: So sah es nach der Krawallnacht im Schanzenviertel aus
G20-Gipfel in Hamburg: dbate war für euch am Morgen des 8. Juli 2017 im Hamburger Schanzenviertel (Sternschanze). Genau dort, wo die massiven Krawalle und Ausschreitungen vom sogenannten Schwarzen Block stattgefunden haben.
So übertrieben inszenieren Südkorea und USA ihr Militär-Manöver
Was zunächst aussieht wie aus der Feder eines Hollywood-Action-Regisseurs, sind leider reale Aufnahmen des südkoreanischen Militärs. Zusammen mit der USA haben sie Nordkorea ihre militärische Stärke bei einem Manöver demonstriert. Ihre gemeinsame Schlagkraft feiern sie mit einem absurden Zusammenschnitt à la Michael Bay.
Corona weltweit: Interview mit Daniela Gonzaléz aus Ecuador (März 2020)
Daniela Gonzaléz ist Ecuadorianerin und lebt in Guayaquil. Die Hafenstadt wurde im Frühjahr zu einem Epizentrum der Coronakrise.
Ist VR die Heilung? Diskussion um Saturn-Werbespot
Der neue Saturn-Werbespot „Anna“ ist einen viraler Hit. Warum? Er sorgt für ordentlich Diskussionsstoff. Verspricht die Werbung doch mit der im Handel erhältlichen Technik die Heilung von Krankheiten. Ein gesellschaftliches Thema, das berührt, aber auch aneckt.
ARTE Re: Konflikt unterm Kreuz – Reformdruck in der katholischen Kirche
Was ist schlimm daran, wenn eine Frau Brot und Wein austeilt, Ehen segnet, Kinder tauft? Frauen fordern von der katholischen Kirche Zugang zu geweihten Ämtern.
Alexander von Streit: „Reichweiten-Fixierung verändert Journalismus“
Alexander von Streit erklärt, warum Krautreporter nicht die ‚Retter des Journalismus‘ sind und man nur „partiell neue Wege gehen kann.“ Trotzdem glaubt er an die Notwendigkeit von Community-Journalismus. Im Zeiten permanenter Innovationen plädiert er für eine Wiederentdeckung der Langsamkeit und findet, mit Blick auf die Gründer- und Start-Up-Kultur in den USA, dass wir Scheitern endlich als Lernprozess begreifen sollten.
Weitere dbate Artikel
JA zur Ehe für alle – So feiert das Netz den historischen Beschluss
Mit 393 ‚Ja‘-Stimmen wurde am 30. Juni 2017 die Ehe für alle erlaubt. Das ermöglicht homosexuellen Paaren ebenfalls die Ehe zu vollziehen. Ein großer Schritt Richtung Gleichberechtigung. So reagierten Twitter-User auf die historische Entscheidung:
Was vom G7-Gipfel bleibt: Twitter-Reaktionen auf ein vielsagendes Bild
Mutti Merkel und Trump als trotziges Kind – so sieht Twitter die aktuelle politische Lage. Grund dafür ist ein offizielles Pressefoto der Bundesregierung, das jetzt schon als Foto des Jahres gehandelt wird. Es hat den G7-Gipfel vom Wochenende perfekt eingefangen und wir die besten Reaktionen darauf zusammengetragen.
Schlägerei bei AfD-Vortrag an Magdeburger Uni
Eskalation an der Uni in Magdeburg: Eine Veranstaltung der AfD-nahen Hochschulgruppe „Campus-Alternative“ mit dem Namen „Gender an der Uni?!“ ist nach einer Schlägerei beendet worden. Der geplante Vortrag an der Otto-von-Guericke-Universität wurde durch massiven Protest von rund 400 Studenten zunächst lautstark und dann mit Gewalt verhindert. Der anwesende AfD-Landespolitiker André Poggenburg soll sogar mit einem Böller beworfen worden sein. Die Veranstaltung wurde aufgelöst.
Die SPD auf der Suche nach der Doppelspitze
Gestern verkündete die Interims-Dreierspitze um Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel, dass im Herbst die Parteibasis eine Doppelspitze wählen wird, die ab Dezember den Vorsitz übernimmt.
Schwerpunkt: Politische Blogger
– Politik 2.0 – Fünf politische Videoblogs
– Interview: Jakob Augstein
– Skype-Talk: Markus Beckedahl (netzpolitik.org)
– Skype-Talk: Leonard Novy (carta.info)
Happy Birthday, Deniz Yücel: Korso zum Geburtstag
Zum Geburtstag von Deniz Yücel haben sich vor dem Kanzleramt in Berlin zahlreiche Menschen versammelt, um dem in der Türkei inhaftierten Journalisten ein Ständchen zu singen. Es gab auch einen Autokorso durch die Stadt mit dem für seine Freilassung demonstriert wurde: #FreeDeniz
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Deutsche Fußballfans filmen die letzten Tage vor dem WM-Finale in Rio de Janeiro, zwei Frauen in Donezk zeigen die Spuren der Bombardierung ihrer Nachbarschaft, ein deutscher Mount-Everest-Bergsteiger hält seine Kamera auf eine sich nähernde Lawine, zwei Männer streiten via Skype über Sterbehilfe, und die User geben ihre eigenen Gedanken dazu – das alles und noch viel mehr passiert auf unserer neuen Videoplattform dbate.de.
Überall auf der Welt zücken ganz normale Menschen ihre Handys und nehmen kleine Filme auf. Immer mehr von ihnen stellen ein paar Sekunden oder Minuten davon ins Internet, damit wieder andere ihre Filme sehen können. So werden aus Augenzeugen Berichterstatter. Und es ist nicht alles belanglos, was da im Internet zu finden ist; es gibt weitaus mehr als Katzenvideos, Schmink-Tipps und Pornos. Zum Beispiel Videos von Krebskranken, die ihre Therapie filmen und so anderen Kranken Mut machen. Oder Videos von jungen Touristen, die durch Nordkorea reisen und an der Zensur vorbei Bilder vom alltäglichen Leben einer mittelalterlich anmutenden Gesellschaft aufnehmen.
Wir verstehen das Internet auch als riesiges Sammelbecken von Geschichten und Schicksalen. Die besten und wichtigsten von ihnen zu finden, ihre Macher zu befragen, sie auf Glaubwürdigkeit zu überprüfen, rechtliche Fragen zu klären und schließlich aus vielen Einzelteilen VIDEOTAGEBÜCHER zusammenzusetzen – das ist unsere Aufgabe. Eine Herausforderung, auch eine große Freude.
Dazu kommen die Möglichkeiten, die noch relativ junge Technologien wie Skype oder Disqus bieten. Über Skype können wir schnell und unkompliziert Menschen weltweit interviewen – einzeln, oder zu zweit, etwa als STREITGESPRÄCH. Und per Disqus können User ihre Meinung austauschen – freundlich, kritisch, anregend, natürlich nur oberhalb der Gürtellinie. Und dann zeigen wir lange INTERVIEWS, die wir als Journalisten seit Jahren für klassische TV-Dokumentation führen, die dort aber höchstens ein paar Minuten lang zu sehen sind. Auf dbate.de gibt es jetzt Gelegenheit, Gespräche mit Politikern, Managern, Schauspielern, Musikern usw. schon mal 30 Minuten oder noch länger zu sehen.
Und schließlich: dbate ist eine offene Plattform. In der Kategorie FLASH zeigen wir Filme von anderen Filmemachern, lange oder kurze Beiträge, die wir als Redaktion den Zuschauern empfehlen oder kurze Videos zu aktuellen Themen, die uns im Netz aufgefallen sind. Außerdem: Einmal pro Woche kann ein Videoblogger per Video-Kolumne seine Sicht auf die Welt mitteilen, mehr dazu unter dbate-STAR.
Natürlich sind wir für Themenvorschläge und konstruktives Feedback dankbar. Es muss nicht gleich per Video sein, Emails lesen wir auch. Und wer seine Meinung öffentlich machen will, der hat auf dbate.de ausreichend Gelegenheit dazu.
Hier ein Blick hinter die Kulissen – die dbate-Redaktion und die Entwickler der Agentur Werk4 bei der Arbeit: Making of dbate.de
Viel Vergnügen beim Sehen, Lesen und Debattieren wünscht
die dbate-Redaktion
Veröffentlicht am: 01.12.2014 in No Pets! No Porn! - wir machen Journalismus! dbate.de ist online
Zufällige Auswahl
Erstaufnahmelager Röszke in Ungarn
Die Flüchtlingssituation an der ungarisch-serbischen Grenze droht zu eskalieren. Polizeikräfte im Erstaufnahmelager in Röszke hindern die Menschen an ihrer Weiterreise.
Sängerin Adele undercover
Sängerin Adele ließ es sich nicht nehmen, ihre Fans mit einem Streich zu überraschen. Die Teilnahme an dem Doppelgänger-Wettbewerb am Tag der Veröffentlichung ihres neuen Albums „25“ am Freitag, den 20. November 2015, hinterließ bei den anderen Teilnehmerinnen einen bleibenden Eindruck.
#myescape – Selfies der Flucht (komplett)
Für viele Flüchtlinge ist das Mobiltelefon ein unverzichtbares Mittel zur Organisation ihrer Flucht. Gleichzeitig transportieren sie damit Erinnerungen an das Zurückgelassene. Einige dokumentieren damit auch die Stationen auf ihrer Reise in eine bessere, vor allem sichere Zukunft. In den sozialen Netzwerken kursieren zahllose Clips, die nicht aus sicherem Abstand, sondern aus unmittelbarer Nähe von der Flucht nach Europa erzählen.
Radikale Facebook-Zensur: Diskussion oder schon Hetze? (probono Magazin)
Facebook hat wieder zugeschlagen! Aber diesmal wurde keine rechtsradikale Hetze gelöscht, sondern eine eigentlich wegweisende Diskussion. Opfer der Zensur wurde das probono Magazin selbst und kritisiert jetzt die radikale Säuberung auf der Social Media-Plattform.
Israel: Parade für Anti-Nazi-Kämpfer
Feierlichkeiten zum 70. Siegestag zur Niederlage des Nazi-Regimes in Israel
Stefanie Heinzmann: „Wo ist die Kohle im Musikgeschäft?“
Stefanie Heinzmann ist gerade einmal ein Vierteljahrhundert alt und hat bereits mit Musik-Legenden wie Lionel Richie auf der Bühne gestanden. Sie kennt das Musikgeschäft und liebt es trotzdem. Für den Fall, dass es eines Tages mit der Musik doch nicht mehr laufen sollte, hat die Schweizerin bereits einen Plan B…
Weitere dbate Artikel
SPD-Chef Gabriel zeigt rechten Pöblern den Stinkefinger
Da ist ihm wohl der Kragen geplatzt. Bei einem Besuch in Salzgitter haben rechte Pöbler SPD-Chef Sigmar Gabriel als „Volksverräter“ beschimpft. Außerdem warfen die sie ihm vor, „sein Land zu zerstören“. Kurz darauf hebt Gabriel, der sich von den Störern zunächst nicht aus der Ruhe bringen ließ, den Mittelfinger und dreht sich anschließend weg.
So reagiert das Netz auf den Rücktritt von Özil
Für die einen nur eine Ablenkung vom Erdogan-Foto, für die anderen ein alarmierendes Zeichen für Rassismus. Mesut Özils Rücktritt aus der deutschen National-Elf per Twitter sorgt für viel Aufregung aus allerlei Richtungen.
New Jersey: Polizei-Roboter bringt Bombe zur Explosion
Nach der Bombenexplosion in New York City sollen nach CNN-Angaben auch in New Jersey fünf Sprengsätze gefunden worden sein. Dieses Twitter-Video zeigt eine fehlgeschlagene Bombenentschärfung eines Polizei-Roboters in New Jersey. Als der Roboter ein Kabel der Bombe durchtrennt, explodiert der Sprengsatz.
AfD: Einzug in den Bundestag, aber ohne Petry
Schon länger sind sich die Spitzenpolitiker der AfD politisch uneins. Und bereits einen Tag nach dem Einzug in den Bundestag kommt es erneut zu Reibereien zwischen der Bundesvorsitzenden Frauke Petry und den Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel. Petry will nicht als Teil der AfD-Fraktion sondern als Einzelperson dem Bundestag beisitzen.
Streit um Jerusalem eskaliert: Hamas ruft zu Intifada auf
US-Präsident Donald Trump bringt das Fass im Nahen Osten zum überlaufen: Er hat Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Diese Entscheidung bleibt nicht ohne Reaktionen. Nicht nur Muslime fühlen sich der schon lange zerrissenen Stadt entmachtet. Auch die radikal-islamische Hamas hat Trump geweckt. Diese kündigt gewaltsamen Aufstände der Palästinenser an.
Anschlag in Manchester: So reagieren Schulz, Merkel und die AfD
Anschlag in Manchester: Von Martin Schulz über die AfD bis zu Ariana Grande selbst: Wir haben Social Media-Reaktionen von Politikern und Prominenten zusammengefasst.
Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv
Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv
dbate.de und der Web-TV-Sender dctp.tv des Autors und Filmemachers Alexander Kluge werden künftig projektbezogen kooperieren.
Herausragende Filme von dctp.tv werden gelegentlich auf dbate.de gezeigt – umgekehrt zeigt dctp.tv besondere Videotagebücher und andere Produktionen von dbate.de. Darüber hinaus werden sich Alexander Kluge und Stephan Lamby via Skype etwa drei bis vier Mal im Jahr über ein wichtiges Thema unterhalten. Zum Auftakt geht es um Krieg. Außerdem ist auf dbate.de als FLASH Alexander Kluges Film „Nachrichten vom Großen Krieg (1914-1918)“ zu sehen.
Mehr dazu auch auf www.magazin.dctp.tv.
Veröffentlicht am: 20.11.2014 in Kooperation mit Alexander Kluge und dctp.tv
Zufällige Auswahl
Frank Richter: „Dialog mit Rassisten ist wichtig“
Im sächsischen Freital gehen seit Tagen wütende Bürger, Neonazis und Hooligans auf die Straße und protestieren gegen eine Flüchtlingsunterkunft. Auf Transparenten und mit Sprechchören lässt der aufgebrachte Mob seinen Hass gegenüber den Flüchtlingen raus. Frank Richter, Leiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wohnt in Freital und beobachtet die Entwicklungen mit Sorge.
Sammlungsbewegung: Aufstehen oder Liegenbleiben? (probono Magazin)
Was können wir von der außerparlamentarischen Gruppe Aufstehen erwarten? Die Stimme soll aus dem Volk kommen, so der Trailer zur linken Bewegung. 100.000 Unterstützer haben die Aufsteher schon und sie wollen noch weiter wachsen, um die Politik zu beeinflussen. probono Magazin erkennt in der Offensive gegen Rechts allerdings einige Mittel von Rechts.
Lavatastisch – ein Vulkan mit Humor
Wenn du lächelst, lächelt die Welt zurück! Das denkt sich wohl aktuell auch der Kilauea, einer der aktivsten Vulkane der Welt. Helikopter-Aufnahmen zeigen erstaunliche Bilder aus dem Inneren des Feuerspuckers: Aus der Hitze und dem Rauch lacht ein gigantischer Smiley aus Magma in den Himmel.
Mein Leben im All – der singende Astronaut
„Space Oddity“ machte ihn berühmt. Chris Hadfield sang das Lied von David Bowie im Weltall. Doch der Astronaut hat viel mehr zu erzählen. Ein kosmischer Trip. Der komplette Film:
Vulkan auf Hawaii: Lavawellen und Glutsprudel
Beeindruckend und gefährlich zugleich: Beeindruckende Aufnahmen des Mysteriums Lava.
Interview mit Shams Ul Haq zum Anschlag in Hanau
Shams Ul Haq kommt aus der Umgebung von Hanau, kennt die Stadt und hat mit Angehörigen der Opfer des Anschlags gesprochen.
Weitere dbate Artikel
Präsident Erdogan bei Pressekonferenz von Müdigkeit übermannt
Zum Gähnen langweilig fand der türkische Präsident Erdogan offenbar die Rede seines ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko und nickte während einer gemeinsamen Pressekonferenz hin und wieder kurz weg.
Neonazi-Festival in Themar: Polizei ermittelt wegen Hitlergruß
Themar: Rund 6.000 Neonazis haben am Samstag (15. Juli) beim größten Rechtsrock-Konzert des Jahres teilgenommen. Nun hat die Thüringer Polizei Ermittlungen gegen mehrere Besucher eingeleitet. Verschiedene Videos, die u.a. auf Twitter kursieren, zeigen offenbar Männer, die ihre Hände mehrmals zum verbotenen „Hitlergruß“ erheben. Außerdem sind „Heil“-Rufe zu hören.
Schwerpunkt: Wer fährt zum ESC?
– SKYPE-TALK: ESC 2015-Teilnehmerin Ann Sophie
– SKYPE-TALK: dbate.de fordert – Alex Diehl zum ESC
– SKYPE-TALK: ESC-Experte über Xavier Naidoo
– FLASH: Xavier Naidoo – der „richtige“ für #ESC16?
Schwerpunkt: Kriegsbilder
– Videotagebuch: Mein Frontlazarett 2/4
– Skype-Talk: „Verstümmelte Leichen sind ein No-Go“
– Skype-Talk: Frontarzt Bill – „Das sind harte Bilder“
– Flash: Die Todesmühlen von Auschwitz
Schwerpunkt: „Die Beate-Zschäpe-Show“
– FLASH: Beate Zschäpe – eine Chronologie
– SKYPE-TALK: „Zschäpe will Szene retten“
– SKYPE-TALK: Rechtes Auge, blindes Auge!
– SKYPE-TALK: „Antilopen Gang“ über Beate Zschäpe
– SKYPE-TALK mit NSU-Experte Dirk Laabs
Scaramucci: So witzig reagiert das Netz auf die Entlassung
Nach nur zehn Tagen im Amt hat US-Präsident Donald Trump seinen Kommunikationschef Anthony Scaramucci gefeuert. Scaramucci hatte sich zuvor diverse verbale Fehltritte erlaubt. Wie witzig das Netz auf die Entlassung des Kommunikationschef reagiert, zeigen wir euch hier.