Interview Serge Menga fordert: "Redet Klartext!"
Interview Serge Menga fordert: "Redet Klartext!"
„Leute, packt doch einfach eure Klamotten und geht nach Hause.“ Für kriminelle Ausländer hat der gebürtige Kongolese Serge Nathan Dash Menga kein Verständnis. Sein Video-Appell wurde mittlerweile über fünf Millionen Mal aufgerufen. Und nicht nur das: Vizekanzler und SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel hat ihn zu einem Treffen eingeladen. Wie kann erfolgreiche Integration gelingen? Skype-Talk mit einem Mann, der immer noch wütend ist.
Wen wundert es, dass Wut das Potential hat, für Furore zu sorgen? Allerdings sollte man den Verlust der Contenance nicht überstrapazieren: bei klemmender Feststelltaste besteht die Gefahr als Wüterich (!!!) verpönt zu werden (mehr Infos finden sie auf der Facebook-Seite von Til Schweiger). Wer es etwas weniger impulsiv angehen lässt, hat jedoch die Chance mit einem Preis auszeichnet zu werden. So wurde Anja Reschke (ARD-Moderatorin) für ihren wirkungsvollen und mutigen Tagesthemen-Kommentar, in dem sie beherzt einen „Aufstand der Anständigen“ gegen Fremdenhass forderte, vom Medium Magazin zur ‚Journalistin des Jahres‘ gewählt. Auch Serge Menga muss den richtigen Ton getroffen haben, denn er avanciert im Netz gerade zum Sprachrohr der Bürger. Anknüpfend an Reschke ließe sich in seinem Fall von einem „Aufstand gegen die Unanständigen“ sprechen.
Keineswegs befeuert er damit Fremdenhass, vielmehr will er zu einem „besseren Miteinander“ beitragen. So lautet auch der Zusatz seiner Facebook-Seite. Der gebürtige Kongolese wollte mit seinem Video, das er nach der Silvesternacht von Köln gepostet hat, „Flagge zeigen“ und gleichzeitig einen Dialog suchen. Wenn man ihm zuhört, bekommt man das Gefühl, dass es um die Gesprächsbereitschaft in Deutschland schlecht bestellt ist. Die Stimmung in unserem Land, in dem er seit über 20 Jahren lebt, beschreibt er als gespalten und misstrauisch. Schuld daran, so behauptet Menga, habe auch die Politik, die die Nähe zum eigenen Volk verloren hat. Er fordert: „Redet Klartext!“ Außerdem kritisiert er die Flüchtlingspolitik: „Frust und Enttäuschung in Verbindung mit Alkohol und Kriminalität: das geht nicht!“ Wütend ist Serge Menga immer noch. Vor allem weil die Politik mit Merkels „Wir schaffen das!“ großzügig eingeladen hat, sich dann aber mit der Gastfreundschaft überfordert zeigt. Vizekanzler Sigmar Gabriel hat ihn nun zu einem Treffen gebeten.
Im Skype-Talk mit Denise Jacobs spricht der Producer und DJ Serge Nathan Dash Menga über seine die Motivation seiner Wutrede, die deutsche Flüchtlingspolitik und warum er ein Fan von Angela Merkel ist. Mit rührenden Worten wendet er sich an die Neuankömmlinge in Deutschland und hat auch einen Tipp für sie parat.
Zum Schwerpunkt: „Übergriffe in der Silvesternacht“ zeigt dbate.de:
– UMFRAGE: Frauen auf der Reeperbahn – Angst nach Silvesternacht?
– STREITGESPRÄCH: Abschiebegesetz verschärfen – Ja oder Nein?
– SKYPE-TALK mit „Netz-gegen-Nazis: „Wir führen die falsche Diskussion!“
– SKYPE-TALK: Sexuelle Übergriffe in Köln – haben Polizei und Medien versagt?
– FLASH: Kölner Hauptbahnhof: Übergriffe an Silvester
Veröffentlicht am: 20.01.2016 in Interview
Related Content
Impfpflicht in der Diskussion - Interview und Stimmen zur Coronaimpfung
Seit Beginn des Jahres 2021 beschäftigt das Thema Impfen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Wie stehen sie zu einer Impflicht?
Interview mit Olaf Scholz aus "Wege zur Macht"
Die SPD entschied sich früh für ihren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Dennoch steckte die Partei lange im Umfragekeller fest.
Interview mit Armin Laschet aus "Wege zur Macht"
Im Interview spricht Laschet über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von CDU und CSU sowie über Pannen und Fehltritte im Wahlkampf.
Interview mit Annalena Baerbock aus "Wege zur Macht"
Im Interview spricht die Annalena Baerbock über die "großen Fragen" die Deutschland in den nächsten Jahren bevorstehen und wie die Grünen eine Führungsverantwortung übernehmen wollen.
"Genau genommen bin ich Geschichtenerzähler" - Skype-Interview mit Wolfgang Niedecken
Wolfgang Niedecken feiert am 30. März seinen 70. Geburtstag. Im dbate-Interview blickt der Kölner Sänger auf Kindheitserinnerungen zurück.
Autor Stephan Weichert über seinen Film "Medienmacher von morgen"
Stephan Weichert spricht über die Zukunft der Medien, über den Newswahn, den wir im digitalen Zeitalter täglich erleben und darüber, wie Journalismus verbessert werden kann.
Mehr Videos aus dem Bereich Interview
Anna Karina - Das letzte Interview des Nouvelle-Vague-Stars
Am Wochenende verstarb die Schauspielerin Anna Karina. Für ECO Media gab sie ihr letztes Interview.
Beate Zschäpe - Terroristin wider Willen?
Der Autor und Filmemacher Dirk Laabs war bei der Verhandlung im Gerichtssaal. Wie hat er Beate Zschäpe bei der Verlesung der Aussage durch ihren Anwalt erlebt und was bedeutet ihre Taktik für die weitere Aufklärung des NSU-Komplexes?
Amnesty International: „Schafft die Todesstrafe ab!“
Die Todesstrafe wird noch immer weltweit in einem Drittel der Länder eingesetzt. Eines der Hauptargumente ist die Abschreckung für Strafttäter – aber ist das überhaupt so? Für Alexander Bojčević von Amnesty International Deutschland bleibt die Verurteilung zum Tod eine Verletzung der Menschenrechte. Er setzt sich für ihre Abschaffung ein.
Playboy-Chefredakteur: "Mehr Prüderie wäre gut fürs Geschäft"
Die Ankündigung des US-Playboys künftig keine komplett nackten Frauen mehr zeigen zu wollen, hat die Diskussion um Nacktheit in den Medien erneut angekurbelt. Ein Grund für die Entscheidung könnte die Allgegenwärtigkeit von Erotik und Pornografie sein. Sex verkauft sich vielleicht doch nicht mehr so gut, wenn man ihn überall umsonst haben kann. Gleichzeitig will sich der Playboy auch digitalisieren und in sozialen Netzwerken aktiv werden. "Das ist eine Bigotterie in Amerika", meint Playboy-Chefredakteur Florian Boitin und will weiter auf erotische Fotografie setzen. Der deutsche Playboy bleibt sich also vorerst treu.
Embryonenforschung: Dürfen Gene manipuliert werden - Ja oder Nein?
Krankheiten noch vor der Geburt heilen – medizinischer Fortschritt oder verwerflicher Eingriff in das Leben? Medizinjurist Jochen Taupitz (Universität Mannheim) und Theologe Peter Dabrock (Vorsitzender des Deutschen Ethikrates) diskutieren Pro und Contra von Genmanipulation an Embryonen und die Frage, wie weit der Mensch gehen darf.
Journalisten, kommt mal runter!
Welche Eigenschaften braucht ein guter Journalist? dbate war bei der Jahreskonferenz von "Netzwerk Recherche" und hat mit Journalisten darüber gesprochen.
Pingback: dbate.de – Videos. News. Debatte. – Schwerpunkt: Übergriffe in der Silvesternacht()