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Artikel Spontan-Demo in Chemnitz: Rechte Hooligans hetzen gegen Ausländer
Artikel Spontan-Demo in Chemnitz: Rechte Hooligans hetzen gegen Ausländer
Infolge eines Mordes an einem Deutschen in der Nacht auf Sonntag kam es in Chemnitz zu einer Spontan-Demonstration. Unter den rund 800 Protestlern befanden sich Neonazis. Videos im Netz zeigen aggressives Verhalten gegen ausländische Passanten und die Polizei.
Drei Deutsche waren in Chemnitz Samstagnacht schwer verletzt worden, einer von ihnen erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Polizei sprach in einer ersten Meldung von einer „tätlichen Auseinandersetzung zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten“. Per Social Media rief am Sonntag die AfD zu einer Spontan-Demo auf, woraufhin sich 100 Menschen störungsfrei versammelt hatten. Kurze Zeit später kam es zu einer erneuten Ansammlung von Demonstranten in der Innenstadt von Leipzig, die die Polizei zunächst nicht kontrollieren konnte. Unter den rund 800 Demonstranten befanden sich auch Hooligans des rechtsextremen Clubs „Kaotic Chemnitz“.
Der Facebook-Account „Roßwein wehrt sich“ postete ein Video in dem unter anderem rechte Slogans wie „Wir sind das Volk“ und „Raus aus Deutschland“ lautstark zu hören sind:
Die Polizei Sachsen berichtet, dass es seitens der Demonstranten keine Kooperationsbereitschaft gab. Die Demonstrationsgruppe durchbrach mehrfach Polizeiketten und lief durch die Chemnitzer Innenstadt. Es sei zu Flaschenwürfen gegen Polizeibeamte gekommen.
Menschen, die in Chemnitz „für Ordnung sorgen“ wollen.
Und die Polizei, die von solchen Leuten eine Stufe runter aufs Kreuz geworfen wird. pic.twitter.com/HAuhzgpjJh— Lars Wienand (@LarsWienand) 26. August 2018
Flaschen und Böller fliegen. #Chemnitz #c2708 pic.twitter.com/QGUtFTFUdc
— Felix Huesmann (@felixhuesmann) 27. August 2018
Die Versammlung löste sich später von selbst auf.
Fremdenfeindliche Demonstranten
Erst am Montag, den 27.08.2018, erhob die Polizei einen Haftbefehle gegen einen Syrer und einen Iraker. Doch dass die Nationalitäten der möglichen Mörder im Vorfeld nicht genannt wurden, war für viele wohl schon Anzeichen genug, dass es sich um Ausländer handeln musste. Während der Demonstration soll es zu Feindlichkeiten gegen Migranten gekommen sein. Dazu kursiert dieses Videos im Internet:
#c2608 #Sachsen
Menschenjagd in #Chemnitz Nazi-Hools sind heute zu allem fähig.#FckNZS pic.twitter.com/dP9EK4T84p— Antifa Zeckenbiss (@AZeckenbiss) August 26, 2018
Die AfD Sachsen distanzierte sich von den „Jagdszenen“ und rief per Facebook gemeinsam mit Pegida zu erneuten, gewaltfreien Demonstrationen auf. Viele sehen die populistischen Aufrufe der AfD zu dem Mordfall in Chemnitz jedoch kritisch:
Der Mob macht mobil, und ein Abgeordneter des Deutschen Bundestags erklärt Selbstjustiz zur „Bürgerpflicht“. Um Stimmung zu machen tritt die #AfD den Rechtsstaat nach Bedarf in die Tonne #c2608 #Chemnitz https://t.co/nBRVt8vHHI
— Andreas Petzold (@andreaspetzold) 27. August 2018
Auch eine Gegendemonstration der Organisation „Chemnitz Nazifrei“ ist für Montagnachmittag angekündigt worden. Ob die Versammlungen dieses Mal gewaltfrei bleiben, bleibt abzuwarten.
Veröffentlicht am: 27.08.2018 in Artikel
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April: „Fotzen-Arschloch“
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Mai: Macron, der Retter Europas?
Es war fast überall in Europa zu spüren: Das Erstarken der Rechtspopulisten. So kam es auch bei der Präsidentenwahl in Frankreich zu einem Tête-à-tête zwischen dem liberalen Emmanuel Macron und der rechts außen stehenden Marine Le Pen vom Front National. Sieger wurde Macron – ein Zeichen für Europa. Aber für wie lange? „Viele sagen, 2017 sei vielleicht nicht das Jahr des Front National, aber 2022 könnte ihr Jahr werden“, so die Journalistin Amandine Sanchez, die bei der Wahl und den anschließenden Protesten gegen Macron vor Ort war.
Juni: Alexander Gauland zu Deniz Yücel
Seit dem 27. Februar 2017 sitzt der WELT-Journalist Deniz Yücel in türkischer Untersuchungshaft – lange Zeit ohne zu wissen, was ihm vorgeworfen wird. Er solle Mitglied einer Terrororganisation sein, lautet später im Jahr die offizielle Anklage. In seiner Heimat Deutschland kam mit seiner Verhaftung eine riesige Solidaritätsbewegung ins Rollen. Unter #FreeDeniz wurde nicht nur die Freiheit des deutsch-türkischen Journalisten bei Demos, Autokorsos und mit zahlreichen Briefen gefordert. Auch die Freiheit aller in Folge des Putschversuchs in der Türkei willkürlich Inhaftierten. Im Juni trafen wir den AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und fragten ihn, ob auch er sich solidarisch zeigt.
Juli: Krawalle zum G20-Gipfel
Ein besonders einschneidendes Ereignis war der G20-Gipfel in Hamburg. Vom 6. bis 8. Juli kam es zu zahlreichen Demonstrationen und Ausschreitungen gegen das Treffen der 20 größten Industrie- und Schwellennationen in der deutschen Hansestadt. Im berühmt-berüchtigten Schanzenviertel eskalierten dann die Krawalle: Hunderte Menschen wurden verletzt und Sachschäden in Millionenhöhe sind entstanden. dbate war an allen Tagen des Gipfels live vor Ort und zeigte auch „am Tag danach“ die mutwillige Zerstörung im Hamburger Schanzenviertel.
August: Leben im „Nazidorf“ – ein Ehepaar leistet Widerstand
Die Diskussion über Rechtsextremismus fing schon nach der „Flüchtlingskrise“ an, als rassistisch motivierte Gewalttaten gegen Migranten und Unterstützern der Integration zunahmen. Schon seit Jahren wehren sich Birgit und Horst Lohmeyer gegen ihre Nachbarn: Sie leben im „Nazidorf“ Jamel (Mecklenburg-Vorpommern) – außer ihnen wohnen hier ausschließlich Neonazis. Im Interview spricht das Ehepaar über die Schwierigkeiten, die sie dadurch erfahren. Sogar Brandstiftung haben sie schon miterlebt. Mit ihrem eigens initiierten Musik-Festival „Jamel rockt den Förster“ setzen sie jährlich ein lautes Zeichen gegen Rechts.
September: Wer gewinnt die Bundestagswahl 2017?
In Deutschland bildete die diesjährige Bundestagswahl den politischen Höhepunkt – monatelang arbeiteten die Parteien auf diesen Moment hin, unter anderem mit aufwendigen Werbespots. Mit 32,9 Prozent holte die CDU/CSU mit Angela Merkel als Kanzlerkandidatin in vierter Folge die meisten Stimmen. Doch nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen steht bis zum Ende des Jahres noch immer keine Bundesregierung fest. Auch der Einzug der AfD in den Bundestag sorgte für Diskussionen. Zwei politische Punkte, die uns auch im Jahr 2018 sicherlich noch beschäftigen werden.
Oktober: Krise in Katalonien
Spanien und die autonome Gemeinschaft Katalonien haben ein sehr aufwühlendes Jahr hinter sich. Die katalanische Regierung rief dieses Jahr ein Unabhängigkeitsreferendum aus und forderte die Bürger auf, für oder gegen die Abspaltung von Spanien zu stimmen. Letzten Endes wurde die Unabhängigkeit Kataloniens von der spanischen Regierung für rechtswidrig erklärt. Kurz vor den umstrittenen und teils gewalttätig verlaufenden Wahlen haben wir mit einem in Katalonien lebenden Deutschen über die Stimmung im Land gesprochen.
November: Holocaust-Mahnmal vor Höckes Tür
Kaum eine andere Partei in Deutschland ist inzwischen so umstritten wie die Alternative für Deutschland. Ein Vorfall kurz vor Jahresende bekam von beiden Seiten herbe Kritik: AfD-Politiker Björn Höcke sagte Anfang des Jahres das Holocaust-Mahnmal in Berlin sei ein „Denkmal der Schande“. Die Aktionskünstler vom Zentrum für politische Schönheit errichteten deshalb einen Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals direkt neben dem Privathaus von Höcke. Dafür wurde das Grundstück extra angemietet und der Nachbar als „gefährliche Person“ gründlich überwacht – eine Aktion, die eine Kündigungsklage und eine zerstörte Kamera nach sich zog.
Dezember: #MeToo-Bewegung wird Person of the Year
Fernab der politischen Debatten fand dieses Jahr vor allem dieses Thema Platz in den Schlagzeilen: sexuelle Belästigung. Nach den Vorwürfen gegen Hollywood-Filmproduzent Harvey Weinstein fanden Frauen und Männer mithilfe des Hashtags #MeToo ein Sprachrohr für ihre traumatischen Erlebnisse. Ein gesellschaftlicher Wandel wurde vorangetrieben, der nun schon über mehrere Monate stark diskutiert wird. Im Dezember wurde die MeToo-Bewegung deswegen vom US-amerikanischen Time Magazine zur „Person of the Year“ ernannt.
Einen passenden Abschluss für das Jahr bildet somit auch dieser Tweet:
Ein Name in den Trending Topics.
2016: Tot.
2017: Sexuell übergriffig.
Freue mich schon auf 2018.— Sushi Sushi has a farm ee i ee i oh! (@StereoSushisu) 16. November 2017
Die dbate-Redaktion wünscht einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Veröffentlicht am: 20.12.2017 in Artikel
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In der Londoner U-Bahn soll es am Morgen des 15. Septembers zu einem „Zwischenfall“ gekommen sein, so nennt es die Londoner Polizei. Augenzeugen zufolge soll es eine Explosion gegeben haben in einer U-Bahn an der Station Parsons Green. Medien sprechen von etwa 20 Verletzten. Die Polizei spricht von einem Terroranschlag.
Ein Video auf Twitter zeigt was die Explosion ausgelöst haben soll: Ein Eimer mit Drähten versehen in einer Lidl-Tüte eingepackt, Flammen sind noch zu erkennen. Hintergründe zu den Motiven oder dem Täter sind noch unbekannt.
#parsonsgreen pic.twitter.com/0OUV819EtE
— Sylvain Pennec (@sylvainpennec) 15. September 2017
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The Met’s Counter Terrorism Command are investigating after the incident at #ParsonsGreen tube station is declared a terrorist incident
— Metropolitan Police (@metpoliceuk) 15. September 2017
Too early to confirm cause of fire – now subject to the investigation that is underway. Station remains cordoned off. Please avoid the area
— Metropolitan Police (@metpoliceuk) 15. September 2017
Viele Menschen scheinen sich bei der Flucht aus der U-Bahn und der Station Parsons Green verletzt haben, so heißt es bei BBC News. Videos zeigen die Situation kurz nach dem Vorfall rund um Parsons Green:
Scene outside #parsonsgreen be safe ❤ pic.twitter.com/tiSGEqPjNC
— Logan Banks (@LoganBanks2) 15. September 2017
Pandemonium in #ParsonsGreen pic.twitter.com/1S1q9WecWJ
— Henry (@HenryStreeten) 15. September 2017
Veröffentlicht am: 15.09.2017 in Artikel
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