Video Zum Tod von Bernd Fritz: Die legendäre Buntstift-Wette
Video Zum Tod von Bernd Fritz: Die legendäre Buntstift-Wette
„Das schmeckt nach Gelb“ – 1988 stellte der Journalist Bernd Fritz die Fernsehshow „Wetten, dass..?“ von Thomas Gottschalk mit seiner legendären Buntstift-Wette bloß. Nun ist der ehemalige Chef der Satirezeitschrift „Titanic“ im Alter von 71 Jahren verstorben.
Zur Bekanntheit des Journalisten und Schriftstellers, Bernd Fritz, trug vor allem sein Auftritt bei der Unterhaltungsshow „Wetten, dass..?“ bei. 1988 wettete er, dass er die Farben von Bleistiften nur anhand ihres Geschmackes erkennen könne. Kaum skurriler als manch andere Wette – Fritz leckte verschieden farbige Stifte ab und kommentierte fachmännisch: „Das ist eindeutig ein Rot-Ton“. Zunächst beklatschte ihn das Publikum noch, weil er die Wette – auch zum Erstaunen von Moderator Thomas Gottschalk – gewann. Dann gestand Fritz jedoch, dass es sich um einen Gag handele. Der damalige Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“ hatte es mit dieser abstrusen Wette bis in die Sendung geschafft und die „Wetten, dass..?“-Redaktion damit bloßgestellt. Ein ähnlicher „Fake“, wie wir ihn heutzutage von Satiriker Jan Böhmermann gewohnt sind.
Genialer Werbe-Gag von Bernd Fritz
Das Geheimnis um die Wette wolle Fritz erst in der nächsten Ausgabe der Satirezeitung enthüllen. Daraufhin wurde er kurzerhand im „Wetten, dass..?“-Studio ausgebuht. Doch der Coup ging auf: Die folgende „Titanic“-Ausgabe erreichte die höchste Auflage in der Geschichte der Satire-Zeitung. Tatsächlich hatte Fritz die Brille einfach nicht richtig aufgesetzt und konnte so die Farben der Buntstifte erkennen.
Die Idee zu der Wette stammte eigentlich von einem „Titanic“-Leser. Der Grafiker Thomas Rautenberg schlug der Redaktion vor, die Wette – an der ZDF bereits Interesse gezeigt hatte – satirisch zu nutzen. Fritz trat daher in der Sendung auch unter dem Namen Thomas Rautenberg auf.
Am 16. April 2017 ist Bernd Fritz im Alter von 71 Jahren verstorben.
Aufnahme: ZDF, „Wetten, dass..?“ vom 3. September 1988
Veröffentlicht am: 20.04.2017 in Video
Related Videos
"Böhmermann in den Knast!" – TITANIC-Chef
Ist Jan Böhmermann mit seinem Erdogan-Schmähgedicht zu weit gegangen? „Na klar!", meint der Chef des Satiremagazins TITANIC Tim Wolff. Frech fordert er: „…steckt ihn drei oder fünf Jahre ins Gefängnis." Wir haben mit dem Berufs-Satiriker über Grenzen von Satire, Konflikte mit dem Gesetz und die Bundeskanzlerin gesprochen. Bitte nicht zu ernst nehmen.
TITANIC-Chef zu "Charlie Hebdo": “Komik darf nicht sterben!“
Tim Wolff, Chefredakteur des Satire-Magazins „Titanic“, zum Attentat auf „Charlie Hebdo“.
Götz George, der "Superman des deutschen Fernsehens"
Mit seiner Tatort-Kultfigur Schimanski schrieb er Fernsehgeschichte. Nun ist der Schauspieler Götz George im Alter von 77 Jahren verstorben.
#verafake - Böhmermanns Investigativ-Comeback
Vorsicht Alleriteration! Der böse Böhmermann ist zurück aus der freiwilligen Fernsehpause und demaskiert mit #Verafake das widerliche Wesen der RTL-Kuppelsendung „Schwiegertochter gesucht“. Unser Urteil: ganz großes Fernsehen!
Mehr Videos aus dem Bereich Video
Zusammen gegen rechts! | Cemcorder zum AfD-Parteitag in Köln
AfD-Parteitag in Köln: dbate-Kolumnist Cemcorder war bei den Gegendemonstrationen und hat sich unter den Teilnehmern umgehört.
G20-Demo in St. Pauli aufgelöst: Polizei setzt Wasserwerfer ein
Die Polizei in Hamburg rückte in der Nacht mit mehreren Wasserwerfern aus, um gegen G20-Demonstranten im Stadtteil St. Pauli vorzugehen. Rund um den Grünen Jäger hatten sich zahlreiche Menschen zum „Massencornern“ gegen G20 versammelt. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Reizgas ein.
Anschlag in Istanbul: Video zeigt Zerstörung
Die Wucht der Explosion hat Fenster zum Zerbersten gebracht, verkohlte Autos stehen ineinander verkeilt auf der Straße, die Front eines Polizeibusses ist komplett zerstört. Diese Videoaufnahmen sollen den Ort des Anschlags, bei dem heute Morgen mindestens elf Menschen starben, zeigen.
Der bewegte Bürger: Nazis berühren Flüchtling
Entstanden ist das Video als Parodie auf virale Internet-Hits wie "Gay Men Touch Vagina For The First Time" und "Lesbians Touch Penis For The First Time". Die große Angst vor dem Unbekannten trifft auf die große Lust, alles anzufassen. So auch die Faschos, formidabel gespielt mit homoerotischer Verve: „Hallo, ich bin der Thorben aus Dresden und ich habe noch nie einen Ausländer gesehen.“ Das bewegt doch selbst den besorgtesten Bürger. Und wir sagen es ja immer wieder: Liebe braucht die Welt.
DFB-Halbzeitshow: Helene Fischer wird heftig ausgebuht
Schlager und Fußball passen eigentlich ganz gut zusammen, oder nicht? Die Fußball-Fans beim DFB-Pokalfinale sind da ganz anderer Meinung. Der Auftritt von Helene Fischer in der Halbzeitshow sei eine Kommerzialisierung des Fußballs, kritisieren die Fans. Deshalb gab es statt Applaus auch nur „Halt dein Maul!“-Gesänge für die Schlager-Sängerin.
Seehofer im Sommerinterview: Satirisches Best Of von extra3
Geht es im Bundesinnenministerium nur noch um Ankerzentren und Flüchtlinge? Wenn man sich diesen Zusammenschnitt der extra3-Redaktion vom Sommerinterview mit Horst Seehofer anschaut, dann lautet die Antwort ganz klar: Ja. Doch Schuld daran hat auch der Fragesteller: die ARD.