Video „Everysecondcounts“: So antwortet Europa auf Trumps „America First“
Video „Everysecondcounts“: So antwortet Europa auf Trumps „America First“
Nach der „America First“-Ankündigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump antworteten erst die Niederlande mit einem witzigen Vorstellungsvideo, in dem sie Trump in seinen eigenen Worten begrüßen und für „The Netherlands Second“ warben. Das Video entwickelte sich zu einem viralen Internethit, der millionenfach geklickt wurde. Nun ziehen auch andere europäische Länder nach und bewerben auf ironische Art und Weise ihr Land bei Trump als zweitwichtigsten Staat der Welt.
Die „Neo Magazin Royale“-Redaktion um Jan Böhmermann hat eine eigene Website angelegt, auf der jedes europäische Land seine eigene Trump-Begrüßung online stellen kann. Neben Deutschland sind u.a. schon die Schweiz, Belgien, Portugal, Dänemark und Litauen mit dabei. Wer macht das Rennen um den zweiten Platz hinter Trumps USA? Wir stellen Euch die Videos der verschiedenen Länder vor.
Deutschland:
Natürlich bewirbt sich auch Deutschland als „bestes Land in Europa“ bei Trump, denn schließlich haben wir nicht nur die beste „Culture“ mit „Culcha Candela“, sondern mit dem Oktoberfest auch das beste Bierfest, das je von Gott erschaffen wurde. Und statt Amerikas „KKK“ hat Deutschland eben „FKK“: „Pussys everywhere“ – das müsste doch auf offene Ohren bei Trump stoßen. Auch die Geschichte Deutschlands ist natürlich absolut großartig: Hitler „made Germany great again“ und die beiden Weltkriege gewann Deutschland natürlich auch. Noch Fragen, Mr. Trump?
Schweiz:
Auch die Schweiz möchte „Switzerland Second“ erreichen und versucht Trump mit ihrem Sexappeal zu überzeugen. So ist die Schweiz immerhin nicht so „flach wie die Niederlande“ und hat noch dazu die besten Frauen („They’re all 10s“). Diese durften bis 1971 und teilweise 1990 nicht einmal zum Wählen gehen – „we grabbed them by the civil rights“. Das zu hören, dürfte dem US-Präsidenten doch bestimmt gefallen. Und um das alles noch zu toppen, ist die Schweiz auch noch besonders sicher: keine Mexikaner weit und breit. Absolutely fantastic!
Belgien:
Belgien schmeichelt sich bei Trump ein, indem sie betonen, dass auch sie ihren Nachbarn Frankreich überhaupt nicht mögen – ganz genauso wie den französisch-sprachigen Teil in Belgien. Von dem deutsch-sprachigen Teil ist gar nicht erst zu sprechen. Beide seien quasi die Mexikaner von Belgien. Neben „huge balls“ hat Belgien übrigens auch ABBA. Richtig gehört: alternativen Fakten zufolge kommt die bekannte Pop-Band nämlich aus Belgien – ganz ehrlich.
Portugal:
Portugal stellt sich als eines der ältesten Länder der Welt bei Trump vor und betont, dass ja auch schon mal ein Portugiese im Weißen Haus gearbeitet hat. Nämlich der Portugiesische Wasserhund „Bo“ – allerdings für Barack Obama. Daneben ist Portugal natürlich auch noch Europameister im Fußball, also im „real Football“ – nicht in Amerikas Fake-Football. Und wenn Trump den Trump Tower hat, dann kann Portugal mit dem Turm von Belém punkten – er kann sich zwar nicht in der Größe mit dem Trump Tower messen, ist aber trotzdem „the best monument in the world“. Seriously!
Dänemark:
„Denmark loves you“ – auf diese Weise möchte Dänemark Trump bezirzen. Daneben bekommen auch noch einmal die Niederlande ihr Fett weg: was ist Niederländisch denn auch für eine Sprache? Da klingt das Dänische doch viel besser, schließlich gibt es dort Wörter wie „Kolddampsatomsabsorbtionsspektrofotometri“, verstanden? Und auch die Statue der kleinen Meerjungfrau kann sich mit der Freiheitsstatue messen. Denn: in Wirklichkeit ist die kleine Meerjungfrau „actually pretty huge“. Die dänischen Windräder, die bisher regenerative Energie produzieren, können auf Wunsch Trumps natürlich auch als „Oil Mills“ verwendet werden – wenn das mal nicht dabei hilft, Dänemark und die USA wieder „gerat again“ zu machen…
Litauen:
Litauen wirbt mit der Optimierung von Trumps liebsten Hobby für sich, denn: Litauen hat das schnellste Internet. Und wie schnell könnte Trump bloß Twittern, wenn er das schnellste Internet zur Verfügung hätte. Und dann gibt es noch eine Gemeinsamkeit zwischen Trump und Litauen. Litauen hat nämlich auch eine Mauer zum Nachbarn Russland gebaut. Allerdings bestand die aus Menschen. Nichtsdestotrotz: „It was the best wall. Enormous“. Da die Niederlande und viele weitere europäische Länder ja schon den zweiten Platz nach den USA beanspruchen, gibt sich Litauen auch mit dem dritten Platz zufrieden. Denn, wie wir alle wissen, ist es immer noch besser Bronze zu gewinnen, als im Finale zu verlieren. Also Mr. Trump: „Let’s make Lithuania third“!
Luxemburg:
Luxemburg hat ein ganz entscheidendes Argument auf seiner Seite, denn: in Luxemburg zahlt man keine Steuern. Eine Tatsache, die der millionenschwere US-Präsident bestimmt zu schätzen weiß. Ansonsten stellt Luxemburg zunächst einmal klar, dass es auch wirklich ein Land ist – noch dazu das beste Land in Europa, versteht sich. Und dann wäre da noch die Gemeinsamkeit zwischen den beiden First Ladys. Auch die luxemburgische First Lady ist nämlich eine Einwanderin – genau wie Donald Trumps Frau Melania, die ursprünglich aus Slowenien stammt. Wenn das mal nicht passt. Und falls der Präsident es schon wieder vergessen haben sollte, hier eine kleine Erinnerung: In Luxemburg zahlt man keine Steuern – immer dran denken!
Niederlande:
Mit diesem Video hat alles angefangen. Jetzt hat Trump natürlich die Qual der Wahl. Wir sind gespannt, welche Länder noch nachziehen und sich Trump ebenfalls als zweiter Staat hinter der USA (natürlich die Nummer eins) anbieten.
Marokko:
Mit Marokko zieht nun das erste nordafrikanische Land nach und bewirbt sich ebenfalls mit einigen schlagenden Argumenten als zweites Land nach Amerika. Die europäischen Länder kann Trump, nach Meinung der Marokkaner, eigentlich direkt wieder vergessen. Denn durch die vielen Flüchtlinge, die aus Nordafrika nach Europa kommen, wird Europa demnächst sowieso zu Marokko gehören. Also, warum nicht gleich Marokko wählen? Auch die Religion sollte kein Problem darstellen: selbst wenn Trump den Islam nicht besonders zu mögen scheint, kann er sich sicher sein – Marokko hat den besten Islam, versprochen! Und falls Melania ein paar Schminktipps braucht: in Marokko geben Fernsehsender Frauen Tipps, wie sie die Spuren häuslicher Gewalt am besten überschminken können. Ein Traum!
Italien:
So langsam wird es für die europäischen Länder immer schwerer, sich im Kampf um den zweiten Platz nach America First von der starken Konkurrenz abzuheben. Italien hat allerdings noch einmal neue und schwer zu überbietende Argumente für sich gefunden. So scheint in Italien, im Gegensatz zu Deutschland, Dänemark und den Niederlanden, nämlich immer die Sonne. Ein Traum für Donald Trump und seinen orangefarbenen Teint, den er unter der Sonne Italiens problemlos umsonst bräunen könnte. Weil Italien schon von diversen Ländern erobert wurde, stellt es auch absolut kein Problem dar, wenn auch Trump Italien irgendwann einnehmen möchte. Wenn das keine nette Einladung ist. „You’re welcome, Mr. President!“ Und dann ist da ja auch noch das fabelhafte italienische Essen, das beste Essen der Welt natürlich. Das schmeckt nämlich nicht nur gut, sondern sieht auch noch so verdammt sexy aus. „Schauen Sie sich nur den frischen Mozzarella an, Mr. Trump – you can grab them by the cheese“. Ob der US-Präsident da noch widerstehen kann?
Slowenien:
Slowenien hat natürlich schon ein entscheidendes Plus auf seiner Seite, denn: es ist das Herkunftsland von Donald Trumps Frau Melania. „We have the best Pussy in the world!“ – Punkt an Slowenien. Daneben kann Slowenien mit seinem jungen Alter für sich werben. Das Land ist erst 25 Jahre alt – also das perfekte Alter für ein Date. Interessiert, Mr. Trump? Auch die Liebe zu Mauern teilen Trump und Slowenien. Zwar ist die slowenische Mauer eher ein Zaun, erfüllt aber dennoch ihren Zweck: Immerhin hält es die Flüchtlinge aus den Land fern. Wenn das Trump nicht überzeugt, dann wissen wir auch nicht.
Moldawien:
Falls Donald Trump bisher noch nicht von Moldawien gehört hat, tut er das spätestens jetzt. So kann das kleine, aber natürlich trotzdem bedeutende Land, mit seinen enormen Vorräten an Wein und der ausgeprägten Vorliebe für den Konsum von Alkohol bestimmt Eindruck machen. Daneben verbindet beide die Hassliebe zum Nachbarn. So ist Rumänien für Moldawien quasi das Mexiko von Amerika – so etwas verbindet doch. Moldawien ist dazu noch ein sehr schnelles Land – leider nur schnell im Schrumpfen der Bevölkerung. Um dem einen Riegel vorzuschieben, könnte also auch Moldawien eine Mauer gut gebrauchen – dann allerdings für all jene Menschen, die versuchen, aus Moldawien auszuwandern, statt einzuwandern. Im Mauerbau können beide sich schon mal zusammentun. Ein Erfolgsgarant für eine Doppelspitze, oder?
Bulgarien:
Willkommen in Bulgarien – Bul-ga-ri-en geschrieben – nur um mögliche Verwechslungen direkt auszuschließen. Das Land ist nicht nur eines der ältesten Länder der Welt, sondern pflegt auch eine große Freundschaft zu Russland, genau wie Trump selbst. So steht sogar in jeder großen Stadt ein russisches Denkmal. Und um auch das Thema Mauer noch einmal aufzugreifen, gibt Bulgarien ein gutes Beispiel ab – für ihre Mauer ließen sie nämlich die EU zahlen. Sympathisch! Auch dass der erste Computer von einem Bulgaren erfunden wurde, dürfte für Bulgarien sprechen – andernfalls könnte Trump nämlich nicht mal twittern. Also, „Bulgaria is the place to be“. Agree?
Österreich:
Österreich hat für Donald Trump eine Vielzahl schlagender Argumente zusammengestellt, um auf Platz zwei hinter Amerika gewählt zu werden. In Österreich habe man 1529 die Vertreibung von Muslimen quasi erfunden. Und auch sonst könne sich der US-Präsident hier wie zu Hause fühlen. Gibt es hier doch einige bekannte Fälle von Inzest und Entführungen. Außerdem buhlen die Österreicher mit Ortsnamen wie Fucking, Assling und Hard um die Gunst von Trump. Auch für Trumps Familie wäre in Österreich gesorgt. Der bubenhafte Außenminister Sebastian Kurz (im Video für den US-Präsidenten verständlich als Sebastian Short vorgestellt) könnte ein toller Spielkamerad für Barron Trump werden. Sie müssten im gleichen Alter sein, scherzen die Macher des Videos.
Namibia:
Den zweiten Platz will Afrika den europäischen Ländern nicht kampflos überlassen. Deshalb mischt nun mit Namibia schon das zweite afrikanische Land munter mit und versucht Trump mit seinem Nationalgericht für sich zu gewinnen. Dieses heißt „Braai“ und soll angeblich besser schmecken, als es klingt – „you’ll love it“! Mit dem Trump Tower kann Namibia sich ebenfalls messen – sie haben nämlich ebenfalls einen Turm. Und der sieht tatsächlich aus wie eine Kaffeemaschine – erstaunlich. Einen Grand Canyon hat Namibia ebenfalls zu bieten. In diesem Fall ist es zwar nur ein Fluss namens Canyon, aber wer behaupten sollte, dass der amerikanische Grand Canyon größer ist, muss eindeutig alternativen Fakten auf den Leim gegangen sein. Zum Abschluss macht Namibia noch darauf aufmerksam, dass Trump bei „America First“ gar nicht genauer spezifiziert, auf welchen Kontinent sich diese Ankündigung eigentlich bezieht. Von daher beansprucht Namibia einfach ebenfalls „Namibia First“ für sich – allerdings nur für den afrikanischen Kontinent. Dagegen dürfte Trump ja wohl nichts einzuwenden haben.
Australien:
Bitte nicht auflegen, Mr. Trump! – Denn auch Australien möchte sich bewerben und hat natürlich ebenfalls überzeugende Argumente zu bieten. Weil Australiens Fläche riesig ist, aber ebenso wenig Menschen dort leben, wirkte sogar Trumps Inauguration im Vergleich gigantisch. „Die größte Menschenmenge, die Australien je gesehen hat!“ Gegründet wurde Australien übrigens als Sträflingskolonie. Ganz Australien ist also ein einziges riesiges Gefängnis – wenn das nicht verlockend klingt. In Australien spricht man Englisch: die beste Sprache der Welt. Englisch ist nämlich so beliebt, dass sogar sämtliche europäische Staaten Englisch lernen, damit sie ihre eigenen Sprachen nicht sprechen müssen. Wie gut, dass in den USA ebenfalls Englisch gesprochen wird – da müssten sich beide Länder doch gut verstehen. Also, Australia Second?
Iran:
Mit dem Iran meldet sich nun auch das erste Land aus dem Mittleren Osten zu Wort. Zunächst stellt der Iran klar, um welches Land es sich denn überhaupt handelt. Denn oftmals wird der Iran mit dem Irak verwechselt: Da sitzt der US-Präsident mitten in der Nacht an seinem Smartphone, tippt die Liste der Länder mit Einreiseverbot ein und Auto-Correct verbessert „Irak“ einfach zu „Iran“. Aber so ein Fauxpas sollte nach dem Video wohl nicht mehr passieren. Auch möchte der Iran darauf hinweisen, dass die USA von Seiten des Irans überhaupt nichts zu befürchten hat, wenn es um Atomwaffen geht: „Schauen Sie sich nur das iranische Auto „Pride“ an, Mr. Trump. Es ist wahrscheinlicher, auch ohne die Einwirkung eines Unfalls in einem „Pride“ zu sterben, als von A nach B zu kommen.“ Mit dem Abschuss von Atomraketen würde sich der Iran also wohl eher selbst schaden. Zudem stellt das Land keine hohen Ansprüche und möchte in der Weltrangliste nur wenigstens vor dem Irak stehen. Also, an welcher Stelle auch immer der Irak steht, bitte setzen sie den Iran noch davor, Mr. Trump!
Tschechien:
Trump muss Tschechien einfach lieben, da sind sich die Macher des Bewerbungsvideos ganz sicher, denn: Die erste Liebe stirbt bekanntlich nie. Und passenderweise kommt Trumps Ex-Frau aus Tschechien – „Totally hot, totally Czech“! Auch die Beziehung des tschechischen Präsidenten zu Putin ist ähnlich gut, wie die Trumps zum russischen Präsidenten. Das passt doch! Russland half Tschechien sogar einen Zaun zu bauen – so wurden die Menschen nicht nur daran gehindert, ins Land zu kommen, sie kamen auch nicht aus Tschechien heraus. Großartig!
Veröffentlicht am: 03.02.2017 in Video
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