Interview "Erdogan möchte als harter Hund gesehen werden" - Medienanwalt Kompa
Interview "Erdogan möchte als harter Hund gesehen werden" - Medienanwalt Kompa
Es scheint, als kommt Recep Tayyip Erdogan jetzt richtig in Fahrt: nach der Affäre um Böhmermanns Schmähgedicht, geht der türkische Präsident jetzt auch juristisch gegen Springer-Chef Matthias Döpfner vor. Wir haben mit Medienanwalt Markus Kompa über die neueste Eskalation in der Böhmermann-Krise gesprochen.
„Aus deutscher Perspektive ist das natürlich höchstgradig albern“ – Medienanwalt Markus Kompa findet, dass ein Staatsoberhaupt wie Recep Tayyip Erdogan Kritik abkönnen muss. Doch das sehen Erdogan und sein deutscher Anwalt Ralf Höcker offensichtlich anders. Weil Springer-CEO Matthias Döpfner in einem offenen Brief erklärt hatte, sich Böhmermanns Schmähkritik „in jeder juristischen Form zu eigen“ zu machen, versuchte Höcker nun eine einstweilige Verfügung gegen Döpfner durchzusetzen. Das Landgericht Köln hat die Forderung zurückgewiesen. Erdogan und Höcker wollen in die nächste Instanz gehen. Wir haben mit Markus Kompa, der selbst schon juristisch mit seinem Kollegen Ralf Höcker zu tun hatte, über das Vorgehen Erdogans, mögliche Folgen und die Rolle der Bundesregierung gesprochen.
Veröffentlicht am: 10.05.2016 in Interview
Related Videos
Freispruch für Böhmermann - Ja oder Nein?
Die Causa Böhmermann hat weite Kreise gezogen. Angela Merkel räumt öffentlich Fehler ein, Paragraph 103 zur Majestätsbeleidigung wird abgeschafft und der türkische Präsident will "bis zur letzten Instanz" gehen. Doch hat sich Jan Böhmermann schuldig gemacht? Und wenn es zu einem Verfahren kommt, sollte Jan Böhmermann dann freigesprochen werden? Zwei Rechtsanwälte diskutieren.
"Böhmermann in den Knast!" – TITANIC-Chef
Ist Jan Böhmermann mit seinem Erdogan-Schmähgedicht zu weit gegangen? „Na klar!", meint der Chef des Satiremagazins TITANIC Tim Wolff. Frech fordert er: „…steckt ihn drei oder fünf Jahre ins Gefängnis." Wir haben mit dem Berufs-Satiriker über Grenzen von Satire, Konflikte mit dem Gesetz und die Bundeskanzlerin gesprochen. Bitte nicht zu ernst nehmen.
„Türken in den Dreck gezogen!“ – Erdogan-Unterstützer Bilgi
Bülent Bilgi erwartet von Jan Böhmermann eine Entschuldigung. Mindestens. Und er glaubt an "eine gesteuerte PR-Aktion". Zudem weist er auf die Gefahren für die diplomatische Beziehungen und den gesellschaftlichen Frieden hin.
Böhmermann-Gedicht - Version für Erdogan und Merkel
Böhmermanns Schmähgedicht. Was darf gezeigt werden? Und was nicht? dbate zeigt bearbeitete Version. Darf man das?
Böhmermann-Skandal: Erklärung von Kanzlerin Merkel
Jetzt ist es amtlich: die Bundesregierung gestattet Strafverfahren gegen Satiriker Jan Böhmermann (NEO MAGAZIN ROYALE). Wir zeigen die Erklärung von Kanzlerin Angela Merkel im Original.
Böhmermanns Ende: Zufall oder Verschwörung?
Zufall oder Verschwörung? So wurde das Aus von Böhmermann schon vor Jahren im NEO MAGAZIN durchgespielt.
"Ziegen f***en"!? Tierischer Protest gegen Erdogan-Satire
Während die Türkei nach Böhmermanns Schmähgedicht strafrechtliche Konsequenzen fordert und die Bundesregierung den Wunsch nach Strafverfolgung prüft, wird andernorts fleißig weiter diskutiert. "Satire oder keine Satire?" - doch nicht nur das ist die Frage.
Mehr Videos aus dem Bereich Interview
"Anker der Stabilität" - Michael Rutz über Merkels Kandidatur
Sie macht es noch einmal. Angela Merkel hat verkündet, ein viertes Mal für das Bundeskanzleramt zu kandidieren. Was bedeutet eine weitere Kandidatur und eine mögliche weitere Amtszeit Merkels für die Bundesrepublik? Interview mit Journalist Michael Rutz.
Martin Sonneborn (DIE PARTEI) über Satire und Politik
„Ich glaube schon, dass Satire ein Korrektiv sein kann“ – das sagt Martin Sonneborn über Satire in der Politik. Er ist Vorsitzender der Partei DIE PARTEI. Doch wie sinnvoll ist Humor im Politikbetrieb wirklich? Was würde Sonneborn, der immerhin im EU-Parlament sitzt, an der Europäischen Union gerne ändern?
Whistleblower Antoine Deltour - bestrafter Held
Der Wirtschaftsprüfer Antoine Deltour hat Steuerabsprachen internationaler Konzerne mit Luxemburg enthüllt. Dafür musste er teuer bezahlen. Ein Berufungsgericht in Luxemburg hat den Whistleblower jetzt erneut verurteilt: 6 Monate Haft auf Bewährung sowie 1500 Euro Geldstrafe.
TITANIC-Chef zu "Charlie Hebdo": “Komik darf nicht sterben!“
Tim Wolff, Chefredakteur des Satire-Magazins „Titanic“, zum Attentat auf „Charlie Hebdo“.
So will "Breitbart" in Europa Politik beeinflussen - Medienforscher Weichert im Interview
„Breitbart News“ ist ein rechtes Meinungsmedium aus den USA, das Rassismus predigt und mit der Verbreitung von Fake News für Furore sorgt. Professor für Digitalen Journalismus Stephan Weichert erklärt den Erfolg der populistischen Meldungen und der sogenannten ‚alternative facts‘ in den Sozialen Medien. „Breitbart“ plant nun auch nach Deutschland und Frankreich zu expandieren. Was das bedeutet und wie deutsche Journalisten darauf reagieren sollten, erklärt Weichert im Interview.
Interview mit Horst Seehofer aus "Die Notregierung"
Horst Seehofer spricht er über seine Zeit als Innenminister ("die härteste") und sein bevorstehendes Karriereende ("Akku leer").