Interview Roland Tichy (BamS): "Grexit ist am besten für Griechenland"

Interview Roland Tichy (BamS): "Grexit ist am besten für Griechenland"

Ein „Grexit“ – also das Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone – steht weiterhin im Raum. Der Showdown neigt sich dem Ende. Doch wer ist eigentlich Schuld an der Griechenland-Pleite? Und wie groß ist der Schaden für Europa? BamS-Kolumnist Roland Tichy hat Antworten.

Seit Monaten verhandeln die Regierungschefs der Euro-Gruppe über die Schuldenkrise Griechenlands. Jetzt ist es soweit: die griechische Regierung ist zahlungsunfähig. In Last-Minute-Gesprächen soll noch über einen Ausweg verhandelt werden. Am Sonntag haben die Griechen in einer Volksabstimmung gegen den Reformkurs der Euro-Gruppe gestimmt. Doch wie sinnvoll ist dieses Referendum? „Volksabstimmungen sind sinnvoll, da die Menschen hinter den Entscheidungen stehen müssen“, sagt Bild am Sonntag-Kolumnist Roland Tichy im Skype-Talk, „wenn für einen Grexit gestimmt wird, darf sich nicht über die Konsequenzen beschwert werden.“ Tichy selbst ist der Meinung, dass der Grexit die bestmögliche Lösung für Griechenland ist. „Der Euro eignet sich nicht gleichermaßen für ein Dritte-Welt-Land wie Griechenland und für eine Industrienation wie Deutschland.“

Der studierte Volkswirt Tichy war von 2007 bis 2014 Chefredakteur der Wirtschaftswoche und ist jetzt u.a. Kolumnist der Bild am Sonntag. Er ist außerdem engagierter Blogger. Seine Beiträge „Tichys Einblick“ erscheinen auf www.rolandtichy.de

Zur Griechenland-Krise zeigt dbate.de außerdem:

– VIDEOTAGEBUCH: Mein Aufstand – die Proteste in Athen

– INTERVIEW mit Alexis Tsipras (2012)

– STREITGESPRÄCH: Grexit – Ja oder Nein?

Veröffentlicht am: 30.06.2015 in Interview

  • Pingback: "Grexit" – Roland Tichy im Video-Interview » Ludwig Erhard Stiftung()

  • Am 30.06.2015 von „libertarianDE“ auf YouTube gepostet:

    Guter Mann! War klar, dass es dem Publikum dieses blutroten YouTube-Kanals nicht gefällt.

  • Am 10.07.2015 von „Christoph H.“ auf YouTube gepostet:

    Vielleicht ja doch zu recht von der Wirtschaftswoche zur Bild-Zeitung gewechselt, so simple pauschale Aussagen, wie er sie da aufstellt.

    Vor allem die Darstellung, Griechenland hätte die Hilfsgelder verkonsumiert. Er tut ja so, als hätte Griechenland die ganzen Gelder zur freien Verfügung gehabt und hätte es versäumt, sie in die Wirtschaft zu investieren. In Wirklichkeit flossen die Hilfsgelder nur als Kredite an Griechenland, damit sie die älteren Kredite zahlen konnte, die fällig wurden.
    So floss das meiste der Hilfsgelder sofort an Banken im Ausland zurück. Sehr viel davon an deutsche Banken. Und da hatte Griechenland überhaupt keine Verfügungsgewalt über diese Hilfsgelder, mit denen sie irgendetwas anderes hätten machen können, als sie einfach nur gleich an Banken weiterzuleiten. Also so zu tun, als hätten sie die Hilfsgelder verkonsumiert und hätten die Möglichkeit gehabt, sie in die Wirtschaft zu investieren, weicht schon reicht weit von der Wirklichkeit ab.

    Aber das ist halt der selbstgefällige Bildzeitungsjournalismus, der lieber Stimmungen, die auf Unwissenheit basieren, bedienen will, anstatt echte Faktenrecherche zu betreiben.

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