Interview US-Wahl 2020: Meine Imitation von Trump (Web-Doku)
Interview US-Wahl 2020: Meine Imitation von Trump (Web-Doku)
John Di Domenico bezeichnet sich selbst als den erfolgreichste Trump-Imitator der Welt. Seit 2004, Jahre bevor Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird, perfektioniert der Schauspieler die Rolle seines Lebens. Sein Talent verschaffte ihm dutzende Auftritte im nationalen amerikanischen Fernsehen und Aufträge in der ganzen Welt.
Mit Krawatte und Perücke zum Präsidenten
Die Transformation von John Di Domenico zum Präsidenten der USA dauert eine Stunde. Rote Krawatte, orangefarbenes Makeup und vor allem die Perücke müssen sitzen. Die eigentliche Kunst liegt jedoch in der Performance. Domenico studiert unablässig Aufnahmen von Trump und analysiert jedes noch so kleine Detail in Trumps Gestik und Mimik, seiner Sprache, aber auch seine Denkmuster.
Seine Auftritte haben einen klaren satirischen Charakter. Domenico überspitzt und übertreibt den ohnehin schon ganz normalen Wahnsinn des vielleicht noch größeren Showmans Donald Trump. Geschickt balanciert er hierbei zwischen Glaubwürdig- und Lächerlichkeit, wobei er immer wieder im Scherz und zu seinem eigenen Erstaunen spätere Parolen von Trump vorhersagt.
Sympathie für die Figur Trump
Teil seines Erfolgs sieht Domenico in dem Versuch möglichst aufgeschlossen gegenüber Trump zu bleiben.
“I want to have a little bit of a bite, but I don’t want to tear the guy apart. I just want to show the craziness of some of the things that he does. Oh, a lot of things that he does.“
Auch wenn er mit einigen Grundsätzen von Trump nicht einverstanden ist, versucht Domenico das auszublenden. Nach seiner Ansicht muss man eine Figur zumindest auf einer persönlichen Ebene mögen, um sie überzeugend verkörpern zu können. Nur so könne er sich in den Charakter eingrooven und nicht darüber urteilen, welche Botschaften er selbst als „President Trump“ vor Publikum verbreitet.
Im Interview erzählt Domenico auch von der Schwierigkeit eine Person wie Trump noch zu überbieten, seiner professionellen Faszination gegenüber des Präsidenten und seiner Rolle als Entertainer im aktuellen Wahlkampf.
Veröffentlicht am: 19.10.2020 in Interview
Related Content
Impfpflicht in der Diskussion - Interview und Stimmen zur Coronaimpfung
Seit Beginn des Jahres 2021 beschäftigt das Thema Impfen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Wie stehen sie zu einer Impflicht?
Interview mit Olaf Scholz aus "Wege zur Macht"
Die SPD entschied sich früh für ihren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Dennoch steckte die Partei lange im Umfragekeller fest.
Interview mit Armin Laschet aus "Wege zur Macht"
Im Interview spricht Laschet über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von CDU und CSU sowie über Pannen und Fehltritte im Wahlkampf.
Interview mit Annalena Baerbock aus "Wege zur Macht"
Im Interview spricht die Annalena Baerbock über die "großen Fragen" die Deutschland in den nächsten Jahren bevorstehen und wie die Grünen eine Führungsverantwortung übernehmen wollen.
"Genau genommen bin ich Geschichtenerzähler" - Skype-Interview mit Wolfgang Niedecken
Wolfgang Niedecken feiert am 30. März seinen 70. Geburtstag. Im dbate-Interview blickt der Kölner Sänger auf Kindheitserinnerungen zurück.
Autor Stephan Weichert über seinen Film "Medienmacher von morgen"
Stephan Weichert spricht über die Zukunft der Medien, über den Newswahn, den wir im digitalen Zeitalter täglich erleben und darüber, wie Journalismus verbessert werden kann.
Mehr Videos aus dem Bereich Interview
Prof. Butter über Verschwörungstheorien
Der Tübinger Professor Michael Butter ist Experte für Verschwörungstheorien und versucht ihrem Wesen kulturübergreifend auf den Grund zu gehen. Verschwörungstheorien sind ein Mittel zur Welterklärung – ein luktratives noch dazu. Was die Theorien so verführerisch macht, ist, "dass sie ganz klar, zwischen Gut und Böse unterscheiden."
Klaus Brinkbäumer über den Aufstand in den USA
Stephan Lamby (Hamburg) und Klaus Brinkbäumer (New York) sprechen über Trumps Wahlkampfstrategie, die schweigende Mehrheit und die Macht der Bilder.
"Prince tanzte vor mir" – Tom Glagow über eine Nacht mit Prince
Es war ein lauer Spätsommerabend, der 31. August 1988. Da spielte der kleine-große Rockmusiker im Hamburger Millerntorstadion. Dort, wo sonst der FC St. Pauli seine Heimspiele austrug. Anwohner beschwerten sich scharenweise wegen des Lärms. Aber die, die Prince wirklich zuhörten, waren begeistert.
Heiner Geißler 1/3: Wahlversprechen und Lügen
Der ehemalige CDU-Generalsekretär über gebrochene Wahlversprechen, Helmut Kohls Spendenaffäre und den Umgang von Politikern mit Journalisten. Interview für eine NDR/ARD-Dokumentation. Teil 1: Wahlversprechen und Lügen.
March for Science: Wissenschaft gegen "Fake News"
„Fake News“ und Populismus sind nicht nur eine Gefahr für Medien und Politik. Weil auch die Wissenschaft zunehmend mit alternativen Fakten zu kämpfen hat, gehen am 22. April 2017 Wissenschaftler und Bürger beim March for Science auf die Straße. Interview mit Initiatorin Tanja Gabriele Baudson über den Kampf gegen „Fake News“ und die Frage, warum freie Wissenschaft so wichtig ist.
„Das wird ein einziges Chaos“ - Journalistin Dittert zum "Brexit"
Europa, Nein Danke? Am 23. Juni stimmen die Briten für oder gegen den Verbleib in der EU. Das Land ist tief gespalten und blickt in eine zunehmend ungewisse Zukunft. Für Annette Dittert, ehemalige London-Korrespondentin der ARD, bedeutet ein Brexit nichts Gutes – weder für Großbritannien noch Europa.