Interview Neues Spitzenduo: Wohin steuert die AfD? Melanie Amann im Interview
Interview Neues Spitzenduo: Wohin steuert die AfD? Melanie Amann im Interview
Interne Machtkämpfe und Dauer-Provokationen. Über die AfD wurde viel und häufig berichtet. Doch in den letzten Wochen ist es stiller um die rechtspopulistische Partei geworden: Die Umfragewerte bleiben bei rund zehn Prozent. Ist das Spitzenduo Alice Weidel und Alexander Gauland schon vor der Wahl gescheitert? Ein Interview mit SPIEGEL-Redakteurin Melanie Amann.
Mit ihrem Verzicht auf die Spitzenkandidatur, hat die AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry viele überrascht. Eine Überlebensstrategie? „Dadurch hat sich Petry bewusst aus der Schusslinie genommen“, so die SPIEGEL-Redakteurin Melanie Amann. Damit befindet sich die AfD in einer merkwürdigen Situation, denn „die bekannteste und talkshowtauglichste Person ist zur Randfigur geworden.“
Das AfD-Spitzenduo aus Alice Weidel und Alexander Gauland wird nun bei der Bundestagswahl im September antreten. „Ihre Gegensätze wird das Duo als Stärke verkaufen“, da ist sich Amann sicher. Alice Weidel wird sich der Sachthemen wie der Eurokrise annehmen, wohingegen Gauland weiter den nationalkonservativen Anti-Islam-Kurs vorantreiben wird. Dabei sei zu beobachten, dass die AfD nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise ein Themenproblem hat. Der neue Schwerpunkt für die Bundestagswahl im September läge daher eher auf den Themen: Familie und Wirtschaft.
Gretchenfrage „Björn Höcke“
Spannend bleibt auch die Frage, wie die Partei mit Figuren wie Björn Höcke und den Verbindungen zu den Neuen Rechten unter Götz Kubitschek umgehen wird. Hier sieht die SPIEGEL-Redakteurin großes Konfliktpotenzial innerhalb des Spitzenduos, aber auch der Partei.
Melanie Amann berichtet seit 2013 für den SPIEGEL über die Alternative für Deutschland. Dabei wurde sie mehrmals angegriffen und auch von Parteitagen ausgeschlossen. In ihrem Buch AfD – Angst für Deutschland analysiert sie die Partei sowie ihr Personal und berichtet auch über die Herausforderungen für Journalisten, ausreichend zu informieren – sich aber nicht instrumentalisieren zu lassen.
Veröffentlicht am: 18.07.2017 in Interview
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