Interview Journalisten, kommt mal runter!
Interview Journalisten, kommt mal runter!
„Journalisten wollen immer mehr sein als sie sind. Wir sind einfach Handwerker […], aber wir wollen Künstler sein, Schriftsteller und das verleitet uns.“ Die SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger rief auf der diesjährigen Konferenz von „Netzwerk Recherche“ ihre Kollegen dazu auf, sich auf das Handwerkliche zu konzentrieren, sich also nicht auf Gefühle und Selbstverwirklichungsziele zu fokussieren, sondern auf die Vermittlung von Erkenntnissen durch sorgfältige Recherche.
Ähnlich sieht es der ORF-Moderator und Journalist Armin Wolf. Er versteht seinen Job als „öffentlichen Lügendetektor.“ „Ich versuche mich der Wirklichkeit anzunähern durch Fragen – und zwar durch gut vorbereitete Fragen.“
Das Hinterfragen der eigenen journalistischen Arbeitsweise und der Umgang mit Fehlern war ein ebenso wichtiges Thema bei den Teilnehmern der Konferenz, hier hat der Fall Relotius tiefe Spuren hinterlassen.
Krise im Journalismus
Die Glaubwürdigkeitskrise, in der der Journalismus steckt, lässt die Frage laut werden, was guten Journalismus ausmacht. dbate war vor Ort und hat – neben Armin Wolf – auch mit der NDR-Journalistin Anja Reschke, dem Medienjournalist Stefan Niggemeier, dem Hauptstadtjournalist Tilo Jung, dem Soziologen Stefan Schulz und dem Chefredakteur von BuzzFeed Daniel Drepper über die wichtigsten Eigenschaften von Journalisten gesprochen. Die Glocke der Introspektion hat geläutet.
Hintergrund:
Jedes Jahr veranstaltet der gemeinnützige Verein Netzwerk Recherche eine Jahreskonferenz für Journalistinnen und Journalisten. Dieses Jahr fand die Konferenz unter dem Titel „Abenteuer Recherche“ am 14. und 15. Juni in Hamburg beim NDR statt.
Veröffentlicht am: 28.06.2019 in Interview
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