Interview "Sowas habe ich noch nie erlebt" - LINKE-Politikerin zu Neonazi-Konzert in Themar
Interview "Sowas habe ich noch nie erlebt" - LINKE-Politikerin zu Neonazi-Konzert in Themar
6.000 Neonazis feiern ausgelassen bei einem Rechtsrock-Festival im thüringischen Themar – „Heil“-Rufe und Hitlergruß inklusive. Deswegen ermittelt nun die Polizei, die während des Festivals nicht eingegriffen hatte. Doch die Diskussion geht noch viel weiter: Was muss unsere Gesellschaft eigentlich aushalten? dbate-Interview mit Katharina König-Preuss (LINKE-Abgeordnete in Thüringen), die als Parlamentarische Beobachterin vor Ort war.
Mit „Heil“-Rufen und Hitlergruß
Es war die wohl größte Neonazi-Versammlung des ganzen Jahres. Rund 6.000 Neonazis aus Deutschland und dem europäischen Ausland treffen sich in der thüringischen Kleinstadt Themar zum Feiern. Anwohner, Polizei und Demonstranten können das Neonazi-Festival nicht verhindern. Doch jetzt scheint das Nazi-Treffen ein juristisches Nachspiel zu haben. Videos belegen, wie Dutzende kahlrasierte Männer ihre Arme zum verbotenen Hitlergruß erheben. „Heil“-Rufe ertönen aus der Menge.
Welche Neonazis haben sich in Themar getroffen?
„Die komplette rechte Szene Deutschlands – und darüber hinaus aus Europa“, sagt Kennerin der Szene Katharina König-Preuss. Sie selbst war am 15. Juli als Parlamentarische Beobachterin in Themar. Bei dem Nazi-Festival hätten sich auch Vertreter von in Deutschland verbotenen Gruppierungen getroffen. So seien beispielsweise Vertreter von „Blood and Honour“, der „Hammerskins“, der „Europäischen Aktion“ und Mitglieder alle rechten Parteien von NPD über „Die Rechte“ bis hin zur Partei „Der Dritte Weg“ anwesend gewesen. Dass sich diese Vielzahl an Parteien und Gruppierungen zusammengeschlossen hätten, sei, so König-Preuss, ein Novum in Deutschland.
Im dbate-Interview spricht Katharina König-Preuss außerdem über sinnvolle Gegen-Proteste, das Vorgehen der Polizei und die Gefahr, die aktuell von der deutschen Neonazi-Szene ausgeht.
Veröffentlicht am: 19.07.2017 in Interview
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Freidenker
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