Interview Kurden-Verband: "Kurden-Staat für Türkei gefährlicher als IS"

Interview Kurden-Verband: "Kurden-Staat für Türkei gefährlicher als IS"

Gleich an zwei Fronten führt die Türkei ihren Anti-Terrorkrieg. Mit Luftangriffen und Verhaftungen wird massiv gegen die kurdische PKK und den „IS“ vorgegangen. Doch was führt die türkische Regierung im Schilde? Wer ist der wahre Feind? Rohat Geran vom Kurden-Verband KOMKAR findet deutliche Worte.

Für ein Selbstmordattentat in der syrisch-türkischen Grenzstadt Suruc hat die türkische Regierung den sogenannten „Islamischen Staat“ verantwortlich gemacht – und mit aller Härte reagiert. Seit Tagen fliegt die türkische Luftwaffe Angriffe auf Stellungen der Terror-Miliz. Doch das ist nicht alles. Auch die vom Westen und der Türkei als Terrororganisation eingestufte kurdische Arbeiterpartei PKK wird massiv bombardiert. Bei einer Verhaftungswelle wurden zudem über 1000 IS- und PKK-Sympathisanten festgenommen.

Die Sache scheint klar zu sein. Die Türkei kämpft an zwei Fronten gegen den Terror. Anders sieht das Rohat Geran, Bundesvorsitzender des Verbands der Vereine aus Kurdistan in Deutschland e.V. – KOMKAR. Er kritisiert, dass der Anti-Terroreinsatz eigentlich eine verkappte Offensive gegen die Kurden sei. „Der IS ist für die Türkei das kleinere Übel“, sagt Geran im Skype-Talk mit Fatma Ates, „der Friedensprozess zwischen Kurden und Türken hat so keine Chance mehr.“

Rohat Geran ist Bundesvorsitzender von KOMKAR. Das Ziel des Verbandes ist nach eigenen Angaben die Integration der kurdischen Bevölkerungsgruppe mit der Beibehaltung ihrer Identität, Sprache und Kultur in Deutschland. Unter dem Dach des Verbandes sind 35 Vereine und Komitees vereint.

Veröffentlicht am: 28.07.2015 in Interview

  • Am 02.08.2015 von „Leono Liber“ auf YouTube gepostet:

    Ich teile Gerans Analyse.

    Die Kurden im Nordirak, das einzige ernst zu nehmende lokale Bollwerk gegen die Barbarei, laufen mal wieder Gefahr, zwischen den Interessen der großen Mächte (bzw. der NATO-Mächte, um es beim Namen zu nennen) zerrieben zu werden und als Ganzes am Ende, wie leider so oft in der Vergangenheit, als die lobbylosen Gelackmeierten dastehen.

    Die Regierung der Türkei muss sich wirklich fragen lassen, ob sie nicht aus innenpolitischen taktischen Gründen implizit dem „IS“ zuarbeitet. Hierzu ein Artikel, der selbstverständlich einseitig gehalten ist, aber auch einseitige Ansichten tragen ja besonders in unübersichtlichen Konflikten zur Abrundung des Gesamtbilds bei. Audiatur et altera pars.
    http://kurdischenachrichten.com/2015/06/kurdenphobie-erdogan-zieht-den-moerderischen-is-den-kurden-als-nachbarn-vor/

    Was die Türkei treibt, ist selbstverständlich deren Sache. Wenn allerdings die restliche NATO wohlwollend dabei zuschaut, wäre das extrem bitter. Die Mitgliedschaft in einem Verteidigungsbündnis darf nicht zu einem Freibrief für geduldete Angriffshandlungen werden. Ich hoffe sehr, dass hinter den Kulissen mäßigend auf die türkische Regierung eingewirkt wird.

  • Pingback: „Mein Leben unter Erdogan“ – Liveberichte aus Istanbul | magazin.dctp.tv()

  • Am 29.11.2015 von „Timurcin 1453“ auf YouTube gepostet:

    Es wird NIEMALS NIEMALS NIEMALS ein Kurdistan geben!!! Geschweige den in der Nähe der Türkei!!! Friede sei mit euch!!

  • Am 14.04.2016 von „kurdistanpower2006“ auf YouTube gepostet:

    Die Türken sind die größten Verbrecher ! Möge sie Allah rechtleiten und Ihnen verzeihen inshallah.

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