Interview Symbolischer Protest im „Nazi-Dorf“ Jamel (Interview mit Martin Groß)
Interview Symbolischer Protest im „Nazi-Dorf“ Jamel (Interview mit Martin Groß)
Seit 2007 veranstaltet das Ehepaar Lohmeyer ein Festival gegen Rechts: „Jamel rockt den Förster“. Martin Groß und Kiki Angerer fangen jedes Jahr die Atmosphäre des Festivals mit der Kamera ein. Im Interview spricht Filmemacher Groß über seine Erfahrungen im Dorf Jamel.
„Es ist für mich einer der schönsten Termine im Jahr“ – Martin Groß ist Regisseur und Kameramann. Schon oft standen namhafte Künstler vor seiner Kamera, doch „Jamel rockt den Förster“ ist ein richtiges Herzensprojekt. Schon länger hatte er das kleine Festival im Dorf Jamel, in Mecklenburg-Vorpommern, beobachtet – ein Festival gegen Rechts in einem Dorf voller Neonazis. Als 2015 die Scheune der Festival-Initiatoren Birgit und Horst Lohmeyer, in Brand gesetzt wird, überlegt er, wie auch er sich am Protest beteiligen kann. Seitdem produziert er jährlich mit seiner Kollegin Kiki Angerer das Best-Of-Video zum Festival und erlebt den Protest im „Nazidorf“ hautnah.
„Alle Demokraten müssen zusammenstehen“
Ist das Festival mit jährlich etwas mehr als 1.000 Besuchern doch relativ klein, ist seine Symbolkraft um einiges größer. Viele Bands, die sonst auf weitaus größeren Festivals spielen, kommen nach Jamel um ein Zeichen zu setzen. Infostände und Workshops sollen den Protest gegen die Neonazi-Strategie, ganze Dörfer zu besetzen, unterstützen. Filmemacher Groß findet es besonders wichtig, dass auch Mainstream-Künstler in solchen Zeiten das Wort erheben, wie dieses Jahr zum Beispiel Herbert Grönemeyer. Dieser musste dafür in den Sozialen Netzwerken viele Beschimpfungen aushalten, erzählt Groß im dbate-Interview. Für ihn sind Festivals wie „Jamel rockt den Förster“ ein wichtiger Bestandteil zum Schutz der Demokratie.
Veröffentlicht am: 08.11.2018 in Interview
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