Interview Gabriel oder Schulz: Wer wird SPD-Kanzlerkandidat?
Interview Gabriel oder Schulz: Wer wird SPD-Kanzlerkandidat?
Offiziell sollte die Personalie erst am 29. Januar verkündet werden. Doch schon in den Tagen und Wochen zuvor lag der Name Gabriel in der Luft. Seine persönlichen Umfragewerte sind deutlich schlechter als die von Angela Merkel. Wäre Parteivorsitzende der richtige Kanzlerkandidat? Auch zwei andere SPD-Granden kommen noch immer in Frage: Martin Schulz und Olaf Scholz. Interview mit Gabriel-Biograf und SZ-Journalist Christoph Hickmann.
Es ist eine schicksalhafte Frage für die SPD. Wer wird 2017 der Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers? Vieles spricht für den Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. Doch in den Beliebtheitsumfragen liegt einer seiner Konkurrenten weit vorne: Martin Schulz. Und auch Olaf Scholz, den Gabriel selbst ins Rennen gebracht hat, könnte ihn überholen. Wie kann es sein, dass der Parteivorsitzende so unbeliebt ist? „Er hat immer wieder inhaltliche Kurswechsel hingelegt, die ganz verblüffend waren. So zum Beispiel auch in der Flüchtlingspolitik“, sagt Christoph Hickmann, Autor der Biografie „Sigmar Gabriel: Patron und Provokateur.“
Ist Gabriel der richtige Kandidat?
Für den SZ-Journalisten ist der Wirtschaftsminister „jemand der politisiert, der polarisiert, der Debatten erzeugt – die Frage ist, ob es am Ende das ist, was die Leute wollen.“ Aber welcher Kandidat wäre der richtige für die Sozialdemokraten? Die große Frage sei eher, was für einen Kandidaten das Land in dieser Zeit brauche, so Hickmann. Ein Sehnen nach Stabilität würde zwar eher für eine weiter Amtszeit der Kanzlerin sprechen. Allerdings habe ein „Verdruss und Desinteresse an demokratischen Abläufen Einzug gehalten. Ich könnte mir vorstellen, dass Sigmar Gabriel der Richtige wäre, wieder so etwas wie Leidenschaft und Begeisterung für Demokratie zu wecken.“
Veröffentlicht am: 15.01.2017 in Interview
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