Interview Es stinkt weiter - Herbert Behrens (LINKE) zum Abgas-Skandal
Interview Es stinkt weiter - Herbert Behrens (LINKE) zum Abgas-Skandal
Der Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte hat eine neue Dimension erreicht. Längst ist nicht mehr nur VW betroffen. Auch bei den Autobauern Opel und Audi gibt es Auffälligkeiten. Aber was wusste eigentlich die Bundesregierung? Ein Interview mit LINKEN-Politiker Herbert Behrens, Vorsitzender des Abgas-Untersuchungsausschusses des Bundestags.
Ende September 2015 flog der größte Schwindel der deutschen Automobilbranche auf: Der VW-Konzern hatte eine Software installiert, die Diesel-Abgaswerte manipulierte, um so die Vorgaben der amerikanischen Umweltbehörden einzuhalten. Es folgten Klagen in Milliarden-Höhe. Seit Juli 2016 tagt der Abgas-Untersuchungsausschuss im Bundestag. Herbert Behrens, Vorsitzender des Ausschusses, versucht die Verantwortlichen des Skandals zu identifizieren und herauszufinden, warum der Gesetzgeber nicht viel eher handelte. Denn die Möglichkeiten zur Software-Manipulation bei VW waren bereits seit Jahren bekannt.
Manipulierte Abgaswerte – Eine systemische Vertuschung?
Behrens kämpft bei den Aufdeckungen mit klassifizierten Akten, geschwärzten Passagen und schweigenden Betriebsräten. „Bislang hat nur VW zugegeben manipuliert zu haben“, bemängelt Behrens im dbate-Interview mit Rachelle Pouplier. Hersteller wie Audi und Opel leugnen weiterhin illegale Software zu nutzen. Dabei ist für Behrens längst klar, dass es sich um einen Skandal handelt, der die gesamte Automobilbranche betrifft. Klar ist auch, dass es „eine sehr große Möglichkeit zur Einflussnahme der Automobilindustrie auf die Regierenden hier in Deutschland“ gibt, so Behrens.
Veröffentlicht am: 21.10.2016 in Interview
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