Interview Rechtsextremismus-Experte: „Der Pegida-Hype ist vorbei“
Interview Rechtsextremismus-Experte: „Der Pegida-Hype ist vorbei“
Zwei Jahre Pegida – wie steht es um die Protestbewegung? Rechtsextremismus-Experte Toralf Staud beobachtet die rechte Szene in Deutschland schon seit Langem. „Nicht jeder, der da mitläuft, ist ein Rassist“, meint Staud. Er schätzt, dass rund die Hälfte der Anhänger rechtsextrem ist. Auch wenn der „Pegida-Hype vorbei ist“, das Phänomen sollte man trotzdem ernst nehmen.
Pegida feiert zweiten Geburtstag. Doch die Teilnehmerzahlen der einst über 20.000 Menschen zählenden Montagsdemonstration sind in den letzten Monaten rapide geschrumpft. Zum zweiten Jubiläum ruft Initiator Lutz Bachmann seine Anhänger nun dazu auf, zurück auf die Straße zu gehen. Toralf Staud ist Buchautor, Journalist und Rechtsextremismus-Experte. Im dbate-Interview spricht er über den Zustand der Protestbewegung und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland.
Veröffentlicht am: 14.10.2016 in Interview
Related Videos
"Rechte Gewalttaten nehmen wieder zu"
Dresden ist die Geburtsstadt der Pegida-Bewegung und war in den letzten Monaten immer wieder Schauplatz von großen Demonstrationen im Zeichen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Bei sogenannten Montagsdemonstrationen kamen wöchentlich bis zu 25.000 Menschen zusammen, um sich gegen die angebliche „Islamisierung des Abendlandes“ zu wehren. Parallel dazu wurden viele Gegendemonstrationen organisiert, bei denen sich Tausende Teilnehmer zu multikultrellem Zusammenleben und Weltoffenheit bekannten.
2 Jahre Pegida: Wo steht die Bewegung heute?
Am Sonntag feiert Pegida ihr zweijähriges Bestehen. Doch „feierlich“ war es in Dresden zuletzt selten. Wie steht es heute um die Protestbewegung? Alexander Schneider (Sächsische Zeitung) und Rechtsextremismus-Experte Toralf Staud über Pegida und rechte Gesinnung in Ostdeutschland.
Aktivisten kippen Brand-Reste von Flüchtlingsheim vor AfD-Büro
Aktivisten der Gruppe "NIKA" (Nationalismus ist keine Alternative) haben Reste eines abgebrannten Flüchtlingsheims vor die AfD-Bundeszentrale in Berlin gekippt. Unter dem Motto "Return to Sender" wollte die Gruppe die AfD dazu bewegen, eine Zustellungsurkunde für den Schutt zu unterzeichnen. Wir haben mit den Aktivisten über ihre Motivation, Ziele und weitere Protest-Aktionen gesprochen.
Deichkind: Mit Musik gegen PEGIDA
"Refugees Welcome" - mit dieser Message hat Deichkind hat gestern Abend in Dresden ein kostenloses Open-Air-Konzert gegeben. Das gute besuchte Konzert, fand im Rahmen einer Gegenveranstaltung, zur jeden Montag stattfindenden PEGIDA-Demonstration statt.
Heftige Ausschreitungen bei NPD-Demo in Dresden
In Dresden wurde eine Zeltstadt für mehr als 1000 Flüchtlinge aus Syrien errichtet. Schon im Vorfeld bedrohten Rechtsextreme die freiwilligen Helfer. Kurz vor Anreise der Asylbewerber, eskalierte die Situation. Drei Menschen wurden verletzt.
Dr. Karakayali: „Fremdenfeindlichkeit ist allgegenwärtig“
Positiv sei, dass es in Deutschland rund 70 Prozent mehr Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe als in den letzten Jahren gibt. „Die Bereitschaft in der Bevölkerung zu helfen ist da“, sagt Karakayali im Skype-Talk mit Kyra Funke. Auf der anderen Seite würden die deutsche Flüchtlingspolitik und die zuständigen Behörden, den Asylbewerbern Steine in den Weg legen.
Mehr Videos aus dem Bereich Interview
Wie rechts ist die AfD? - Interview mit Toralf Staud
Als Anti-Euro-Partei gestartet, steuert die AfD immer weiter nach rechts. Doch wie rechts ist die AfD wirklich? Wo liegen die Unterschiede zur NPD? Frauke Petrys und Beatrix von Storchs Aussagen zum Schießbefehl an deutschen Grenzen oder die an Goebbels erinnernden Reden von Björn Höcke verheißen nichts Gutes. Trotzdem reicht es nicht, die AfD auf ihre populistischen Parolen zu reduzieren: "Es gibt keine Generalstrategie in der Partei" Interview mit Autor und Journalist Toralf Staud.
Ted Koppel über Geld und Medien in US-Wahlkämpfen
Ted Koppel hat viele US-Wahlkämpfe miterlebt – vom ersten TV-Duell bis hin zu kreativen Social Media-Kampagnen. Über 20 Jahre hat Koppel als Anchor die ABC-Nachrichtensendung „Nightline“ moderiert. Im Interview blickt er zurück auf spannende und legendäre US-Wahlkämpfe und erklärt, wie sich die Finanzierung von US-Wahlkämpfen verändert hat. Außerdem kommentiert Koppel, welche besondere Rolle Medien in Wahlkämpfen eingenommen haben und im aktuellen Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump einnehmen.
Sepp Blatter - die Gedankenwelt des Paten
Ungekürztes Interview von 2007. Sepp Blatter über Macht und Machenschaften im Weltfußball und seine Vision von der FIFA. Ein historisches Gespräch.
#Corona-Interview: Kevin Kühnert über Staatshilfe für Lufthansa
Im Skype-Interview mit Stephan Lamby spricht der stellv. SPD-Chef Kevin Kühnert ausführlich über eine neue Kollektivierungs-Debatte und die Krise der Luftfahrtbranche.
Journalist Daniel Bröckerhoff (heute+) über Social Media
Im Skype-Interview mit Denise Jacobs spricht er über die Vor- und Nachteile von Twitter, erklärt, warum von Open Journalism alle etwas haben und weshalb er nicht an objektiven Journalismus glaubt.
6 Jahre nach Fukushima: Rückkehr oder Neuanfang?
Die japanische Regierung erlaubt Ende März die Rückkehr weiterer ehemaliger Bewohner der Region um Fukushima. Ein Jahr später sollen Entschädigungszahlungen wegfallen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace rät den Evakuierten davon ab, in die noch verstrahlte Gegend zurückzukehren. Jan Vande Putte (Greenpeace Belgien) arbeitet im Augenblick in der Fukushima Präfektur und berichtet von den Ängsten der Bürger und den ‚strahlenden‘ Zukunftsaussichten durch den Reaktorunfall.