Interview „Breitbart“ will nach Deutschland: Wie gefährlich ist das rechte Medium?
Interview „Breitbart“ will nach Deutschland: Wie gefährlich ist das rechte Medium?
Breitbart News ist keine – wie der Name suggeriert – klassische Nachrichtenseite. Es ist viel mehr „eine rechte Propagandamaschine“, so Medienforscher Lutz Frühbrodt. Er analysiert das Medium, welches für den Wahlerfolg Donald Trumps mitverantwortlich sein soll und nun nach Europa expandieren will.
Seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump ist „Breitbart“ auch hierzulande vielen als das Medium, das Donald Trump zum Wahlsieg verholfen haben soll, bekannt. Die Webseite gilt als Sprachrohr der US-amerikanischen „alternative right“ – der neuen Rechten – und hat immer wieder mit Fake News für Furore gesorgt. Bis August 2016 hat auch Steve Bannon, Chefstratege und enger Vertrauter von Trump, für das Meinungsmedium gearbeitet. Nun will der derzeitige Chefredakteur Alexander Marlow mit „Breitbart“ auch nach Deutschland und Frankreich expandieren. Sein Ziel? Wahlen in Europa beeinflussen. Wie soll das funktionieren? Wie gefährlich ist das Medium wirklich?
Lutz Frühbrodt ist Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Er forscht unter anderem zu rechten Medien. Im Interview erklärt Frühbrodt, welche Strategie das Breitbart News Network verfolgt und welche Gefahr von dem Medium ausgeht.
Einfluss im US-Wahlkampf
Breitbart werden auch Verbindungen zu Cambridge Analytica nachgesagt. Das ist die Big-Data-Agentur, die „überzeugbare Wähler“ beeinflusst haben soll, Trump zu wählen. „Das ist ein Instrument, das ganz gezielt und vehement zur Meinungsmache eingesetzt werden kann“, warnt Frühbrodt. Gleichzeitig ist er optimistisch, dass „Breitbart“ anders als in den USA in Deutschland nicht unbedingt Fuß fassen und beim Bundestagswahlkampf entscheidend mitmischen wird.
Veröffentlicht am: 22.02.2017 in Interview
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