Interview Wie tickt Marine Le Pen? Interview mit Tanja Kuchenbecker
Interview Wie tickt Marine Le Pen? Interview mit Tanja Kuchenbecker
Marine Le Pen wirbelt den französischen Präsidentschaftswahlkampf mächtig durcheinander. In der Stichwahl tritt sie nun gegen Emmanuel Macron an. Manche trauen ihr sogar einen Sieg zu. Wie die „Tochter des Teufels“ tickt und mit welchen Strategien sie auf Wählerfang geht, erklärt die Le Pen-Biografin und Paris-Korrespondentin Tanja Kuchenbecker im Interview.
Schulterschluss mit der jüdischen Gemeinde?
Marine Le Pen ist überaus erfolgreich. Wie macht sie das? Sie ist vor allem eins: wandelbar. Sie adaptiert linke und erzkonservative Themen. Von dem alten Antisemitismus ihres Vaters hat sie sich längst losgesagt. Mehr noch – sie wirbt sogar um die jüdische Gemeinde in Frankreich. Ihr neues Feindbild sei der Islam, so Tanja Kuchenbecker im Interview: „Der Front National hat den islamistischen Terror für sich genutzt.“ Nach den Anschlägen von Paris im November 2015 habe die rechtsextreme Partei direkt um zwei Prozent zugelegt. Das sei, so Kuchenbecker, wohl auf den Terror zurückzuführen.
Marine Le Pen steht längst nicht mehr nur für „Anti-Islamismus“
Doch die Front National-Chefin bedient sich noch weiterer Themen – nicht nur des „Anti-Islamismus“. Im Internet zeige sie sich als Feministin, mal gebe sie sich tierlieb beim Katzen streicheln. Mal kritisiert sie den Kapitalismus, dann greift sie klassische Themen der Mittelschicht auf.
Im Interview erklärt Tanja Kuchenbecker, warum ihre Biografie „Marine Le Pen – Tochter des Teufels“ heißt, welche Strategie die Front National-Chefin verfolgt und warum sie damit in Frankreich derzeit so erfolgreich ist.
Zu Tanja Kuchenbecker:
Tanja Kuchenbecker hat die erste deutschsprachige Marine Le Pen-Biografie „Marine Le Pen – Tochter des Teufels“ geschrieben. Kuchenbecker lebt und arbeitet seit 1991 als Autorin und Auslandskorrespondentin (u.a. Handelsblatt, Tagesspiegel) in Paris. Mehr Infos zu Tanja Kuchenbecker gibt’s hier.
Bild von Marine Le Pen: Blandine Le Cain
Veröffentlicht am: 20.04.2017 in Interview
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