Doku Mussolini als Souvenir – Italiens faschistisches Erbe (Doku)
Doku Mussolini als Souvenir – Italiens faschistisches Erbe (Doku)
Die Kleinstadt Predappio in der Emilia Romagna ist seit Jahrzehnten ein Wallfahrtsort der italienischen Faschisten. Hier wurde Benito Mussolini geboren, hier liegt er begraben. Zum Jahrestag von Mussolinis Machtergreifung pilgern Tausende Nostalgiker und Neofaschisten zu seinem Grab. Der linke Bürgermeister Giorgio Frassineti will den Rechten nicht die Straßen überlassen – und genauso wenig die Geschichtsdeutung.
Drei Souvenirgeschäfte im Ort machen Riesenumsätze – sie verkaufen alles, was das rechte Herz begehrt: Mussolini-Tassen, White-Power-T-Shirts, Hitler-Büsten. Ziel vieler Faschisten ist auch ein nahe gelegenes Privatmuseum, das der Mussolini-Fan Domenico Morosini gegründet hat – in der ehemaligen Villa des Duce.
Der Bürgermeister der Stadt Giorgio Frassineti, ein moderater Linker, kann gegen den Duce-Kult rechtlich wenig ausrichten. Er will ihn anders bekämpfen. Frassineti plant Mitten in der Stadt, im ehemaligen Hauptquartier der Faschisten, ein Museum und Studienzentrum zum Totalitarismus zu errichten. Bildung und Aufklärung statt Verherrlichung oder Dämonisierung. Der überzeugte Anti-Faschist Frassineti führt einen mühsamen Kampf. Es fehlt ihm an Geld und zum Teil auch an Unterstützung. Den Linken ist er nicht antifaschistisch genug und die Rechten verachten ihn ohnehin.
Die ECO Media TV-Produktion „Mussolini als Souvenir – Italiens faschistisches Erbe“ wurde am 6. Dezember 2017 erstmals auf ARTE ausgestrahlt.
Veröffentlicht am: 20.12.2017 in Doku
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