Doku Meine Flüchtlingshilfe 4/4 – Krieg und kein Frieden
Doku Meine Flüchtlingshilfe 4/4 – Krieg und kein Frieden
„Keiner geht davon aus, dass diese Leute sich aufhalten lassen“, sagt die freiwillige Helferin Maria Schütte. Das hat offenbar auch die ungarische Regierung eingesehen: Am Sonntag wurde der Autobahn-Grenzübergang Röszke an der Grenze zu Serbien wieder geöffnet. Lukas Hammer, freiwilliger Helfer im österreichischen Grenzort Nickelsdorf, spricht Klartext und bezeichnet die vorübergehende Grenzschließung zu Serbien als „faschistoid“.
Im vierten und letzten Teil des Videotagebuchs „Meine Flüchtlingshilfe“ ziehen Maria und Lukas ein vorsichtiges Fazit aus den letzten Wochen. Die Medizinstudentin, die sich zuletzt im ungarischen Röszke engagierte, stellt fest: „Hoch bewaffnete Soldaten am Grenzübergang – das kommt nicht gut.“ Die Menschen fliehen monatelang vor Krieg und Elend und werden dann, in Europa angekommen, auch noch nach Strich und Faden „beschissen“. Am Budapester Keleti-Bahnhof erlebte sie, wie vermeintliche freiwillige Helfer die Situation ausnutzen und mit den hilflosen Menschen skrupellose Geschäfte machen.
Auch Lukas Hammer ist sprachlos angesichts krimineller Energien im In- und Ausland. Den Flüchtlingen sei klar, dass Sie auf der Flucht sehr viel Geld loswerden. Aber zu den Schleppern gibt es oft keine Alternative. Die Zivilgesellschaft ist in den letzten Wochen über sich hinaus gewachsen, aber das darf kein Feigenblatt der Politik sein: „Die Probleme können nur politisch gelöst werden.“ Wem soll man helfen, wenn die Menschen bereits auf dem Weg nach Europa im Meer ertrinken? Auch Angela Merkel sei hier in der Verantwortung.
Maria kann sich eine Zukunft in Ungarn nach den Erlebnissen der letzten Wochen nicht mehr vorstellen. Ihre Hilfe war für Sie keine Frage des Mitleids – sondern eine Frage von Respekt. Ihr Einsatz und derjenige zahlreicher anderer Freiwilliger waren notwendig, im Angesicht des politischen Versagens sogar alternativlos. Im letzten Teil des Videotagebuchs spricht sie über Erfolgserlebnisse, aber auch über eine Verantwortung, die ihr nicht gehört – und die sie nie tragen wollte.
Zum Schwerpunkt „Flüchtlinge“ zeigt dbate.de:
– VIDEOTAGEBUCH: Meine Flüchtlingshilfe – Videotagebuch aus Ungarn und Österreich
– FLASH: Hamburger für Flüchtlinge: „Nicht quatschen – helfen!“
– FLASH: Flüchtlingsheim ins Nobelviertel – Ja oder Nein?
Veröffentlicht am: 21.09.2015 in Doku
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dbateRedaktion
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