Interview "Kopftuch-Zwang ist eine Beleidigung" - iranische Aktivistin Alinejad
Interview "Kopftuch-Zwang ist eine Beleidigung" - iranische Aktivistin Alinejad
Die Kopftuch-Debatte ist auch im Iran ein großes Thema. Doch im Unterschied zu Deutschland sind iranische Frauen verpflichtet, Kopftuch (Hijab) zu tragen. Aus dem Exil betreibt die iranische Journalistin Masih Alinejad deshalb die Webseite „My Stealthy Freedom“. Dort zeigen sich Iranerinnen ohne Kopftuch. Für ihr neues Projekt „Men In Hijab“ fotografieren sich jetzt auch iranische Männer – im Unterschied zu den Frauen mit Kopftuch. Interview mit einer mutigen Aktivistin.
2014 hat Masih Alinejad die Social-Media-Kampagne „My Stealthy Freedom“ ins Leben gerufen. Täglich bekommt sie seitdem Bilder von iranischen Frauen, die sich ohne ihr Kopftuch zeigen. Und das ist nicht ungefährlich. Die Sittenpolizei bestraft Verstöße gegen den Kopftuch-Zwang streng. Trotzdem haben sich unzählige Frauen dem Social-Media-Protest angeschlossen und ihre Fotos veröffentlicht. Die iranische Journalistin lebt im Exil – aktuell in Brooklyn in New York City. Von dort aus kämpft sie für die Rechte iranischer Frauen.
Mit „Men In Hijab“ protestieren Männer gegen iranischen Kopftuch-Zwang
Gerade hat ihre neueste Kampagne „Men In Hijab“ (Männer mit Kopftuch) für Aufsehen gesorgt. Unter dem Hashtag #MenInHijab protestieren jetzt auch iranische Männer gegen den Kopftuch-Zwang. Im Interview mit Hendrik Holdmann spricht die mutige Aktivistin über ihren Protest, ihre Sehnsucht nach einer Rückkehr in den Iran und warum sie sich seit Trumps populistischem Wahlkampf auch in den USA für ihre Aktionen erklären muss.
Der iranische Kopftuch-Zwang sorgt seit der Revolution 1979 für heftige Diskussionen. Tradition und Religion treffen auf Forderungen nach Menschenrechten und Selbstbestimmung der Frau. Die iranische Journalistin und Aktivistin Masih Alinejad kämpft mit ihrem Projekt „My Stealthy Freedom“ (Meine heimliche Freiheit) seit 2014 für die Rechte der Frauen im Iran. Dabei kämpft sie nicht gegen das Kopftuch als solches, sondern gegen den Kopftuch-Zwang.
Veröffentlicht am: 11.08.2016 in Interview
Related Videos
#MenInHijab: Iranische Männer tragen für ihre Frauen Kopftuch
Amüsante Aktion, ernster Hintergrund: Unter dem Hashtag #MenInHijab verbreiten sich auf Facebook, Twitter und Instagram gerade Fotos von Männern mit Kopftüchern (Hijab). Ein Zeichen der Solidarität für die Frauen im Iran. In der islamischen Republik herrscht seit der Islamischen Revolution 1979 eine Kopftuch-Pflicht. Verstöße werden von der iranischen Sittenpolizei streng bestraft. Die Aktion "Men In Hijab" wurde von der Aktivistin Masih Alinejad ins Leben gerufen.
Mein Kopftuch – Muslimas auf YouTube
Wenige Debatten werden in Deutschland so kontrovers und emotional geführt wie die Kopftuch-Debatte. Feministen, Bürgerrechtler oder Gläubige – alle meinen mit reden zu müssen. Vom Stammtisch bis zur Politik hat fast jeder eine Meinung dazu. Doch was denken Muslimas selbst über die Diskussion um das Kopftuch?
Junge Muslima rockt Metal-Song
Top 10 Fragen an syrische Flüchtlinge (Jadal-Kolumne)
Warum trägst du kein Kopftuch? Haben deine Eltern etwa ein Smartphone? Fragen, die die syrische Journalistin Roshak Ahmad ständig hört. Wirklich! Für dbate hat Rohsak eine Top 10 der häufigsten Fragen zusammengestellt. Das Fazit: Nachfragen ist gut, erst Nachdenken ist besser.
Mehr Videos aus dem Bereich Interview
“Eulenspiegel”-Chef: Gewalt gegen Terror!
Chefredakteur des Satiremagazins Eulenspiegel Mathias Wedel über Grenzen von Komik. Natürlich, nach den Anschlägen auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ dürfe man seinen Humor nicht verlieren. Aber man müsse sich eben auch sehr konkret mit der politischen Situation auseinandersetzen. Genau deshalb bedeute „Jetzt erst recht“ für Wedel nicht, mit Mohammed-Karikaturen zu provozieren. Satire löse den aktuellen Religionskampf seiner Meinung nicht, sondern nur „Gewalt“. Wedel findet: „Der Kampf gegen die IS ist ein Krieg. So ist es.“
Schmerz und Vergnügen – Christoph Schröder über den Deutschen Buchpreis
Am 17.10. wird im Frankfurter Römer der Deutsche Buchpreis verliehen. Der Preis für den „besten Roman des Jahres“ ist mit 25.000 Euro dotiert – er ist begehrt, aber auch umstritten. Christoph Schröder, Literaturkritiker und Vorsitzender der diesjährigen Jury, erklärt, welche Bedeutung der Buchpreis in der literarischen Szene hat und berichtet aus dem Alltag eines ‚Lesewütigen‘.
Tilo Jung über Trump, die AfD und die Rolle der Medien
Was haben Donald Trump und die AfD gemeinsam? Beide finden übermäßig viel Beachtung in den Medien. Interview mit Politik-Blogger Tilo Jung ("Jung & Naiv") über Politik und das Verhältnis zwischen Medien und Populisten.
George H. Bush: "Meine Zeit mit Helmut Kohl"
Der US-Präsident wurde Verhandlungspartner bei der Wiedervereinigung Deutschlands – und Helmut Kohls Freund. Interview mit dem Vorvorvorvorgänger von Donald Trump.
Katarina Barley (SPD) über Gerüchte, Social Bots und die AfD
Seit Ende 2015 war SPD-Politikerin Katarina Barley Generalsekretärin der Sozialdemokraten. Im Juni 2017 soll sie nun Bundesfamilienministerin werden. Im Interview spricht Barley über Falschaussagen in der analogen und digitalen Welt, Social Bots und die AfD.
Dr. Karakayali: „Fremdenfeindlichkeit ist allgegenwärtig“
Positiv sei, dass es in Deutschland rund 70 Prozent mehr Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe als in den letzten Jahren gibt. „Die Bereitschaft in der Bevölkerung zu helfen ist da“, sagt Karakayali im Skype-Talk mit Kyra Funke. Auf der anderen Seite würden die deutsche Flüchtlingspolitik und die zuständigen Behörden, den Asylbewerbern Steine in den Weg legen.