Interview Jörg Kachelmann: "Ich bekomme viele Hass-Kommentare zu Chemtrails"
Interview Jörg Kachelmann: "Ich bekomme viele Hass-Kommentare zu Chemtrails"
Von Lügenpresse bis Fake News: Journalisten machen derzeit schwere Zeiten durch. Aber was genau macht der Journalismus eigentlich falsch? Interview mit Jörg Kachelmann, Meteorologe und ehemaliger ARD-Wettermoderator, über unangemessene Berichterstattung, Soziale Medien und die Frage, ob es Fake News bei der Wettervorhersage gibt.
Im TV wird Jörg Kachelmann wohl nicht mehr moderieren. 2010 kam es nach Vergewaltigungsvorwürfen zum Prozess gegen ihn. 2011 wurde der ehemalige Wettermoderator der ARD dann freigesprochen. Doch die Berichterstattung während des Prozesses, in der er teilweise vorverurteilt wurde, hat seinem Ruf massiv geschadet – und ihn letztlich seinen Job bei der ARD gekostet. Für Journalisten hat der gebürtige Schweizer daher nur wenig positive Worte übrig: „Journalisten müssen wieder ihre Arbeit machen: […] beide Seiten einer Geschichte befragen.“ Und sie dürften sich, so Kachelmann, nicht auf ihrer Rolle als scheinbare Investigativ-Journalisten ausruhen.
„Ich bekomme viele Hass-Kommentare zu Chemtrails“
Seit dem Ende des Prozesses ist Kachelmann sehr aktiv in den Sozialen Medien und führt seine Arbeit als Meteorologe und „Wetter-Frosch“ im Internet fort. Hier bekommt er viele Reaktionen von Twitter- und Facebook-Nutzern. Die einzigen, die ihm dabei negativ angehen, seien Verschwörungstheoretiker, so Kachelmann. So müsse er sich als Meteorologe beispielsweise so einiges zum Thema Chemtrails anhören.
Veröffentlicht am: 25.07.2017 in Interview
Related Videos
Kachelmann empört sich bei Vortrag von Alice Schwarzer
Bei ihrem Vortrag zum Thema „Sexualgewalt gegen Frauen” an der Universität Köln bekam Alice Schwarzer unerwarteten Besuch: Jörg Kachelmann saß im Publikum und meldete sich zu Wort, nachdem Schwarzer seinen Fall als Negativbeispiel für Täterjustiz in Deutschland genannt hatte. Eine Aufnahme aus dem Hörsaal der Universität zeigt, wie sich Kachelmann gegen die Falschanschuldigungen verteidigt und Schwarzer verbal angreift.
Nach Vergewaltigungs-Prozess: Kachelmanns Abrechnung
5 Jahre später - der Wetterexperte Jörg Kachelmann reagiert auf Interview mit BUNTE-Chefin Patricia Riekel
probono-Magazin: Dubiose Wetterprognosen
Diese Woche dreht sich im probono-Magazin alles ums Wetter. Kann man unser Wetter eigentlich verlässlich voraussagen? Und was hat Wettermoderator Jörg Kachelmann damit zu tun? Alles dazu im Video.
Wie tickt Patricia Riekel?
Klatsch und Tratsch unters Volk zu bringen, ist ihr Beruf. Patricia Riekel ist Chefredakteurin der BUNTE, dem Zentralorgan für gescheiterte Schauspieler-Ehen. Wenn Promis von A-C, Europas Monarchen, Politiker oder Darsteller eine neue Affäre haben, sich vermählen oder Nachwuchs bekommen, Riekel entgeht fast nichts. Doch damit soll – Achtung Tratsch! - angeblich bald Schluss sein. Das Handelsblatt berichtet, dass die 66-Jährige ihren Mitte 2016 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Das soll im Hause Burda "fix" sein. Im Jahr 2011 hat Stephan Lamby ein ausführliches Interview mit Patricia Riekel an ihrem Lieblingsort geführt. In ihrem Büro waren sie auch.
"Keine staatliche Zensur von Fake News" - Markus Beckedahl (netzpolitik.org)
Wahljahr 2017: die Sorge vor einer Beeinflussung durch Fake News bei der anstehenden Bundestagswahl ist groß. Doch die Forderung nach einer staatlichen Kontrolle von Fake News durch eine sogenannte "Abwehrzentrale gegen Desinformation" lässt orwellsche Zustände befürchten. Ein Gespräch mit Netzaktivist Markus Beckedahl (netzpolitik.org) über den Umgang mit Fake News.
Björn Staschen (NDR) zu Fake News: Facebook in die Pflicht nehmen
"Populismus muss man entlarven durch Fakten und Gegenrede". Björn Staschen ist Leiter des „Next News Lab“ des NDR. Im Interview spricht er über die inhaltliche Verantwortung von Facebook und Twitter und über die Bedeutung von Zivilcourage im Netz.
Nervöse Republik – Ein Jahr Deutschland (kompletter Film)
Deutschland im Zustand der Dauererregung. dbate zeigt den kompletten Film "Nervöse Republik – Ein Jahr Deutschland".
Mehr Videos aus dem Bereich Interview
„Freuen Sie sich über die neuen Mitbürger?“ - Alexander Kluge
Alexander Kluge hat viele Rollen: Autor, Historiker, Medienunternehmer. Er ist über 80 Jahre alt. Sein Wort hat Gewicht in Deutschland. In losen Abständen unterhalten sich Alexander Kluge und Stephan Lamby via Skype über große Themen der Zeit. Während des Ukraine-Konflikts sprachen sie über Krieg im 21. Jahrhundert. Und jetzt, während der Flüchtlingskrise, sprechen sie über die große Völkerwanderung nach Europa.
Interview mit Annegret Kramp-Karrenbauer aus "Die Notregierung"
Annegret Kramp-Karrenbauer hat ein extrem schwieriges erstes Jahr als CDU-Vorsitzende hinter sich.
Antilopen Gang über Beate Zschäpe
Im Song „Beate Zschäpe hört U2“ greifen die Rapper rechtsradikale Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft auf. NSU und U2? Was hat das miteinander zu tun? Nichts außer einem Buchstaben, könnte man meinen. Aber als die Polizei den Unterschlupf des rechtsradikalen Trios durchsuchte, fand sie tatsächlich Alben der irischen Band.
Christian Ehring (extra 3): "Erdogan ist schlauer als wir denken"
Das Satire-Video "Erdowie, Erdowo, Erdogan" aus der Extra 3-Reaktion sorgt in den vergangene Tagen für Furore – ganz besonders in Rage versetzt hat es den Mann, um den es geht: Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan ist not amused – und hat offenbar verlangt, dass der NDR-Beitrag nicht mehr gezeigt wird. Diplomaten hätten den deutschen Botschafter Martin Erdmann dazu aufgefordert, die Verbreitung des Videos zu unterbinden. Doch die Redaktion legt nach, kürt Erdoğan promt zum Mitarbeiter des Monats und veröffentlicht das Video mit türkischen Untertiteln. "Vielleicht war es ein Verständnisproblem", so Ehring über die hehren Absichten hinter der Übersetzung. Ob Martin Erdmann sich über diese "diplomatischen" Bemühungen der Redakteure freut, wissen wir nicht. Wir finden: auch russische und polnische Untertitel wären schön.
Brüssel-Korrespondent: "Wir haben darauf gewartet"
Stille in der belgischen Hauptstadt. Nichts geht mehr. Chefredakteur vom EUobserver Eric Maurice über die Situation in Brüssel.
„Böhmermann hat gewonnen“ - Medienanwalt zur Mainzer Entscheidung
Die Mainzer Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen Jan Böhmermann wegen des umstrittenen Schmähgedichts auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eingestellt. Ein Sieg für den Moderator? Ein Sieg gar für die Satire? Böhmermann gab dazu jedenfalls prompt eine YouTube-„Pressekonferenz“ – und teilte wieder aus. Im Interview erklärt Medienanwalt Markus Kompa die juristische Dimension und was die Mainzer Entscheidung für Satire bedeutet.