Doku Rassismus im Alltag – YouTuber berichten (Web-Doku)
Doku Rassismus im Alltag – YouTuber berichten (Web-Doku)
Die AfD im Bundestag, der wütende Mob in Chemnitz, #MeTwo – die Rassismus-Debatte in Deutschland flammt immer wieder auf. Einen Beitrag zur Minimierung von Alltags-Rassismus leisten ein ehemaliger Neo-Nazi und eine Afro-Deutsche auf YouTube.
Laut der Bundeszentrale für politische Bildung hat fast jeder Vierte in Deutschland Migrationshintergrund. Geschichtlich ist das nicht verwunderlich: Schon in den 1950er Jahren kamen wegen fehlender nationaler Arbeitskräfte Gastarbeiter aus Italien und der Türkei nach Deutschland. Und auch heute ist Deutschland das beliebteste Einwanderungsland Europas (Quelle: OECD), Migranten sind Teil des deutschen Sozial- und Rechtssystems.
Trotz der langen Historie der Einwanderung, herrscht in Deutschland allzu oft Rassismus vor. Das Erstarken der rechten Partei AfD sowie rechtsextremes Gedankengut gefährden seit der „Flüchtlingskrise“ 2015 zunehmend das tolerante Miteinander in Deutschland. Sowohl unter den aktuellen Asylsuchenden als auch unter den Menschen, die hier als Kinder von Migranten geboren und aufgewachsen sind. Die Folgen davon sind unter anderem Übergriffe auf Andersfarbige, religiös motivierte Hetzjagden und verbale Beschimpfungen im Internet wie auf der Straße.
Rassismus auf deutschen Straßen
Diesen alltäglichen Rassismus bekommt auch Aminata Belli zu spüren. Ihr Vater kommt aus Gambia, sie ist zwar in Schleswig-Holstein geboren und aufgewachsen, trotzdem wird sie von Mitmenschen auf der Straße wegen ihrer Hautfarbe beschimpft. Die junge Moderedakteurin und Moderatorin war eine der ersten afro-deutschen YouTuberinnen. In ihren Mode- und Styling-Videos spricht sie unter anderem über Produkte für Afrohaar und dunkle Haut. Für sie beginnt der Rassismus schon im Drogerie-Markt, wo sie nur Make-Up für Weiße findet.
Früher hätte Philip Schlaffer wohl die Kasse gewechselt, hätte er im Laden hinter Aminata gestanden. Lange Zeit war der fast 40-Jährige Lübecker in der Neo-Nazi-Szene unterwegs. Mit Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust war er Rassist durch und durch. Inzwischen hat er sein Leben um 180 Grad gewandelt: Heute arbeitet er in der Extremismus-Prävention. Er möchte verhindern, dass Jugendliche den gleichen Fehler begehen wie er und sich in die Strukturen der rechten Szene verirren. Auf seinem YouTube-Kanal „Ex-Rechte Rotlicht Rocker“ teilt er seine persönlichen Erfahrungen aus der Nazi- und Rocker-Szene.
Veröffentlicht am: 30.10.2019 in Doku
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