Video Goldener Netanjahu: Protest oder Ehrung?
Video Goldener Netanjahu: Protest oder Ehrung?
Um die Grenzen der Meinungsfreiheit in Israel auszutesten, installierte der israelische Künstler Itay Zalait über Nacht eine fast lebensgroße goldene Skulptur des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Die Statue wurde kurz darauf gestürzt.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu wird in Israel auch „König Bibi“ genannt. Der Spitzname soll auf einen vermeintlich kaiserlichen Lebens- und Regierungsstil Netanjahus anspielen. Das veranlasste wohl auch den Künstler Itay Zalait dazu, eine goldene Netanjahu-Statue zu fertigen. Zalait installierte sie ausgerechnet auf dem Rabin-Platz vor dem Rathaus in Tel Aviv. Dieser hieß bis 1995, als dort der damalige Ministerpräsident Izchak Rabin ermordet wurde, Könige-von-Israel-Platz. In einem Interview mit Army Radio sagt Zalait über sein Kunstobjekt: „In the social media, there have been tens of thousands of comments about ‘King Bibi’. I simply made it a reality and put it in its deserved place, the Kings of Israel Square.”
Goldener Netanjahu in Tel Aviv: Wo ist die Grenze der Meinungsfreiheit?
Das Publikum war sich nicht sicher, ob es sich bei der Statue um eine Verhöhnung oder Ehrung handelte – und machte trotzdem fleißig Selfies. Netanyahus Minister zeigten sich nicht gerade begeistert über die Installation. Sie forderten den Künstler auf, sie zu entfernen.
Die Statue wurde nur wenige Stunden nach ihrer Installation von einem wütenden Aktivisten der linksgerichteten „Frieden Jetzt“-Organisation gestürzt und anschließend von der Stadtverwaltung entfernt. „You see the diversity between two kinds of people, some really want to have this statue in the center of this town and other ones just want to break it„, sagte Itay Zalait in einem Interview mit der britischen BBC.
Netanjahu wird immer wieder für seine undurchsichtige Politik kritisiert. Vielen – insbesondere jungen – Israelis sei nicht klar, wie er regieren wolle.
Veröffentlicht am: 07.12.2016 in Video
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