Artikel Hashtag-Aktion nach Nazi-Aufmarsch: Ein Herz für Chemnitz
Artikel Hashtag-Aktion nach Nazi-Aufmarsch: Ein Herz für Chemnitz
Zahlreiche Twitter-Reaktionen gab es auf die rechte Hetze in Chemnitz der vergangenen zwei Tage. Von Kritik an den Medien bis zu besorgter Anteilnahme. Darunter auch zwei Hashtags, die zum Aufstehen gegen Rechts bewegen sollen und Solidarität für die Gegendemonstranten in Chemnitz fordern.
Wo immer im Internet der Hass zu groß wird, sieht sich die Internet-Community Reconquista Internet verpflichtet, mit Liebe und Vernunft dagegen zu wirken. Als Gegenentwurf zu dem rechtsextremen Netzwerk Reconquista Germanica, hatte Neo-Magazin-Royale-Moderator Jan Böhmermann vor einigen Monaten diese Community gegründet, um so gegen rechte Trolle im Netz vorzugehen. Schon nach kurzer Zeit hatte die Gemeinschaft über 50.000 Mitglieder.
Am Sonntag hatten in Chemnitz rechte Hooligans erfolgreich zu einer Spontan-Demo über die sozialen Medien aufgerufen, die in rechter Hetze gegen Ausländer und Gewalt gegen Polizeibeamte ausuferte, und weitere Demonstrationen am Montag nach sich zog. Das Ziel war es „zu zeigen, wer in der Stadt das Sagen hat“. Am Montagabend rief Reconquista Internet per Twitter dazu auf, zu dem Thema nicht zu schweigen. Auch der Aufstand in Chemnitz soll mit Liebe, Vernunft und den Hashtags #5vor12 und #IchSchweigeNicht übertrumpft werden:
In #Chemnitz missbrauchen Rechtsextreme den Tod eines Menschen.
Dazu schweigen wir nicht. Auch falls wir nicht vor Ort sein können, sind wir mehr und vernünftiger und sagen mit Bestimmtheit “Nein!” zu Hass, Gewalt und Intoleranz und nutzen dazu #5nach12 und #IchSchweigeNicht.
— Reconquista Internet (@ReconquistaNetz) August 27, 2018
Diese Grafik von Reconquista Internet wurde als Zeichen der Solidarität mit den Gegendemonstranten und Antifaschisten gepostet:
Es schlägt #5nach12
Gewalt, Hass und Straftaten sind kein Protest! #IchSchweigeNicht . Ich sage nein und steh auf für mehr Vernunft und Toleranz.#Chemnitz ihr seid nicht allen
Wir sind mehr und wir sind friedlich. #5nach12 #ZeigCourage pic.twitter.com/TsclvLqpkH
— Die Füchsin (@DieFuchsFrau) August 27, 2018
https://twitter.com/DavidTabulaRasa/status/1034033954331025408
Gegen Rassismus und Nazis
Auch unter den Hashtags #5vor12 und #IchSchweigeNicht kam es nach den Demos zu kritischen Tweets gegen die Berichterstattung. Vielerorts hieß es, dass die Gruppe aus Gegendemonstranten politisch links einzuordnen sei. Viele schrieben daraufhin, dass gegen Nazis zu demonstrieren „normal“ und „demokratisch“ sei.
Man ist nicht links, wenn man gegen Nazis und Hetze ist.
Achtung: Zum Mitschreiben:
MAN IST NICHT LINKS, WENN MAN GEGEN NAZIS UND HETZE IST!#5vor12#IchSchweigeNicht— Mell H (@OMell05) August 27, 2018
Kritische Posts gingen auch an AfD-Politiker, die sich zwar von der Gewalt distanzierten, aber ebenfalls zu Versammlungen in Chemnitz aufgerufen hatten:
Herr @WeissAfD, sieht so Ihr Volk aus, das die Schnauze voll hat und auf die Straße geht – mit Gewaltandrohungen? Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.#5nach12#IchSchweigeNicht pic.twitter.com/5mx6rYtn1e
— Ani_Akraps_Reloaded (@ani_akraps2_0) August 27, 2018
Mit Liebe und Vernunft gegen den Rassismus – können wir das schaffen?
Schon über ´nen Monat nichts getwittert… Jetzt muss ich mal wieder was sagen, denn #ichschweigenicht. Was in #Chemnitz vor sich geht, zeigt vor allem eines: Deutschland hat ein massives Rassismusproblem! Es ist #5nach12, wir als Zivilgesellschaft müssen handeln – jetzt!
— Jessica Allermann (@jessicallermann) August 27, 2018
#5nach12 #IchSchweigeNicht Ich möchte ein buntes, demokratisches Deutschland, in dem Hass, Rassismus und Nazis keine Rolle mehr spielen dürfen. In dem bürgerliche Parteien oder Polizei Rechtsradikale nicht länger hofieren, sondern mit allen legalen Mitteln bekämpfen. JETZT.
— Petra van Cronenburg (@buchfieber) August 28, 2018
Regierungsreaktionen
https://t.co/Impme4Lnji#IchSchweigeNicht #Chemnitz pic.twitter.com/bBUMCWFza8
— KlooresDippchen (@Klooresdippchen) August 28, 2018
„Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder den Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin“, mahnte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundesinnenminister Horst Seehofer hüllt sich nach den Ereignissen in Chemnitz hingegen in Schweigen. Dabei verlangen auf Twitter viele User, dass Seehofer jetzt ein klares Wort gegen Neo-Nazis äußert und das konkrete Handlungen folgen:
Die Bilder und Videos aus #Chemnitz machen fassungslos! NIE hätte ich gedacht, das sowas in Deutschland nochmal möglich ist! Jetzt gilt es aufzuarbeiten, wobei die Reaktion des Innenministers fürchten lassen, dass das nicht geschieht! #IchSchweigeNicht #5nach12
— Marcel (@marcelby) August 28, 2018
Passend zu #IchSchweigeNicht und ganz im Zeichen des Aufstehens, hat die Nachrichtenseite Spiegel Online ein Zitat von Konstantin Wecker gepostet:
Sage nein! pic.twitter.com/TOJIJiUd8M
— SPIEGEL ONLINE (@SPIEGELONLINE) August 27, 2018
Veröffentlicht am: 28.08.2018 in Artikel
Zufällige Auswahl
Olympia in Hamburg – Ja oder Nein?
Ende November wird in Hamburg abgestimmt. Das entscheidende Referendum über die Olympischen Spiele 2024 in Hamburg ist von der Pro-Fraktion und der Contra-Fraktion hart umkämpft. An zahlreichen Hamburger Litfaßsäulen, Plakatwänden und an Straßenlaternen prangern die Plakate der Gegner und die der Befürworter. Doch was sind eigentlich die Argumente beider Seiten? Schlappe 11,2 Milliarden Euro werden die Spiele laut Hamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz kosten. Mindestens 7,4 Milliarden würden auf den Steuerzahler zukommen. Andererseits könnte der wirtschaftliche Aufschwung die gesamte Region um Hamburg pushen, neue Wohnungen würden gebaut und die Hamburger Verkehrswege sollen ausgebaut und verbessert werden.
Reaktion auf US-Wahl: Miley Cyrus weint
Nach dem überraschenden Wahlsieg Donald Trumps überschlagen sich die Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Auch Prominente melden sich mit regelrechten Gefühlsausbrüchen zu Wort: Eine der emotionalsten Reaktionen postete wohl Miley Cyrus, die ihren Tränen freien Lauf ließ.
Ludwigshafen: Explosion auf BASF-Werksgelände
Auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen ist es offenbar zu einer schweren Explosion gekommen. Es soll mehrere Verletzte geben. Diese Luftaufnahme zeigt große Flammen und schwarze Rauchwolken auf dem BASF-Gelände.
Plastik im Meer: Taucher filmt sich im Sturm aus Müll
Bei einem Tauchgang vor Bali filmte ein britischer Taucher statt Fischen, Rochen oder Korallen nur jede Menge Plastik. Die Insel befindet sich schon seit Ende 2017 in einem „Müll-Notstand“. Doch auch weltweit steigt die Menge von Plastik in den Ozeanen immer weiter an. Dieses Video bringt die Diskussion wieder ins Rollen.
Terror in Paris: Reaktionen aus dem Netz
Die Singer-Songwriterin Katherine Penfold aus British Columbia solidarisiert sich mit den Opfern in Frankreich. Sie hat spontan ein Lied eingesungen und auf YouTube gestellt. Fast ein Jahr nach den Anschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ wird das Land erneut ins Chaos gestürzt. Das Lied „Pray for Paris“ im Video – eine kleine Gedenkminute aus dem Netz.
„Wo stoßen Sie an Grenzen?“ Journalisten über eigene Erfahrungen
An welche Grenzen stoßen Journalisten im Zeitalter von Clickbaiting und „Lügenpresse“-Vorwürfen? Auf der Jahrestagung 2016 von Netzwerk Recherche berichten Journalisten über ihre persönlichen Grenzerfahrungen.
Weitere dbate Artikel
Sterbehilfe – der Streit
Der katholische Publizist Martin Lohmann und Dieter Graefe, Rechtsanwalt des Sterbehilfe-Vereins Dignitas, sind sich nie persönlich begegnet. Vermittelt von dbate.de treffen sie jetzt im Internet aufeinander – und streiten über Sterbehilfe. Es ist die Premiere eines neuen Genres – das Skype-Streitgespräch.
Schwerpunkt: YouTube-Comedy – Cash mit Trash?
– VIDEOTAGEBUCH: „Comedy auf YouTube“
– SKYPE-TALK: „Ohne Trash geht´s nicht!“
Schwerpunkt: Nordkorea – Blick in ein abgeschottetes Land
– Videotagebuch: „Mein Besuch in Nordkorea“
– Skype-Talk: „Alles Farce in Nordkorea“
– Flash: Kim Jong Un – Der Mann, der alles kann…
Schwerpunkt: Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien
– Interview: Ehefrau des saudischen Bloggers Badawi
– Interview mit Herausgeber des Badawi-Blogs
– Interview: „Keine Waffen für Saudi-Arabien!“
– Interview: Dahlia Rahaimy „Ich würde lieber ohne Vormund verreisen“
– Tipp: Hinrichtungen in Saudi-Arabien und beim IS
– Flash: Peitschenhiebe für Blogger Badawi
Wie wird 2018? Erwartungen ans nächste Jahr
Ein seltsames Jahr ist zu Ende, 2017 war das Jahr des Übergangs – eine Regierung in der Dauerkrise; Finanzspekulanten, die auf das Platzen der nächsten Börsenblase warten; verunsicherte Bürger, die nicht wissen, ob sie sich vor Terroranschlägen fürchten oder sich an sie gewöhnen sollen; und über all dem die Frage, vor wem man mehr Angst haben soll: Kim Jong-un oder Donald Trump?
Schlägerei bei AfD-Vortrag an Magdeburger Uni
Eskalation an der Uni in Magdeburg: Eine Veranstaltung der AfD-nahen Hochschulgruppe „Campus-Alternative“ mit dem Namen „Gender an der Uni?!“ ist nach einer Schlägerei beendet worden. Der geplante Vortrag an der Otto-von-Guericke-Universität wurde durch massiven Protest von rund 400 Studenten zunächst lautstark und dann mit Gewalt verhindert. Der anwesende AfD-Landespolitiker André Poggenburg soll sogar mit einem Böller beworfen worden sein. Die Veranstaltung wurde aufgelöst.