Artikel Das hässliche Gesicht Europas - Ein Kommentar
Artikel Das hässliche Gesicht Europas - Ein Kommentar
Ein Kommentar von Marta Werner
Frankreich befindet sich im Ausnahmezustand. Bei dem Anschlag in Nizza sind mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen, viele schweben noch in Lebensgefahr, mehr als 200 sind verletzt worden. In solchen Momenten rückt Europa näher zusammen und besinnt sich auf das, was es repräsentiert – Freiheit, Einheit trotz Vielfalt und vor allem Frieden. Denn es ist verstörend genug, dass Menschen, geblendet von Hass, für falsche Ideale morden.
Aber Europa hat auch sein hässliches Gesicht. Rechtspopulisten nutzen die Gunst der Stunde um Stimmung zu machen – gegen Europa, gegen Vielfalt, gegen Nächstenliebe. Der polnische Innenminister Mariusz Błaszczak macht die west-europäische – man beachte die Abgrenzung in Ost und West – Einwanderungspolitik für die Anschläge verantwortlich. Grenzen dicht machen, statt Multi-Kulti. Interessant! Und das in einem Land, in dem die Einwohner selbst von einer offenen Einwanderungspolitik ihrer Nachbarn abhängig sind und welches katholische Werte wie Nächstenliebe ganz groß schreibt. Nächstenliebe sieht anders aus, Herr Błaszczak.
Aber damit ist er in bester Gesellschaft mit Petry und Trump. Deswegen bleibt nur zu sagen: Gelegenheit macht dumm, meine Damen und Herren! Und Sie sind der beste Beweis.
Veröffentlicht am: 15.07.2016 in Artikel
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