Doku HIV positiv – Mein Leben mit dem Virus

Doku HIV positiv – Mein Leben mit dem Virus

HIV. Drei Buchstaben, die mit vielen Vorurteilen behaftet sich: Schmutz, Prostitution, AIDS. Dabei betrifft das Virus keinesfalls nur Menschen in der dritten Welt oder sozialen Brennpunkten. Drei Vlogger aus Deutschland und Amerika berichten aus ihrem Leben mit dem Virus. Sie reden offen über die Frage, wie der Virus sie körperlich und gesellschaftlich einschränkt.

In Deutschland leben über 80.000 Menschen mit HIV. Und das ist nur die Zahl derjenigen, die von ihrer Ansteckung wissen. Man geht davon aus, dass jeder dritte HIV-Kranke sich für negativ hält und das Virus somit unwissentlich an Andere weitergibt. Eines der Probleme, das weltweit für circa zwei Millionen Neuansteckungen jedes Jahr sorgt. Es kann bis zu acht Jahren dauern, bis der Virus im Körper aktiv wird und die Immunschwäche-Krankheit AIDS auslöst.

Vloggern wie Jennifer Vaughan ist die Aufklärung der Menschen besonders wichtig. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern hätte nie gedacht, dass sie sich mit HIV anstecken könnte. Doch das Virus ist noch da und kann jedem sexuell aktiven Menschen passieren, das will die Amerikanerin vermitteln. Für Josh aus Nashville und Marcel aus Köln war HIV bereits vor ihrer Ansteckung kein weit entfernter, ominöser Begriff aus den Medien, sie wurden bereits in der homosexuellen Szene häufig mit dem Thema konfrontiert. Trotzdem haben sie sich infiziert. Das gesellschaftliche Stigma gegenüber HIV-Infizierten traf sie besonders hart: Beide verloren Freunde und wurden diskriminiert.

In der Web-Doku berichten die drei aus ihrem Leben mit dem Virus. Sie sprechen offen darüber, wie sie sich angesteckt haben und warum sie ihre Krankheit mit der Welt teilen wollen. Aber sie zeigen auch wie sie es trotz der Gefahr, die von HIV ausgeht, schaffen, ihren Lebenswillen nicht zu verlieren.

Die Protagonisten:

Jennifer Vaughan ist 46 Jahre alt und lebt mit ihren Kindern in Santa Cruz, Kalifornien. Sie steckte sich bei ihrem Exfreund an und trug das Virus über zwei Jahre in sich, bevor es entdeckt wurde. Es hatte so lange in ihrem Körper gewütet, dass bei der Lehrerin tatsächlich AIDS ausbrach und sie dem Tod gefährlich nahekam. Auf ihrem YouTube-Kanal erzählt sie, wie es dazu kam und wie dankbar sie für die medizinische Versorgung ist. Jedoch fühlte sie sich mit ihrer HIV-Diagnose sehr allein und hoffte durch ihren Channel, Frauen mit dem gleichen Schicksal kennenzulernen. Daher richten sich ihre Videos besonders an weibliches Publikum.

Der 34-jährige Blogger Josh Robbins lebt mit seinem Freund in Tennessee, Nashville. Bei seiner Diagnose 2012 nahm er seine Follower direkt mit und filmte sich dabei, wie er das Testergebnis erhielt. Das hatte es zuvor noch nicht auf YouTube gegeben, sein intimer Vlog erreichte über 100.000 Menschen. Seitdem ist der selbstbewusste junge Mann eine Stimme für HIV-Positive in Amerika geworden, der besonders über Social Media versucht, Leute zu erreichen.

Marcel Dams ist der einzige deutsche Vlogger, der seine Krankheit mit der Öffentlichkeit teilt. Er war das Gesicht etlicher Kampagnen und ist UN-Botschafter für das Thema HIV. Der Kölner ist der Meinung, dass das Thema Krankheit in Deutschland besonders tabuisiert sei und man nicht offen genug darüber rede. Seine HIV-Diagnose bekam der 27-Jährige im Jahr 2000, als er gerade bei seinen Eltern ausgezogen war und sein eigenes Leben in die Hand nehmen wollte. Dass HIV ihn zwar dabei zurückgeworfen, aber auf keinen Fall gehindert hat, erzählt er auf seinem Kanal.

Veröffentlicht am: 01.12.2017 in Doku

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